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Deutliches Votum

Mittwoch, 16. Februar 2005, 14:36 Uhr
Nordhausen (nnz). Die erste offene Veranstaltung des Thüringer „Bündnis für Grundschulhorte“ war gestern ein Erfolg. Zu dieser Einschätzung kommen die Einlader. Was da in Ottos Steakehouse diskutiert worden war ist klar, wie – das erfahren Sie in Ihrer nnz.


Trotz widriger Witterungsbedingungen haben Politiker aller Ebenen und Parteien sowie über 40 Betroffene und interessierte Bürger über die vorgesehenen Veränderungen in diesem Bereich lebhaft diskutiert. Das erst seit 25. Januar vorliegende Konzept der CDU –Landesregierung zur „ Bildung und Betreuung von 2 –16“ sieht u.a. vor: Vernetzung von Kindertageseinrichtung und Schule (inhaltlich, personell und sächlich), Übertragung an Kommunen oder freie Träger ab 2008, Pilotprojekte ab 2005 –2008. Die Finanzen sind nur bis dahin durch das Land gesichert. Bisher galt das Thüringer Hortmodell bundesweit als vorbildlich.

Nach Aussage von Hans–Jürgen Döring, bildungspolitischer Sprecher der SPD–Landtagsfraktion, gibt es „keine erkennbaren inhaltlichen Argumente“ für eine Änderung. Auch die vielen Elternproteste sprechen dagegen. Die Landtagsabgeordnete Diana Skibbe (PDS) verwies auf die bereits im Haushaltsentwurf eingesparten Erzieherstellen und die Folgen für sozial benachteiligte Kinder bei zu erwartenden erhöhten Hortgebühren. Die Übertragung der Horte an die Kommunen bringe die Kommunalhaushalte in zusätzliche Bedrängnis. Damit seien die Horte nicht dauerhaft gesichert und Schließungen einiger Standorte die Folge. Erfahrungen aus anderen Bundesländern, z.B. Sachsen, bestätigen das. Uwe Chour, Grundschulleiter und GEW-Vertreter, machte auf die Bedeutung der Grundschulhorte für das gemeinsame pädagogische Konzept aufmerksam. Aus seiner Sicht ist dafür der Verbleib der Erzieher an der Einrichtung und unter einer Leitung Vorraussetzung. Laut dem Konzept sollen mit weniger Geld Angebote erweitert werden. Das funktioniere nicht. In der Diskussion ging es auch um die bisherige hervorragende Horterzieherinnenausbildung vor der Wende und den derzeitig niedrigen bundesdeutschen Standard. Eine Änderung ist längst überfällig!

Die bisherige Vielfalt von Horten wurde nicht in Frage gestellt. Aber die 97 %Auslastung der Kindergärten und der deutliche Rückgang der wenigen Hortgruppen bei freien Trägern widersprechen den Konzeptvorschlägen. Viele sprachen sich für Ganztagsschulen und die deutliche Mehrheit der Teilnehmer für den Erhalt der Grundschulhorte in bewährter Form aus.

Zur Demonstration am 25.2. vor dem Thüringer Landtag in Erfurt sind noch einige Plätze im Bus frei. Abfahrt ist um 13 Uhr vom Nordhäuser Bahnhofsplatz. Interessierte melden sich bitte unter Tel. 03631/465371. Für Mai ist die nächste Veranstaltung zu den Auswirkungen der Thüringer Sparpläne im Bildungsbereich vorgesehen.
Autor: nnz

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