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Trotz Regen großes Interesse

Sonntag, 09. September 2001, 15:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Monatelang hatte sich die Museen und Denkmale im Landkreis Nordhausen auf diesen Tag vorbereitet. Heute, am Tag des Offenen Denkmals, wollten sie zeigen, was sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten verändert hat.


Historischer Volldampf Petrus, der Wettergott oder wie der auch immer heißen mag, kann gewiß kein Freund des Historischen sein. Er machte heut sowohl den Organisatoren als auch den Besuchern zum Tag des Offenen Denkmals einen dicken Strich durch ihre Rechnungen. Ob nun zur Einweihung des ersten Feuerwehrmuseums in Ellrich, in Auleben, Heringen, Ilfeld oder Nordhausen, überall mussten die Denkmale mit dem Wetter aus- und zurechtkommen.

Erstaunlich aber, daß sich viele Menschen, viele Familien trotz der unangenehmen Begleitumstände „von oben“ nicht abschrecken ließen. In Nordhausen strömten sie vor allem in die Traditionsbrennerei in der Grimmelallee. Dort war man bestens auf die Besucher vorbereitet. Serviert wurde neben einem heißen Kaffee oder wohlschmeckendem Kuchen oder Rostbratern auch ein Körnchen oder Gemixtes. Für die Besucher, die zum ersten Mal in die Tradition der Kornbrennerei eintauchten, war der gesamte Komplex doch eine wahre Fundgrube. „Guck mal, Vati! So haben die damals gearbeitet“, staunte ein 10jähriger als er sich den Schlempekreislauf erklären ließ und der Vater fügte im Schreibbüro hinzu: „und das alles ohne Computer“.

Aber schon mit einem richtigen Antrieb mittels einer Dampfmaschine. Sie ist das neueste Ausstellungsstück der Traditionsbrennerei. Das Maschinchen tat im vorigen Jahrhundert in einer Brennerei in Berlin ihren Dienst. Jetzt ist sie - aufgeschnitten - als Modell in Nordhausen zu sehen. Nahezu hundert mal erklärten die Mitarbeiter der Nordbrand Nordhausen GmbH die Arbeits- und Funktionsweise. Sie taten das jedoch mit Herz und Verstand und erzeugten so Verständnis für das Alte, für die Tradition der Branntweinherstellung.

Ob nun in Bleicherode, Ellrich, in der Goldenen Aue, im Rabensteiner Stollen oder in der Rolandstadt: Viele Besucher versprachen heute ihren Kindern und vielleicht auch sich selbst: Wir gehen hier mal wieder hin und nicht erst in einem Jahr zum Tag des offenen Denkmals des Jahrgangs 2002. Es liegt an uns selbst, die Hatz des Alltags abzulegen und mal eine Verschnaufpause einzulegen. Der Blick in die Geschichte ist dazu bestens geeignet.
Autor: nnz

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