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Ein Platz an der Sonne

Freitag, 18. Februar 2005, 15:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Umsonst gibt´s heutzutage nichts mehr. Oder vielleicht doch? Die Stadtwerke fanden jedenfalls einen Zulieferer, der keine Rechnung schickt. Heute war Spatenstich für den „Neuen“.

Ein Platz an der Sonne (Foto: nnz) Ein Platz an der Sonne (Foto: nnz) Für die neue Solarstromanlage auf der renaturierten Mülldeponie wurde heute symbolisch der Spaten in den gefrorenen Boden gestochen. Ab dem Frühjahr sollen die Kollektoren auf einer Fläche von drei Fußballfeldern (20.000 m²) rund 800.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Damit kann ein Dorf mit etwa 500 Einwohnern mit Energie versorgt werden.

Die Anlage mit über 6.000 Solarmodulen ist in Thüringen einmalig. Die Investitionssumme beträgt 3,9 Millionen Euro. Arndt Forberger, Gerschäftsführer der Stadtwirtschaft Nordhausen, sagte, daß hier beinahe ein perpetuum mobile entstehe. Er wünschte sich, daß in den nächsten 20 Jahren ausreichend Sonne schiene und versicherte, daß diese am Monatsende keine Rechnung schreibe. Für die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und die visionäre Vorarbeit der ehemaligen Fachbereichsleiterin Gisela Hartmann bedankte er sich.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke rief zum Optimismus auf und wies darauf hin, daß die Sonne auch an einem trüben Tag Strom an die imposante Anlage liefern werde. Leicht sei ihr die Entscheidung für diese Investition auf grund der Haushaltslage nicht gefallen, aber es handle sich um eine nachhaltige Investition in die Zukunft, die auch Kindern und Enkeln zu gute käme.

Gebaut wird die Anlage von der Erfurter Firma EEPro aus Erfurt, die bereits den Solarpark Merane in Sachsen mit einer Fläche von 25.000 m² errichtet hat. Geschäftsführer Stephan Behr kam zum Spatenstich.

Pro Kilowattstunde eingespeister Sonnenenergie erhalten die Betreiber, die Stadtwerke Nordhausen, 43,4 Cent entsprechend des Gesetztes über Erneuerbare Energien. Rund 500 Tonnen CO2 Ausstoß können vermieden werden. Das paßt positiv zur derzeitigen Diskussion über das Inkrafttreten des Kyoto Protokolls. Europa will in diesem Rahmen 30 % der Treibgase bis 2020 vermeiden. Ganz nach dem Prinzip des Lokalen Handelns der Agenda 21 wird Nordhausen auf dem Weg einen Beitrag leisten.
Autor: wf

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