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nnz-Forum: Nur neue Farbe

Donnerstag, 03. Februar 2005, 15:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Hinsichtlich der nnz-Betrachtung zur aktuellen Arbeitsmarktsituation hat die Redaktion eine Mail erreicht, die wir im Forum veröffentlichen.


Jede Gesellschaft ist immer Resultat menschlichen Tuns oder Unterlassens, nichts fügt sich ohne unseren Willen. Bleiben wir beim Unterlassen: die im Jahr 2004 durch die hiesige Wirtschaft eingefahrenden Gewinne zeigen, wo im Hinblick der Schaffung von Arbeitsplätzen die gesellschaftliche und politische Verantwortung liegt. Nein, da fehlt aber deren Wille. Und der Herr Hundt hat gestern nichts weiter zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt anzumerken, als seine Leier von der Senkung der Lohnnebenkosten. Wenn dem so wäre, müssten in dieser Region, gemessen auch an Ihren Beispielen, die Damen und Herren der Agentur für Arbeit täglich nach Kunden und die Fallmanagern nach Fällen ausschauhalten.

Der einzigste gangbare Weg ist die vorhandene Arbeit auf breite Schultern durch die Verringerung der Arbeitszeit zu verteilen. Einfach logisch, wenn man die Entwicklung der Produktivkräfte wahrnimmt. Wonach heute immer Weniger mehr produzieren als vor Jahren und Jahrhunderten. Wenn dem nicht so wäre, würden wir heute noch immer mit einem Faustkeil in Höhlen sitzen und Bärenfelle bearbeiten.

Leider stösst diese Vorstellung der Arbeitszeitverringerung an die Grenzen dieses politischen und ökonomischen Systems. Aus diesem Grunde kann es unter diesen Bedingungen auch keine nutzbringenden Veränderungen geben, sondern höchsten bunte Farben über eine alte, verschliessene Tapeten.
Jürgen Nagel, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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