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Und was haben Sie bezahlt

Dienstag, 01. März 2005, 12:39 Uhr
Nordhausen (nnz). Einmal im Monat wird ermittelt, wie sich die Verbraucherpreise entwickelt haben. Für was in Thüringen tiefer in die Geldbörse gegriffen werden musste, das hat jetzt die nnz erfahren.


Der Verbraucherpreisindex für Thüringen stieg nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik im Februar dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent auf einen Indexstand von 107,7 (Basis Jahresdurchschnitt 2000 = 100).
Der relativ hohe Preisanstieg gegenüber dem Vormonat resultiert zum einen aus der saisonalen Preisentwicklung im Bereich 'Freizeit, Unterhaltung und Kultur' um 1,8 Prozent und zum anderen aus dem Preisanstieg im Bereich 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke' um 1,0 Prozent. Das Preisniveau im Bereich 'Freizeit, Unterhaltung und Kultur' wurde im Wesentlichen durch die Preiserhöhung für Pauschalreisen um 8,4 Prozent bestimmt.

Im Bereich 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke' stiegen die Preise für alkoholfreie Getränke (+ 2,9 Prozent) schneller als die für Nahrungsmittel (+ 0,7 Prozent). So mussten die Verbraucher im Februar für Bohnenkaffee 13,6 Prozent mehr bezahlen als im Januar. Neben einem Preisanstieg für Fische und Fischwaren um 1,4 Prozent trieben besonders die Preise für Gemüse (+ 9,7 Prozent) das Preisniveau für Nahrungsmittel in die Höhe. So lagen die Preise für Gurken um 86,3 Prozent, für Salat um 33,9 Prozent, für Tomaten um 25,2 Prozent und für Blumenkohl um 11,7 Prozent über dem Niveau vom Januar 2005. Preisnachlässe gab es dagegen u.a. für Speisezwiebeln (- 8,9 Prozent) und für Weißkohl (- 1,5 Prozent).

Die Preise im Bereich 'Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen' erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Der Anstieg resultierte einzig aus der Verteuerung der Beherbergungsdienstleistungen um 3,2 Prozent.

Preisnachlässe wurden im Vergleich zum Januar 2005 u.a. für die Bereiche 'Bekleidung und Schuhe' (- 1,2 Prozent), 'Einrichtungsgegenstände (Möbel), Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt sowie deren Instandhaltung' (- 0,3 Prozent) registriert. Insbesondere die Preise für Mädchen-Kostüme oder -Kleider gaben um 9,5 Prozent, für Damen-Mäntel um 9,3 Prozent und für Damenjacken um 6,7 Prozent nach.

Die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise betrug im Februar dieses Jahres 2,0 Prozent. Nach 1,4 Prozent im Februar 2003 und 0,6 Prozent im Vorjahr ist das die höchste Februar-Teuerungsrate der letzten drei Jahre. Der hohe Anstieg der Jahresteuerungsrate im Februar ist vor allem auf die Preissteigerungen im Bereich 'Alkoholische Getränke, Tabakwaren' um 15,0 Prozent , 'Gesundheitspflege' um 4,9 Prozent, 'Verkehr' um 3,7 Prozent sowie im Bereich 'Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe' um 2,1 Prozent zurückzuführen.

Alkoholische Getränke verteuerten sich im Vergleich zum Februar 2004 um 2,6 Prozent, darunter Bier um 3,2 Prozent und Wein um 2,5 Prozent. Der Schwerpunkt des Preisanstieges liegt als Ergebnis der Gesundheitsreform bei den Tabakwaren. Diese verteuerten sich um 24,3 Prozent.

Die um 4,9 Prozent höheren Preise im Bereich der Gesundheitspflege resultierten aus Preisanstiegen bei den ambulanten Gesundheitsdienstleistungen um 5,7 Prozent, bei den medizinischen Erzeugnissen, Geräten und Ausrüstungen um 4,5 Prozent und bei den stationären Gesundheitsdienstleistungen um 4,0 Prozent.

Ursachen für den Preisanstieg im Bereich 'Verkehr' waren u. a. die höheren Preise für Kraft- und Schmierstoffe für Privatfahrzeuge um 4,3 Prozent, für Personenbeförderung im Luft- um 11,3 Prozent und Schienenverkehr um 5,9 Prozent. Für kombinierte Personenbeförderungsdienstleistungen mussten die Verbraucher im Februar diesen Jahres 8,6 Prozent mehr bezahlen als im Februar 2004.

Während die Wohnungsmieten im Vergleich zu Februar 2004 mit 1,1 Prozent noch recht gemäßigt anstiegen, erhöhten sich im gleichen Zeitraum die Aufwendungen für Haushaltsenergie um 7,8 Prozent. Spitzenreiter waren die Preise für Heizöl mit einem Anstieg um 26,9 Prozent, gefolgt von Gas mit 6,4 Prozent und Zentralheizung, Fernwärme mit 5,8 Prozent. Binnen Jahresfrist stiegen die Strompreise um 4,3 Prozent.

Preisnachlässe konnten u. a. für die Bereiche 'Bekleidung und Schuhe' mit - 1,6 Prozent, Nachrichtenübermittlung' mit - 1,0 Prozent ermittelt werden.
Autor: nnz

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