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In Fahrt gekommen

Dienstag, 15. Februar 2005, 17:48 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Konjunktur ist auch im Landkreis Nordhausen in „Fahrt“ gekommen. Das meinen jedenfalls die Experten der IHK. Doch – bei aller Euphorie – es ist auch Skepsis angesagt. Vor allem bei den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.


Das gegenwärtige Wachstum der Wirtschaft reiche bei allen noch so optimistischen Schätzungen nicht aus, dass davon ein Impuls für den Arbeitsmarkt erwartet werden kann. Zu dieser gemeinsamen Einschätzung kamen heute Udo Rockmann, der Leiter des regionalen Servicecenters der IHK und der Vertreter des IHK-Wirtschaftsbeirates, Bodo Stadler. Was dem Landkreis Nordhausen im Gegensatz zu anderen Landkreisen (auch in Nordthüringen) fehlt, das ist schlicht und ergreifend der Auslandsmarkt. Mit einer Exportquote von etwas mehr als 11 Prozent sind die Unternehmen von Heringen bis Mackenrode einfach nur Schlusslicht in Thüringen. Der Export ist jedoch für die Wirtschaft eines Landkreises von Bedeutung, weil es außerhalb Deutschlands einfach die stärksten Wachstumsmärkte gebe, so Bodo Stadler und meinte, dass die rote Laterne nur abgegeben werden könne, wenn sich ein größeres Unternehmen im künftigen Industriegebiet in der Goldenen Aue ansiedeln werde. Das müsse aber auch ein Endproduzent und nicht nur Zulieferer sein, die gebe es im Landkreis genügend.

Trotzdem geht es in der Nordhäuser Region mit der Wirtschaft nach oben. So sehen 67 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage als befriedigend ein. Vor einem Jahr waren es 53 Prozent. Nach eigener Einschätzung geht es 13 Prozent der Betrieben schlecht (2003: 20%). Auch bei den Erwartungen sieht es nicht schlecht aus. Im letzten Quartal betrachteten immerhin 35 Prozent der Firmen ihre Pläne als günstiger, dem standen vor zwölf Monaten nur 29 Prozent gegenüber.

Summa summarum: Es ist wieder Fahrt in die Nordhäuser Konjunktur gekommen, ein Lichtstreif ist am Horizont aufgetaucht. Doch die Unternehmen schwelgen nicht in Euphorie, sie warten eher ab – vor allem mit Neueinstellungen. Und wenn man zum Beispiel auf den Handel schaut, dann liegen die Skeptiker eher richtig. Hier werden die Kräfte des Marktes noch viel Arbeit zu tun haben. Im Bereinigen! Das gilt ebenfalls für die Baubranche, für die es auch in den kommenden Jahren in dieser Region, aber auch darüber hinaus, viel zu wenig Arbeit gibt.
Autor: nnz

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