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Herder ist Vielfalt

Sonntag, 04. November 2018, 17:53 Uhr
Zahlreiche Gäste fanden am Samstag den Weg in die Wiedigsburg. Das Herder-Gymnasium beteiligte sich am Nordhäuser Festival für Vielfalt, Demokratie und Toleranz und hatte am Nachmittag seine Türen für Interessierte geöffnet. Heike Roeder berichtet...


Bereits beim Betreten des Schulhofes begrüßten zehn riesige Banner den Kommenden. Die während eines Kunstprojektes entstandenen Fahnen zeigen im großformatigen Druck typische Eigenschaften, die Schüler ihrem Gymnasium zusprechen und veranschaulicht haben. Zu lesen waren zum Beispiel „Beherzt“, „Up to date“ und „Flexibel“. Und genau dies sollte der Samstag auch anderen offenbaren.

Bunte Bänder und Wegweiser geleiteten den Gast in das Dachgeschoss und gaben ihm zeitliche Hinweise für die entsprechenden Angebote. Das Publikum wurde in der großen Aula mehrsprachig musikalisch begrüßt und mit Trommeln empfangen. Immer wieder luden Lieder zu Mitsingen ein und stimmten auch Gäste in Kanons mit ein. Dazu begeisterten die Schüler der achten Klasse mit Perkussion von Klatschen mit den Händen, über die mit der Hand gespielten Schlagtrommel bis zur Conga, der Fasstrommel. Bei diesen rhythmisch beschwingten Einlagen blieb keiner bewegungslos.

Daneben konnte der Besucher in die Welt der historischen und modernen Schule eintauchen, an alten Tischen Platz nehmen, in Schulbüchern der Vergangenheit blättern oder die Sütterlinschrift erproben. Wer Lust hatte, konnte die Geschichte des Schulhauses selbst ergründen und sich im Quizz mit anderen messen oder typische Kinderspiele der letzten 100 Jahre ausprobieren und erkennen, dass es nur diverser Kleinigkeiten bedarf, um gemeinsam Spaß zu haben, sei es beim Fadenspiel, Fuchsen mit Münzen oder Himmel und Hölle.

Die 7/1 führte ein Theaterstück vor, das mit Hilfe eines Experimentes je einen Schüler in die Schule Anfang des 20. Jahrhunderts bzw. einen aus dieser Zeit in ein modernes Klassenzimmer katapultierte. Mit Mimik, Gestik und Sprachwitz gelang es den jungen Gymnasiasten um ihre Klassenlehrerin Johanna Kohns die vielfältigen Möglichkeiten einer modernen Bildung vor Augen zu führen.

Ohne Worte thematisierten Teilnehmer des Kurses Darstellen und Gestalten das Machtspiel zwischen Liebe und Hass. Das Bewegungstheater mit Pantomime, Masken und Schwarzlicht entlarvte auf diesem Wege die Nutzung fremder Mächte, um an sein Ziel zu gelangen, und hoben die Kraft sowie den Wert emotional positiver Bindungen hervor.

Mehrfach veranschaulichte ein Vortrag im Planetarium die Kraft der Sterne und dass diese zum Beispiel durch die Sternbilder eine Verbindung erfahren. Jedes Kind konnte sich sein persönliches Sternzeichen mitnehmen und ausmalen und jeder Teilnehmer erhielt ein Teelicht mit dem Großen Wagen verziert, liebevoll von der 6/2 gestaltet.

Auch die Vielfalt der Natur überwältigte viele. Diese konnte an verschiedenen Stationen der Tier- und Pflanzenwelt einerseits bzw. des Menschen bestaunt werden. Hauttypbestimmung und Fingerabdrücke wiesen die Vielfalt nach, die Anpassung an die Umgebung lebten Stabheuschrecken vor. Wasserflöhe, Urzeitkrebse und Mückenlarven konnten beobachtet und die Artenvielfalt geschätzt und ergründet werden.

Pflanzenarten bestimmen, Jahresringe zählen, mikroskopische Präparate herstellen oder eine lebende Weidenbora in einem Baumstamm beobachten - all das lud zum Mitmachen ein.

Bunt und kreativ zeigte sich die Kunst in der kleinen Aula. Auf einer vier mal ein Meter großen Leinwand konnte sich jeder Gast verewigen, einen Teil des Gesamtbildes ausmalen und dabei den ganz persönlichen Stil verwirklichen. Doch nicht nur farblich wurde Vielfalt unterstrichen. Ein zu Beginn nur aus Fäden bestehender und gerahmter Wandteppich erhielt durch das Publikum seine Gestalt. Materialien und Utensilien von Knopf bis zum Naturmaterial warteten darauf, verarbeitet und eingearbeitet zu werden. So entstanden zwei einmalige Kunstwerke, deren Vollendung allein in den Händen der Besucher lag. Sie spiegeln das wider, was die Schule auch verkörpert: ein Potpourri der Vielfältigkeit.

Bis 17.30 Uhr herrschte in der oberen Etage ein wahres Gedränge. Neben den Organisatoren und Beteiligten fanden sich Familien, Freunde, Bekannte, Ehemalige, Neugierige, Große, Kleine, Alle angebotenen Aktionen waren stets voll besucht und verbreiteten Erstaunen, gemeinsame Freude oder luden zum Gespräch ein.

In dem an einem Wochenende doch eher ruhigem Haus herrschte Leben und Vielfalt. Das Herder-Gymnasium hatte mit den beteiligten Lehrkräften, aber auch aktiven, animierenden, offenherzigen und auskunftsfreudigen Schülern den Titel des Nordhäuser Festivals damit zum Programm werden lassen: MIT.EIN.AND.ER.LEBEN.
Heike Roeder
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