Unterwasserwelt
Montag, 28. Februar 2005, 19:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Bunte Fische und Korallenriffs, daran denken Sie jetzt bestimmt. Die nnz-Reportage möchte Ihnen heute eine völlig andere Unterwasserwelt vorstellen, die in die abzutauchen garantiert interessant und neu ist.
Unterwasserwelt (Foto: nnz)
Rund 1 Million Liter Wasser wogen über Torsten Rennebachs Arbeitsplatz, einen Taucheranzug braucht er trotzdem nicht. Wahrscheinlich hat der Techniker einen der trockensten Jobs im Badehaus, im wahrsten Sinne des Wortes. Er kümmert sich um Filter, Pumpen und den Zusatz von Chlor zu Desinfektionszwecken, obwohl das meiste automatisch abläuft.
Was sich als hartnäckiges Gerücht hält, läuft übrigens weder automatisch noch überhaupt. Das rote Lämpchen, welches beim Pinkeln ins Wasser beim Bademeister auf einer Anzeigentafel aufleuchtet, funktioniert allenfalls als Erziehungsmittel für kleine Kinder. Aber nicht nur denen passiert es, daß sie aus Versehen mal ins Becken kacken. Wem solch ein Schwimmkörper begegnet, sollte gleich dem Bademeister bescheid sagen. Der fischt ihn raus und wechselt vorsorglich das Wasser im Kinderbecken aus.
Sauberkeit ist wichtig in Nordhausens neuem Hallenbad, welches am Mittwoch seinen vierten Geburtstag feiert. Zweimal täglich nehmen die Mitarbeiter Wasserproben. Einmal im Monat untersucht das Labor für mikrobiologische Umweltanalytik in Sondershausen das Badewasser. Jährlich untersucht außerdem das Gesundheitsamt selbst, ansonsten erhält es die Laborwerte.
Dem Wasser muß aus hygienischen Gründen Chlor zugesetzt werden, 0,5 mg pro Liter. Das geschieht durch eine Chlorungsanlage, die selbst überwacht und die Zusetzungsmenge steuert. In einem speziellen Raum steht die Chloranlage. Aus Sicherheitsgründen befindet sich dort ein Meßfühler. Sollte der Chlor wittern, setzt sofort die Beregnungsanlage ein. Sicherheit ist wichtig im Gewirr der Rohre und Kabel. Deshalb sind im gesamten Gebäude auch 28 Brandmelder installiert.
Wasser ist, logisch, das Wichtigste im Badehaus. Jährlich werden 34.000 m³ benötigt. Aber kalt baden will auch keiner, also laufen rund 2.865.754 KWh Gas durch die Zähler. Damit allen ein Licht aufgeht, werden zudem 1.454.640 KWh Strom im Jahr verbraucht. Die Rechnung möchte wohl niemand nach hause bekommen. Klar auch, daß Baden für 20 Pfennig schon deshalb lange Vergangenheit ist.
Um nicht ständig neues Wasser nehmen zu müssen, das machte das Baden sicher unbezahlbar, ist es in einem Kreislauf zur Aufbereitung unterwegs. An Meß- und Regelstation fließt es vorbei an der Frischwassernachspeisung und dem Schwallbehälter. Nach den Aktivkohlefiltern wird das Wasser von einer Umwälzpumpe in Filter gepumpt. Vorbei an Wärmetauscher, ph-Wert Korrektur und Chlorzusatz vorbei fließt es endlich zu den Badegästen.
Neben zahlreichen Attraktionen wie Rutsche, Sport- oder Außenbecken, wird dem Badegast jetzt viel mehr Freundlichkeit entgegengebracht. Unvergessen der weißhaarige Schwimmeister aus den 1980ern, der mit Freude und Donnerstimme auf vom Rand springende Kinder Jagd machte. Wir sind ein Dienstleiter. Sagt Jens Eisenschmidt heute. So ein Verhalten gegenüber unseren Gästen wäre undenkbar. Wir wollen doch, daß alle wiederkommen.
Rund 570 Besucher würden gleichzeitig ins Badehaus passen.750 Quadratmeter Wasserfläche steht ihnen zur Verfügung. Dreißig Leute kümmern sich um das Wohlergehen der Badegäste. Die meisten davon sind als Schwimmeister, an der Kasse oder im Bistro tätig. Um die Technik sorgt sich neben Torsten Rennebach nur noch ein halber Mitarbeiter. Havarien gab es übrigens noch nie.
Am Mittwoch feiert das Badehaus seinen vierjährigen Geburtstag. Um 15.00 Uhr sind alle Gäste zum Anschneiden der Riesentorte eingeladen. 44 Minuten länger baden gibt es gratis. Für Kinder werden ebenfalls Spiele und Aktionen eingeplant. Nur in die Unterwasserwelt mit ihrer ausgeklügelten Technik dürfen die Besucher nicht abtauchen. Von der Geburtstagsfeiern mit dem Baddel wird die nnz natürlich auch berichten.
Autor: wf
Unterwasserwelt (Foto: nnz)
Rund 1 Million Liter Wasser wogen über Torsten Rennebachs Arbeitsplatz, einen Taucheranzug braucht er trotzdem nicht. Wahrscheinlich hat der Techniker einen der trockensten Jobs im Badehaus, im wahrsten Sinne des Wortes. Er kümmert sich um Filter, Pumpen und den Zusatz von Chlor zu Desinfektionszwecken, obwohl das meiste automatisch abläuft. Was sich als hartnäckiges Gerücht hält, läuft übrigens weder automatisch noch überhaupt. Das rote Lämpchen, welches beim Pinkeln ins Wasser beim Bademeister auf einer Anzeigentafel aufleuchtet, funktioniert allenfalls als Erziehungsmittel für kleine Kinder. Aber nicht nur denen passiert es, daß sie aus Versehen mal ins Becken kacken. Wem solch ein Schwimmkörper begegnet, sollte gleich dem Bademeister bescheid sagen. Der fischt ihn raus und wechselt vorsorglich das Wasser im Kinderbecken aus.
Sauberkeit ist wichtig in Nordhausens neuem Hallenbad, welches am Mittwoch seinen vierten Geburtstag feiert. Zweimal täglich nehmen die Mitarbeiter Wasserproben. Einmal im Monat untersucht das Labor für mikrobiologische Umweltanalytik in Sondershausen das Badewasser. Jährlich untersucht außerdem das Gesundheitsamt selbst, ansonsten erhält es die Laborwerte.
Dem Wasser muß aus hygienischen Gründen Chlor zugesetzt werden, 0,5 mg pro Liter. Das geschieht durch eine Chlorungsanlage, die selbst überwacht und die Zusetzungsmenge steuert. In einem speziellen Raum steht die Chloranlage. Aus Sicherheitsgründen befindet sich dort ein Meßfühler. Sollte der Chlor wittern, setzt sofort die Beregnungsanlage ein. Sicherheit ist wichtig im Gewirr der Rohre und Kabel. Deshalb sind im gesamten Gebäude auch 28 Brandmelder installiert.
Wasser ist, logisch, das Wichtigste im Badehaus. Jährlich werden 34.000 m³ benötigt. Aber kalt baden will auch keiner, also laufen rund 2.865.754 KWh Gas durch die Zähler. Damit allen ein Licht aufgeht, werden zudem 1.454.640 KWh Strom im Jahr verbraucht. Die Rechnung möchte wohl niemand nach hause bekommen. Klar auch, daß Baden für 20 Pfennig schon deshalb lange Vergangenheit ist.
Um nicht ständig neues Wasser nehmen zu müssen, das machte das Baden sicher unbezahlbar, ist es in einem Kreislauf zur Aufbereitung unterwegs. An Meß- und Regelstation fließt es vorbei an der Frischwassernachspeisung und dem Schwallbehälter. Nach den Aktivkohlefiltern wird das Wasser von einer Umwälzpumpe in Filter gepumpt. Vorbei an Wärmetauscher, ph-Wert Korrektur und Chlorzusatz vorbei fließt es endlich zu den Badegästen.
Neben zahlreichen Attraktionen wie Rutsche, Sport- oder Außenbecken, wird dem Badegast jetzt viel mehr Freundlichkeit entgegengebracht. Unvergessen der weißhaarige Schwimmeister aus den 1980ern, der mit Freude und Donnerstimme auf vom Rand springende Kinder Jagd machte. Wir sind ein Dienstleiter. Sagt Jens Eisenschmidt heute. So ein Verhalten gegenüber unseren Gästen wäre undenkbar. Wir wollen doch, daß alle wiederkommen.
Rund 570 Besucher würden gleichzeitig ins Badehaus passen.750 Quadratmeter Wasserfläche steht ihnen zur Verfügung. Dreißig Leute kümmern sich um das Wohlergehen der Badegäste. Die meisten davon sind als Schwimmeister, an der Kasse oder im Bistro tätig. Um die Technik sorgt sich neben Torsten Rennebach nur noch ein halber Mitarbeiter. Havarien gab es übrigens noch nie.
Am Mittwoch feiert das Badehaus seinen vierjährigen Geburtstag. Um 15.00 Uhr sind alle Gäste zum Anschneiden der Riesentorte eingeladen. 44 Minuten länger baden gibt es gratis. Für Kinder werden ebenfalls Spiele und Aktionen eingeplant. Nur in die Unterwasserwelt mit ihrer ausgeklügelten Technik dürfen die Besucher nicht abtauchen. Von der Geburtstagsfeiern mit dem Baddel wird die nnz natürlich auch berichten.
