Die Würze der Kürze
Mittwoch, 16. Februar 2005, 13:25 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit es die Dichterstätte Sarah Kirsch gibt, sind die Mitglieder bemüht, die Vielfalt der Dichtung in den Veranstaltungen vorzustellen. Neben der deutschen Dichtkunst kam bis jetzt auch die russische und die norwegische vor. Dieses Mal wird’s japanisch...
Dieses Mal, das ist am Samstag (26.2.) um 14.30 Uhr, ist es Poesie aus Japan, das Haiku. Es besteht aus nur siebzehn Silben, diese werden auf drei Zeilen verteilt und zwar 5 Silben, 7 Silben, 5 Silben. Zwei Beispiele zur Veranschaulichung:
Sogar mein Schatten
Ist munter und kerngesund
Am Frühlingsmorgen!
So viele Dinge
Ruft in das Gedächtnis mir
Die Kirschenblüte.
Der berühmte japanische Altmeister dieser Versform, Matsuo Bashô (1644 – 1694), hielt fest: Um Haikus zu schreiben, werde ein drei Fuß hohes Kind. Denn das Ziel dieser Dichtung ist es, die flüchtige Stimmung eines Augenblickes durch die knappe Form des Dreizeilers auszudrücken und ihm so Dauer zu verleihen. Schlichtheit der Sprache und ein Gemüt, das sich den unmittelbaren Sinneswahrnehmungen ganz hinzugeben vermag, sind gute Voraussetzungen.
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Haiku zur beliebtesten Dichtform in Japan, die dann auch nach Europa drang. Die Philosophie, die sich in dieser Lyrik ausdrückt, besagt, dass jeder Augenblick von unendlichem Wert ist, denn er repräsentiert in sich eine Ewigkeit.
Bis heute lieben die Japaner jeder Herkunft diese Lyrik und pflegen sie in ihrem unmittelbaren Leben. Es erscheinen extra Zeitschriften über und mit den Haikus. Das ergibt in der Regel eine Veröffentlichung von 80 000 Dreizeilern monatlich.
In der Dichterstätte wird im ersten Teil diese Dichtform vorgestellt, dann, im zweiten Teil, wird es am 26. Februar eine Schreibwerkstatt geben, in der Teilnehmer ausprobieren können, was es mit dem 5-7-5 auf sich hat. Stifte und Papiere liegen vor.
Autor: nnzDieses Mal, das ist am Samstag (26.2.) um 14.30 Uhr, ist es Poesie aus Japan, das Haiku. Es besteht aus nur siebzehn Silben, diese werden auf drei Zeilen verteilt und zwar 5 Silben, 7 Silben, 5 Silben. Zwei Beispiele zur Veranschaulichung:
Sogar mein Schatten
Ist munter und kerngesund
Am Frühlingsmorgen!
So viele Dinge
Ruft in das Gedächtnis mir
Die Kirschenblüte.
Der berühmte japanische Altmeister dieser Versform, Matsuo Bashô (1644 – 1694), hielt fest: Um Haikus zu schreiben, werde ein drei Fuß hohes Kind. Denn das Ziel dieser Dichtung ist es, die flüchtige Stimmung eines Augenblickes durch die knappe Form des Dreizeilers auszudrücken und ihm so Dauer zu verleihen. Schlichtheit der Sprache und ein Gemüt, das sich den unmittelbaren Sinneswahrnehmungen ganz hinzugeben vermag, sind gute Voraussetzungen.
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Haiku zur beliebtesten Dichtform in Japan, die dann auch nach Europa drang. Die Philosophie, die sich in dieser Lyrik ausdrückt, besagt, dass jeder Augenblick von unendlichem Wert ist, denn er repräsentiert in sich eine Ewigkeit.
Bis heute lieben die Japaner jeder Herkunft diese Lyrik und pflegen sie in ihrem unmittelbaren Leben. Es erscheinen extra Zeitschriften über und mit den Haikus. Das ergibt in der Regel eine Veröffentlichung von 80 000 Dreizeilern monatlich.
In der Dichterstätte wird im ersten Teil diese Dichtform vorgestellt, dann, im zweiten Teil, wird es am 26. Februar eine Schreibwerkstatt geben, in der Teilnehmer ausprobieren können, was es mit dem 5-7-5 auf sich hat. Stifte und Papiere liegen vor.
