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Jetzt doch reagiert

Freitag, 11. Februar 2005, 11:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Eigentlich wollte die Bürgerinitiative „Nordhausen macht mobil gegen Agenda 2010“ nicht öffentlich auf den Brief der SPD-Kreisvorsitzenden Dagmar Becker reagieren. Jetzt erfolgte ein Umdenken. Die nnz veröffentlicht den offenen Brief innerhalb der doku-Reihe.



Sehr geehrte Frau Becker,
Sehr geehrte Mitglieder des Kreisvorstandes,


In der nnz-online haben Sie auf unseren offenen Brief eine Antwort formuliert. Danke. Das Organisationskomitee der Bürgerinitiative ist weit entfernt, Sie und die Mitglieder der Nordhäuser SPD, einschließlich ihres Vorstandes, persönlich für die Entwicklung in diesem Land verantwortlich zu machen. Es ist aber immer noch eine Tatsache, dass Sie im Besitz eines Parteidokuments mit der Aufschrift „SPD“ sind. Aus diesem Grund erscheint es uns logisch, Ihnen Fragen, auch öffentlich im Rahmen einer Protestaktion, stellen zu dürfen, die mit der Regierungspolitik Ihrer Partei zu tun haben. Wir können ja dazu kaum Parteimitglieder der FDP, CDU, PDS befragen. Diese Parteien tragen bekanntermaßen keine Regierungsverantwortung.

Selbstverständlich respektieren wir Ihren persönlichen Terminkalender. Neben Ihnen gehören weitere acht Personen dem Vorstand des Kreisverbandes an. Die Kreistagsfraktion umfasst 10 Mitglieder Ihrer Partei. Aus diesem Personenkreis wird sich wohl jemand finden lassen, der sich unseren Fragen stellt. Übrigens: Nordhäuser Montagsdemonstranten sind keine gewaltbereiten Zombies, die nur darauf warten, Mitgliedern Ihrer Partei persönliches Leid und Schaden zufügen zu wollen.

Nein, sehr geehrte Frau Becker, das war, ist und wird nicht unser Credo sein. Unser Credo ist die Sorge um die Entwicklung in diesem Land, sind die Sorgen und Nöte der durch den rigorosen Abbau des Sozialstaates betroffenen Bürger. Sie können uns doch sicherlich zustimmen, dass es diese Sorgen gibt. Wir bleiben bei unserem Vorhaben, am 14. Februar vor dem Gebäude in der Oscar-Cohn-Strasse 11 zu demonstrieren.

Haben Sie Mut, oder welches Mitglied des Nordhäuser Kreisverbandes auch immer, und stellen Sie sich unseren Fragen. In Zeiten des Wahlkampfes finden Sie ja auch den Weg auf die Strasse, verteilen hier und da ein paar Kugelschreiber und bunte Luftballons. Gut, da wollen Sie etwas vom Volk, nämlich gewählt werden. Am 14. Februar ist es umgekehrt. Da will das Volk mit Ihnen sprechen. Nicht über Kugelschreiber, bunte Luftballons oder irgendeinen Firlefanz, sondern über die Entwicklung in diesem Land. Nutzen Sie also diese Chance wahrer Demokratie. Wir freuen uns auf den Montag. Natürlich mit Ihnen gemeinsam.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Nagel, Mitglied des Sprecherrates
Autor: nnz

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