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Millionen für das Theater

AfD: Steuergeld im Dienste des Wahlkampfes

Dienstag, 15. Januar 2019, 17:42 Uhr
Der Nordhäuser Jörg Prophet (AfD) kritisiert den Umgang mit den Fördermillionen für das Nordhäuser Theater. Sein Vorwurf lautet: „Im Rathaus denkt man in Kubikmeter - nicht in Konzepten"...


Das vermeintliche Steuerzahlergeschenk in Form von 24 Millionen Euro sei sicher ein Segen für das Haus und die Kunst in der Kreisstadt, aber wieder habe man im Rathaus strategisch versagt. Ein konzeptioneller Neuaufbruch für die Kultur in Nordhausen ist nicht zu erkennen nur das bekannte „Weiter so".

„Das wird sich rächen, auch finanziell", so Prophet. Denn die Stadt müsse nicht nur einmalig zwei Millionen Eigenmittel für die Sanierung aufbringen, sondern als Miteigentümer auch jedes Jahr Millionen für den laufenden Unterhalt aufbringen und diese Millionen werden laut AfD nicht gefördert.

"Jeder weiß, dass die Stadt aktuell finanziell nur dank des Brautgeschenkes für die Eingemeindung von Buchholz gut dasteht. Diese Finanzen sind also nicht nachhaltig vorhanden, sondern nur einmalig. Was nutzt ein prächtiges Gebäude, wenn kein Theater mehr gespielt werden kann, weil dessen laufender Unterhalt nicht mehr gesichert ist? Jahrelang kein Geld für nötige Investitionen, aber nun steht die Generalsanierung zu extrem hohen Baukosten an."

Selbst bezahlte Wahlkampfgeschenke aus Erfurt - Verwendung ohne Konzept, ohne Plan. "Nach Bürgerhaus ohne Raumkapazität und Flohburg mit bedenklich schwacher Nutzungsstatistik hat man im Rathaus wieder den nötigen Weitblick vermissen lassen", sagte Herr Prophet. "Die Theatersanierung hätte einher gehen müssen mit der Entwicklung des Gebäudes hin zum Nordhäuser Kulturzentrum im Herzen der Stadt. Hier hätten durch eine kluge Planung die Nordhäuser Vereine eine neue Heimat finden können, die sich derzeit in einer sanierungsbedürftigen Immobilie treffen müssen; hier hätten die hochkarätigen Ausstellungen des Kunsthauses einen Platz inmitten der Stadt finden können als Alternative zu einer dezentral gelegenen Villa mit fast einsturzgefährdeten Turm. So hätte man die Kultur dort, wo sie sein sollte: Im Herz der Stadt. Und die verschiedenen Anbieter von Kunst und Kultur hätten sich noch gegenseitig befruchten können."

So bleibe nur die Frage: „Wie viele Abonnenten wird das Theater in 15 Jahren noch haben? Eine alternative Nutzungsmöglichkeit Chance vertan".

Die damit verbundenen Mehraufwendungen für die Planungen hätte man leicht gegenfinanzieren können. "Sowohl für Kunsthaus-Villa als auch Vereinshaus-Immobilie hätten sich sicher Käufer oder wirtschaftliche neue Verwendungen finden lassen können. Daran hat man aber wieder nicht gedacht. So werden auf Kosten der Steuerzahler teure Parallelstrukturen finanziert - auf Dauer."
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