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nnz-Interview: Rückzug und Neuanfang

Donnerstag, 17. Februar 2005, 10:11 Uhr
Nordhausen (nnz). In der HBM Nobas hat es in den vergangenen Tagen massive Veränderungen gegeben, die nächsten stehen an. Die nnz hat gestern mit Geschäftsführer Aribert Kupsch über neue Strukturen und den Rückzug des Günter Papenburg aus Nordhausen gesprochen.


nnz: Herr Kupsch, stimmt es, dass sich Günter Papenburg vom Standort Nordhausen verabschieden wird?

A. Kupsch: Ja, das ist richtig und zum Teil hat er das auch schon getan. Herr Michael Rahlfs und ich sind seit dem 1.1. 2005 die neuen Eigentümer der Nobas Spezialstahlbau GmbH.

nnz: Mit welchen Konzepten werden Sie das Unternehmen in das Jahr 2005 führen?

A. Kupsch: Wir müssen und werden uns geschäftspolitisch absolut am Markt orientieren müssen. Im Unterschied zu Günter Papenburg werden wir keine Personalreserven vorhalten können.

nnz: Im Klartext, es stehen also Kündigungen an?

A. Kupsch: Das ist richtig, wir werden in den nächsten Tagen sechs Kündigungen aussprechen. Damit müssen wir den Personalüberschuß abbauen, der nicht mit Aufträgen abzudecken ist. Derzeit ist die Auftragslage noch recht gut, doch ab April sieht es vermutlich anders aus. Darauf müssen wir uns jetzt schon einstellen, schließlich haben wir auch die Verantwortung für die restlichen rund 80 Kollegen.

nnz: Und was sagt der Betriebsrat dazu?

A. Kupsch: Den haben wir über unsere Entscheidungen informiert und ich hoffe, dass wir recht schnell zu gemeinsamen Lösungen kommen.

nnz: Werden damit die Veränderungen am Standort Nordhausen zu Ende sein?

A. Kupsch: Nein. Günter Papenburg wird sich in diesem Jahr auch noch von der HBM Nobas trennen, Herr Rahlfs und ich werden auch dieses Unternehmen übernehmen.

nnz: Und dann wird wieder an der Personalschraube gedreht?

A. Kupsch: So würde ich das nicht nennen. Wir müssen das Personal auf die Auftragssituation einstellen. Was nutzt dem Unternehmen ein Tarifvertrag, wenn der Lohn und das Gehalt nicht durch Arbeit kompensiert werden kann. Ich weiß, dass ein schwieriger Weg vor uns liegt. Noch im vergangenen Monat hatte Günter Papenburg dem Betriebsrat ein Bündnis für Arbeit angeboten, das aber wurde nicht angenommen.

nnz: Und wie sieht es mit der mittelfristigen Entwicklung aus?

A. Kupsch: Ich denke, wir werden uns mittelfristig nach einem starken Partner umsehen. Dazu aber muß der Standort Nordhausen gesund und interessant gemacht werden. Sollte das der Fall sein, könnte die Nobas in den größeren Partner auch übergehen. Was dann für ein Firmenname zu lesen sein wird, das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass hier in Nordhausen Arbeitsplätze für Maschinenbauer erhalten werden.

nnz: Herr Kupsch, wir danken für das Gespräch.
Autor: nnz

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