Eine (fast) unglaubliche Geschichte
Wiedersehen nach 60 Jahren
Donnerstag, 01. November 2018, 13:00 Uhr
"Gestern, um 14.30 Uhr im "St.Georg" in Ilfeld war es nun soweit, dass Wiedersehen nach 60 Jahren, mit unserem Ulli." Angelika Heider mit einer bewegenden Geschichte...
Wiedersehen nach 60 Jahren (Foto: privat)
Ulli Keye, ein Nachbarsjunge von einem Bauernhof in Wiegersdorf, mit dem wir, Margot, Karin, Christina, Gerald, Helga, Gisela und ich immer gespielt hatten war plötzlich weg. Das ist 60 Jahre her.
Mit ihm hatten wir immer gemütlich in der Bauernküche seiner Eltern gesessen und die für uns begehrte Schokoladensuppe mit Walnusskernen und Zwieback gegessen, die seine Mutter für alle zubereitete.
Ulli, sein Bruder und seine Eltern waren vor etwa 60 Jahren von einem auf den anderen Tag weg. Keine Verabschiedung, Umarmung, nichts. Unser Ulli war nicht mehr da. Wir waren Kinder im Altern von 8, 7, 6 und 5 Jahren, wir konnten es nicht verstehen. Was war passiert, in den Unruhen der 60er Jahre? Ullis Eltern sagten zu Ulli und seinem Bruder, wir fahren nach Berlin und besuchen Bekannte. Nur ein Koffer und ein Spielzeug...
Oma, Bauernhof mit Kühen, Pferden und anderem Getier, der gesamte Hausstand hinter sich gelassen, hatten die Eltern beschlossen, nicht in die LPG einzutreten, sondern im Westen ein neues Leben anzufangen. Ulli und sein Bruder wurden in Berlin in den Zug nach Westberlin geschubst und alles wurde anders. Von einem Tag auf den anderen. Für ein Kind ein unglaubliches Trauma.
Wir Nachbarskinder waren geschockt, Ulli nicht mehr da, was war geschehen, wo war Ulli? Immer wieder haben wir an ihn gedacht, von ihm gesprochen. Was ist wohl aus ihm geworden, wo wohnt er? Durch Zufall erfuhren wir vor rund zwei Wochen, dass Ulli mit seiner Frau in Wiegersdorf bei Bekannten war, nicht zum ersten mal, wie wir dann erfuhren.
Da gab es kein Halten mehr. Die Freundinnen und Gerald wurden informiert, Ulli wurde gefunden. Es wurde Verbindung aufgenommen, ein erstes Telefonat, riesige Freude. Ein erstes Treffen wurde organisiert, nicht das letzte. Umarmungen, Freudentränen, Geschichten wurden erzählt, Bilder gezeigt, schöne Erinnerungen kamen zurück. Es war wunderbar, auch wenn Gerald nicht dabei sein konnte, aber es werden noch viele Treffen folgen, dass haben wir beschlossen. Unseren Ulli lassen wir jetzt nicht mehr so lange weg.
Angelika Heider, geb. Meusel
Autor: red
Wiedersehen nach 60 Jahren (Foto: privat)
Ulli Keye, ein Nachbarsjunge von einem Bauernhof in Wiegersdorf, mit dem wir, Margot, Karin, Christina, Gerald, Helga, Gisela und ich immer gespielt hatten war plötzlich weg. Das ist 60 Jahre her.
Mit ihm hatten wir immer gemütlich in der Bauernküche seiner Eltern gesessen und die für uns begehrte Schokoladensuppe mit Walnusskernen und Zwieback gegessen, die seine Mutter für alle zubereitete.
Ulli, sein Bruder und seine Eltern waren vor etwa 60 Jahren von einem auf den anderen Tag weg. Keine Verabschiedung, Umarmung, nichts. Unser Ulli war nicht mehr da. Wir waren Kinder im Altern von 8, 7, 6 und 5 Jahren, wir konnten es nicht verstehen. Was war passiert, in den Unruhen der 60er Jahre? Ullis Eltern sagten zu Ulli und seinem Bruder, wir fahren nach Berlin und besuchen Bekannte. Nur ein Koffer und ein Spielzeug...
Oma, Bauernhof mit Kühen, Pferden und anderem Getier, der gesamte Hausstand hinter sich gelassen, hatten die Eltern beschlossen, nicht in die LPG einzutreten, sondern im Westen ein neues Leben anzufangen. Ulli und sein Bruder wurden in Berlin in den Zug nach Westberlin geschubst und alles wurde anders. Von einem Tag auf den anderen. Für ein Kind ein unglaubliches Trauma.
Wir Nachbarskinder waren geschockt, Ulli nicht mehr da, was war geschehen, wo war Ulli? Immer wieder haben wir an ihn gedacht, von ihm gesprochen. Was ist wohl aus ihm geworden, wo wohnt er? Durch Zufall erfuhren wir vor rund zwei Wochen, dass Ulli mit seiner Frau in Wiegersdorf bei Bekannten war, nicht zum ersten mal, wie wir dann erfuhren.
Da gab es kein Halten mehr. Die Freundinnen und Gerald wurden informiert, Ulli wurde gefunden. Es wurde Verbindung aufgenommen, ein erstes Telefonat, riesige Freude. Ein erstes Treffen wurde organisiert, nicht das letzte. Umarmungen, Freudentränen, Geschichten wurden erzählt, Bilder gezeigt, schöne Erinnerungen kamen zurück. Es war wunderbar, auch wenn Gerald nicht dabei sein konnte, aber es werden noch viele Treffen folgen, dass haben wir beschlossen. Unseren Ulli lassen wir jetzt nicht mehr so lange weg.
Angelika Heider, geb. Meusel
