Kerwitz-Ausstellung in der Stadtbibliothek eröffnet
In Verbundenheit über die Zeit hinaus
Mittwoch, 28. November 2018, 08:00 Uhr
Vor einem Jahr verstarb der Nordhäuser Maler Klaus-Dieter Kerwitz. Dem Künstler zu ehren wurde heute in der Stadtbibliothek eine Ausstellung seiner Bilder eröffnet. Die Schau soll auch ein Zeichen der Verbundenheit der Nordhäuser mit seinem Wirken und Schaffen sein, die meisten Ausstellungsstücke stammen aus privater Hand...
Denken die älteren Nordhäuser an ‚ihre‘ Künstler, dann kommen schnell die drei Namen, die seit den späten Siebzigern für die Kunst dieser Stadt stehen – Kerwitz, Mackensen, Rechtaczek.
Und für ’Otto-Normalverbraucher‘ standen sie auch ein wenig für das, was eben einen Künstler so auszumachen hat. Rechtacek mit seiner muskulösen Gestalt und profunder Kenner der Sagenwelt der Germanen und Nordvölker, ab und an nicht nur vom Met berauscht; Mackensen ein Feingeist, eine Erscheinung, wenn er begleitet von seiner schlanken, blonden Ehefrau, flankiert mit Dogge in Nordhausen auftrat und schließlich Dieter Kerwitz, in der Erinnerung als Künstler in seiner Rüdigsdorfer Atelierscheune hinten, vorn aber das Cafè – an den Wänden seine Werke, aber auch die Scheiben der Pusterohr-Wettkämpfe, auf denen den Betrachter nackte Hinterteile anschauten, in die die Siegerschützen ihren Pfeil hineingebohrt hatten.
Nur sehr wenige kannten den anderen Kerwitz, der sich als Kenner und Liebhaber der Werke von Thomas Mann und Stefan Zweig auswies. Es ist fast ein Jahr her, dass Dieter Kerwitz nicht mehr unter uns weilt und es ist Herzensanliegen vieler Menschen in einer Ausstellung an ihn und sein Werk zu gedenken. Diese Ausstellung Klaus-Dieter Kerwitz – In Erinnerung wurde heute in der Stadtbibliothek eröffnet. Es ist eine besondere, eine sehr persönliche Ausstellung geworden, keine Werkschau im klassischen Sinn, sondern eine die von der Verbundenheit der Bürger und Liebhaber der Kunst von Kerwitz getragen wird.
Sicher, mit der Kreissparkasse und dem Kunsthaus Meyenburg haben einschlägige Institutionen des kulturellen Lebens zur Ausgestaltung beigetragen, die meisten Bilder stammen jedoch aus privater Hand. Allein 15 Leihgeber nennt Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel am Abend namentlich. Und es hätten noch mehr sein können. "Wir mussten irgendwann aufhören zu fragen, denn auch der Platz unserer Wände ist beschränkt", sagte Seidel. Kerwitz sei der Künstler, der in Nordhausen am meisten "hänge".
Kunsthausleiterin Susanne Hinsching habe etwas Ordnung in die Ausstellung gebracht, die ausgewählten Bilder sind jetzt vor dem Ratssaal, im Lesesaal und dem zweiten Obergeschoss zu sehen. Diejenigen, die sich noch an Erlebnisse mit Kerwitz oder seinen Bildern erinnern können, und seien es nur kleine Begebenheiten, sind jetzt gebeten diese kurz niederzuschreiben. Die Bibliothek will die gesammelten Erinnerungen am Ende der Ausstellung in einem kleinen Heft zusammenfassen und so von der Verbundenheit der Nordhäuser mit dem Künstler über die Zeit hinaus erzählen, sagte Seidel am Abend.
Letztlich wird jeder der Besucher der Bibliothek – bis zum Januar werden es mehrere Tausend sein – die Werke Dieter Kerwitz anschauen, ob nur mit einem Blick oder im vertieften Schauen. Die Liebhaber seiner Kunst sind sich sicher – es ist ein schönes Konzept des Gedenkens und der Würdigung.
Dr. Wolfgang R. Pientka, Liebhaber des Werkes von Dieter Kerwitz
Autor: redDenken die älteren Nordhäuser an ‚ihre‘ Künstler, dann kommen schnell die drei Namen, die seit den späten Siebzigern für die Kunst dieser Stadt stehen – Kerwitz, Mackensen, Rechtaczek.
Und für ’Otto-Normalverbraucher‘ standen sie auch ein wenig für das, was eben einen Künstler so auszumachen hat. Rechtacek mit seiner muskulösen Gestalt und profunder Kenner der Sagenwelt der Germanen und Nordvölker, ab und an nicht nur vom Met berauscht; Mackensen ein Feingeist, eine Erscheinung, wenn er begleitet von seiner schlanken, blonden Ehefrau, flankiert mit Dogge in Nordhausen auftrat und schließlich Dieter Kerwitz, in der Erinnerung als Künstler in seiner Rüdigsdorfer Atelierscheune hinten, vorn aber das Cafè – an den Wänden seine Werke, aber auch die Scheiben der Pusterohr-Wettkämpfe, auf denen den Betrachter nackte Hinterteile anschauten, in die die Siegerschützen ihren Pfeil hineingebohrt hatten.
Nur sehr wenige kannten den anderen Kerwitz, der sich als Kenner und Liebhaber der Werke von Thomas Mann und Stefan Zweig auswies. Es ist fast ein Jahr her, dass Dieter Kerwitz nicht mehr unter uns weilt und es ist Herzensanliegen vieler Menschen in einer Ausstellung an ihn und sein Werk zu gedenken. Diese Ausstellung Klaus-Dieter Kerwitz – In Erinnerung wurde heute in der Stadtbibliothek eröffnet. Es ist eine besondere, eine sehr persönliche Ausstellung geworden, keine Werkschau im klassischen Sinn, sondern eine die von der Verbundenheit der Bürger und Liebhaber der Kunst von Kerwitz getragen wird.
Sicher, mit der Kreissparkasse und dem Kunsthaus Meyenburg haben einschlägige Institutionen des kulturellen Lebens zur Ausgestaltung beigetragen, die meisten Bilder stammen jedoch aus privater Hand. Allein 15 Leihgeber nennt Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel am Abend namentlich. Und es hätten noch mehr sein können. "Wir mussten irgendwann aufhören zu fragen, denn auch der Platz unserer Wände ist beschränkt", sagte Seidel. Kerwitz sei der Künstler, der in Nordhausen am meisten "hänge".
Kunsthausleiterin Susanne Hinsching habe etwas Ordnung in die Ausstellung gebracht, die ausgewählten Bilder sind jetzt vor dem Ratssaal, im Lesesaal und dem zweiten Obergeschoss zu sehen. Diejenigen, die sich noch an Erlebnisse mit Kerwitz oder seinen Bildern erinnern können, und seien es nur kleine Begebenheiten, sind jetzt gebeten diese kurz niederzuschreiben. Die Bibliothek will die gesammelten Erinnerungen am Ende der Ausstellung in einem kleinen Heft zusammenfassen und so von der Verbundenheit der Nordhäuser mit dem Künstler über die Zeit hinaus erzählen, sagte Seidel am Abend.
Letztlich wird jeder der Besucher der Bibliothek – bis zum Januar werden es mehrere Tausend sein – die Werke Dieter Kerwitz anschauen, ob nur mit einem Blick oder im vertieften Schauen. Die Liebhaber seiner Kunst sind sich sicher – es ist ein schönes Konzept des Gedenkens und der Würdigung.
Dr. Wolfgang R. Pientka, Liebhaber des Werkes von Dieter Kerwitz


