JS-special: Bislang nicht preistreibend
Montag, 10. September 2001, 09:48 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Konsumenten - so wurde unlängst in einer Veranstaltung im IHK-Sevice-Centrum in Nordhausen zur Währungsumstellung angenommen - würden die Preise im Zusammenhang mit der Einführung des Euro sehr genau beobachten und auf Preissteigerungen sicher kritisch reagieren. Dazu mehr in der folgenden Betrachtung.
Knapp 1.000 Nudelprodukte werden in Deutschlands Supermärkten angeboten. Allein in der ersten Jahreshälfte wurden deren Preise nicht weniger als 90 Mal geändert. Nur in drei Prozent dieser Fälle habe das etwas mit dem Euro zu tun gehabt, weil von einem attraktiven D-Mark- auf einen attraktiven Euro-Preis umgestellt wurde (also von etwa von 1,99 Mark auf 0.99 Euro), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden herausfand. Wer als Konsument könnte wohl eine solche Entwicklung nach ihrer Bedeutung einschätzen?
Richtig ist nach Untersuchungen des Bundesamtes, dass zumindest bislang der Handel die Vorbereitungen der Euro-Bargeld-Einführung Anfang 2002 nicht zu versteckten Preisanhebungen genutzt hat. Seit knapp anderthalb Jahren nehmen die Statistiker in Wiesbaden die Umstellung der Geschäfte bei der Preisauszeichnung von DM auf Euro unter die Lupe. Auffällige Verteuerungen in diesem Zusammenhang wurden dabei bislang nicht entdeckt. In obigen Nudelbeispiel habe die Verteuerung im Jahresvergleich 2,7 Prozent betragen. Die Euro-Umstellung habe dazu zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkte betragen.
Die Deutsche Bundesbank berichtet im gleichen Zusammenhang von Einzelfällen, bei denen Geschäfte die Preisumstellung zu Aufschlägen genutzt hätten. Nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke müssen die Menschen auch keine Sorge haben, der Euro-Bargeldstart zu Beginn des kommenden Jahres werde die Inflation anheizen. Dafür sei der Wettbewerb im Handel viel zu scharf. Das Statistische Bundesamt vertritt dazu die Auffassung, dass sehr schwer zu bestimmen sei, welchen Einfluss der Euro auf die Inflationsrate habe. Denn die Ursachen von Preiserhöhungen können weder Wissenschaftler noch Statistiker klar ermitteln. Ob die Preise wegen des Euro angehoben würden ob dafür andere Ursachen wie etwa die gestiegenen Energiekosten verantwortlich sind, bleibe letztlich Spekulation. Deshalb hatten sich auch Vertreter des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen Monaten wiederholt gegen reißerische Warnungen und Klagen vor dem Teuro oder einer angeblichen Preisabzockerei gewandt.
Verbraucher vor allem hatten in den vergangenen Monaten häufig von Preisanhebungen wegen der Euro-Umstellung berichtet. Dass es zu derartigen Klagen kommen kann, liegt Experten zufolge an dem Umstand, dass Kunden die Preise selektiv wahr nehmen, Preissenkungen also außer Acht lassen. Die Statistiker raten Verbrauchern, solche Artikel ins Visier zu nehmen, bei denen sich der Euro-Start besonders auswirkt, weil sie zu glatten Preisen wie fünf Mark oder Schwellenpreisen wie 99 Pfennig oder 1,49 Mark angeboten werden. Bei der Umstellung würden etwa aus 99 Pfennig rein rechnerisch 51 Cent. Da ein solcher Betrag nicht zum Zugreifen einlädt, müssen die Läden entweder auf 49 Cent (knapp 96 Pfennig) abrunden oder auf 55 oder gar 59 Cent (108 oder 115 Pfennig) anheben. Verbraucherschützer raten Konsumenten daher, in der Zeit kurz vor und nach dem Abschied der D-Mark beim Einkauf besonders hinzuschauen.
Autor: nnzKnapp 1.000 Nudelprodukte werden in Deutschlands Supermärkten angeboten. Allein in der ersten Jahreshälfte wurden deren Preise nicht weniger als 90 Mal geändert. Nur in drei Prozent dieser Fälle habe das etwas mit dem Euro zu tun gehabt, weil von einem attraktiven D-Mark- auf einen attraktiven Euro-Preis umgestellt wurde (also von etwa von 1,99 Mark auf 0.99 Euro), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden herausfand. Wer als Konsument könnte wohl eine solche Entwicklung nach ihrer Bedeutung einschätzen?
Richtig ist nach Untersuchungen des Bundesamtes, dass zumindest bislang der Handel die Vorbereitungen der Euro-Bargeld-Einführung Anfang 2002 nicht zu versteckten Preisanhebungen genutzt hat. Seit knapp anderthalb Jahren nehmen die Statistiker in Wiesbaden die Umstellung der Geschäfte bei der Preisauszeichnung von DM auf Euro unter die Lupe. Auffällige Verteuerungen in diesem Zusammenhang wurden dabei bislang nicht entdeckt. In obigen Nudelbeispiel habe die Verteuerung im Jahresvergleich 2,7 Prozent betragen. Die Euro-Umstellung habe dazu zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkte betragen.
Die Deutsche Bundesbank berichtet im gleichen Zusammenhang von Einzelfällen, bei denen Geschäfte die Preisumstellung zu Aufschlägen genutzt hätten. Nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke müssen die Menschen auch keine Sorge haben, der Euro-Bargeldstart zu Beginn des kommenden Jahres werde die Inflation anheizen. Dafür sei der Wettbewerb im Handel viel zu scharf. Das Statistische Bundesamt vertritt dazu die Auffassung, dass sehr schwer zu bestimmen sei, welchen Einfluss der Euro auf die Inflationsrate habe. Denn die Ursachen von Preiserhöhungen können weder Wissenschaftler noch Statistiker klar ermitteln. Ob die Preise wegen des Euro angehoben würden ob dafür andere Ursachen wie etwa die gestiegenen Energiekosten verantwortlich sind, bleibe letztlich Spekulation. Deshalb hatten sich auch Vertreter des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen Monaten wiederholt gegen reißerische Warnungen und Klagen vor dem Teuro oder einer angeblichen Preisabzockerei gewandt.
Verbraucher vor allem hatten in den vergangenen Monaten häufig von Preisanhebungen wegen der Euro-Umstellung berichtet. Dass es zu derartigen Klagen kommen kann, liegt Experten zufolge an dem Umstand, dass Kunden die Preise selektiv wahr nehmen, Preissenkungen also außer Acht lassen. Die Statistiker raten Verbrauchern, solche Artikel ins Visier zu nehmen, bei denen sich der Euro-Start besonders auswirkt, weil sie zu glatten Preisen wie fünf Mark oder Schwellenpreisen wie 99 Pfennig oder 1,49 Mark angeboten werden. Bei der Umstellung würden etwa aus 99 Pfennig rein rechnerisch 51 Cent. Da ein solcher Betrag nicht zum Zugreifen einlädt, müssen die Läden entweder auf 49 Cent (knapp 96 Pfennig) abrunden oder auf 55 oder gar 59 Cent (108 oder 115 Pfennig) anheben. Verbraucherschützer raten Konsumenten daher, in der Zeit kurz vor und nach dem Abschied der D-Mark beim Einkauf besonders hinzuschauen.
