Glücksfall und Pech für Sülzhayn
Sonntag, 09. September 2001, 15:00 Uhr
Sülzhayn (nnz). Wird Sülzhayn nun Kurort, oder nicht? Was hat eine persische Hochzeit mit einem touristischen Prädikat zu tun? nnz hat versucht, auf diese Fragen eine gemeinsame Antwort zu finden.
Im Parkhotel in Sülzhayn ging es an diesem Wochenende fast orientalisch zu. Eine persische Hochzeit wurde zelebriert, das erste Haus am Platze war ausgebucht. Das ist kein Einzelfall in diesem Etablissement und ein Glückfall für die Gemeinde im Südharz zugleich.
Am Freitag waren wieder neugierige Leute aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium in Sülzhayn zu Gast. Sie wollten sich noch einmal eine Meinung bilden, um schließlich zu einem Urteil zu kommen. Ein Urteil, das nach nnz-Informationen vielleicht schon festzustehen scheint. Sülzhayn wird voraussichtlich nicht das Prädikat Staatlich anerkannter Kurort erhalten. Das letzte Wort habe hier zwar der zuständige Minister, in diesem Fall Franz Schuster, aber dem Ort mangele es noch an diversen Kleinigkeiten. Mittlere und große Pensionen würden fehlen, viele leerstehende Häuser nicht in das typische Bild eines Kurortes passen. Und letztlich sei das Schicksal der Haidberg-Klinik immer noch offen. Am Haidberg sind uns die Hände gebunden, hier müssen wir abwarten, bis sich der neue Besitzer für ein entsprechendes Konzept entscheidet, erläutert Ellrichs Bürgermeister Gerald Schröder der nnz.
Es seien viele kleine Facetten, die letztlich die Entscheidung in Erfurt gegen Sülzhayn ausfallen lassen. Fehler seien seiner Meinung nach vor zehn Jahren gemacht worden. Damals habe man den vielen Schaumschlägern aus dem Westen oftmals blindlings vertraut, so der Ellricher Bürgermeister. Investoren seien das jedenfalls nicht gewesen. Doch für Schröder liegt in dieser Fast-Niederlage auch eine Chance. Und diese Chance heißt: Entwicklung von einem niederen Niveau aus. Wie am Rande der Gespräche am Freitag zu hören war, könnte Sülzhayn nach einer Ablehnung als Kurort sofort den Antrag auf Anerkennung als Staatlich anerkannter Erholungsort stellen. Das sei den Verantwortlichen in Ellrich und Sülzhayn direkt zu verstehen gegeben worden.
Für die Ellricher und Sülzhayner bedeutet dies in den kommenden Jahren, den Ruinen entweder wieder Leben einzuhauchen und sie von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Verstrickte und oftmals ungeklärte Eigentumsverhältnisse lassen beide Varianten schwer erscheinen. Priorität allerdings hat für die weitere Entwicklung in Sülzhayn die Haidberg-Klinik. Hier müsse ein Konzept gefunden werden, das sich in die touristische Entwicklung des Ortes einfügt. Die vermutlich prädikative Entscheidung gegen Sülzhayn wird die Investoren in Bremen nur am Rande jucken, gemeinsam mit dem Ort soll etwas bewegt werden, versprachen sie vor einigen Wochen gegenüber nnz.
Der Freitagabend war für die Sülzhayner ein wirklich entscheidender Moment. Die Menschen aus dem Erfurter Wirtschaftsministerium sahen sich nämlich noch einmal um im Ort, und besuchten auch das Parkhotel. Dessen Chef hatte nicht viel Zeit für die Ministerialen, denn er hatte sein Haus voll mit Hochzeitsgästen. Sie wissen schon: Eine persische Hochzeit war angesagt! Das hatte die Erfurter beeindruckt und machte letztlich vielleicht auch den Weg frei in Richtung Erholungsort, selbstverständlich staatlich anerkannt.
Autor: nnz
Im Parkhotel in Sülzhayn ging es an diesem Wochenende fast orientalisch zu. Eine persische Hochzeit wurde zelebriert, das erste Haus am Platze war ausgebucht. Das ist kein Einzelfall in diesem Etablissement und ein Glückfall für die Gemeinde im Südharz zugleich.Am Freitag waren wieder neugierige Leute aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium in Sülzhayn zu Gast. Sie wollten sich noch einmal eine Meinung bilden, um schließlich zu einem Urteil zu kommen. Ein Urteil, das nach nnz-Informationen vielleicht schon festzustehen scheint. Sülzhayn wird voraussichtlich nicht das Prädikat Staatlich anerkannter Kurort erhalten. Das letzte Wort habe hier zwar der zuständige Minister, in diesem Fall Franz Schuster, aber dem Ort mangele es noch an diversen Kleinigkeiten. Mittlere und große Pensionen würden fehlen, viele leerstehende Häuser nicht in das typische Bild eines Kurortes passen. Und letztlich sei das Schicksal der Haidberg-Klinik immer noch offen. Am Haidberg sind uns die Hände gebunden, hier müssen wir abwarten, bis sich der neue Besitzer für ein entsprechendes Konzept entscheidet, erläutert Ellrichs Bürgermeister Gerald Schröder der nnz.
Es seien viele kleine Facetten, die letztlich die Entscheidung in Erfurt gegen Sülzhayn ausfallen lassen. Fehler seien seiner Meinung nach vor zehn Jahren gemacht worden. Damals habe man den vielen Schaumschlägern aus dem Westen oftmals blindlings vertraut, so der Ellricher Bürgermeister. Investoren seien das jedenfalls nicht gewesen. Doch für Schröder liegt in dieser Fast-Niederlage auch eine Chance. Und diese Chance heißt: Entwicklung von einem niederen Niveau aus. Wie am Rande der Gespräche am Freitag zu hören war, könnte Sülzhayn nach einer Ablehnung als Kurort sofort den Antrag auf Anerkennung als Staatlich anerkannter Erholungsort stellen. Das sei den Verantwortlichen in Ellrich und Sülzhayn direkt zu verstehen gegeben worden.
Für die Ellricher und Sülzhayner bedeutet dies in den kommenden Jahren, den Ruinen entweder wieder Leben einzuhauchen und sie von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Verstrickte und oftmals ungeklärte Eigentumsverhältnisse lassen beide Varianten schwer erscheinen. Priorität allerdings hat für die weitere Entwicklung in Sülzhayn die Haidberg-Klinik. Hier müsse ein Konzept gefunden werden, das sich in die touristische Entwicklung des Ortes einfügt. Die vermutlich prädikative Entscheidung gegen Sülzhayn wird die Investoren in Bremen nur am Rande jucken, gemeinsam mit dem Ort soll etwas bewegt werden, versprachen sie vor einigen Wochen gegenüber nnz.
Der Freitagabend war für die Sülzhayner ein wirklich entscheidender Moment. Die Menschen aus dem Erfurter Wirtschaftsministerium sahen sich nämlich noch einmal um im Ort, und besuchten auch das Parkhotel. Dessen Chef hatte nicht viel Zeit für die Ministerialen, denn er hatte sein Haus voll mit Hochzeitsgästen. Sie wissen schon: Eine persische Hochzeit war angesagt! Das hatte die Erfurter beeindruckt und machte letztlich vielleicht auch den Weg frei in Richtung Erholungsort, selbstverständlich staatlich anerkannt.
