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Brücken-Geflüster

Nach Niedersachswerfen bald alles dicht

Mittwoch, 19. September 2018, 13:00 Uhr
Wer derzeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß von Nordhausen nach Niedersachswerfen nicht die B4 benutzen will, der hat noch eine Möglichkeit. Bald wird auch die temporär Geschichte sein...

Hier geht schon lange nichts mehr... (Foto: nnz) Hier geht schon lange nichts mehr... (Foto: nnz)
Seit mehreren Jahren nun schon ist die Zorgebrücke an der Schnabelsmühle für Fußgänger und Radfahrer nicht mehr passierbar. Das Teil ist marode, der Rost frisst seit Jahrzehnten die Stahlkonstruktion. Und seit Jahren fragt CDU-Stadtrat Steffen Iffland in öffentlichen Teilen von Sitzungen nach dem aktuellen Stand nach.

Auch am Montag wollte Iffland wissen, ob und eventuell wann diese kleine Brücke wieder geöffnet werden kann. Und wie immer vertröstete Bauamtsleiter Jens Kohlhause mit Verweis auf den Haushalt der Stadt auf die kommenden Jahre. "Wenn der Haushalt es zulässt, dann kann im nächsten Jahr geplant und im darauffolgenden Jahr gebaut werden", so seine Antwort im Hauptausschuss diese Woche.

Und Kohlhause hatte für die Radler und Fußgänger zwischen Niedersachswerfen und Nordhausen gleich noch eine Brückenschmankerl zu bieten. Demnächst soll auch die Brücke entlang der HSB-Gleise gesperrt werden. Das Geländer müsse erneuert werden. Für den Laien eigentlich nicht nachvollziehbar, aber gut, vielleicht steckt der sprichwörtliche Wurm ja im Eichenholz. Allerdings soll diese Sperrung nur sechs Wochen andauern.

Auch hier wird bald eine sechswöchige Sperrung geben (Foto: nnz) Auch hier wird bald eine sechswöchige Sperrung geben (Foto: nnz)
Steffen Iffland ließ an diesem Montagabend aber nicht locker und erinnerte die Vertreter der Stadtverwaltung daran, dass im Bereich der Schnabelsmühle vor Jahren ja eine aufwändige Brücke gebaut wurde. Warum mit diesem Aufwand und warum habe man die "kleine" Brücke damals nicht gleich mit saniert? Für deutlich weniger Aufwand? Die Antwort von Kohlhause: Unter anderem müssen ja die Stadtwerke mit ihren Müllautos zu den Grundstücken kommen.

Darüber kann zum Beispiel Gerhard Huhn nur lachen. Der Mann kennt das Areal wie seine Westentasche und weiß, dass die Grundstücksbesitzer und Mieter ihre Tonnen immer vor die Brücke stellen, damit das Müllauto rückwärts einige Meter rollen kann um dann die Tonnen zu leeren. "Über die Brücke ist noch kein Müllauto gefahren", sagt er nach einiger Zeit des Nachdenkens.

Übrigens: Ganz pfiffige Zeitgenossen haben in diesem Jahr einen anderen Weg gefunden. Zu Fuß oder das Fahrrad schiebend, überqueren sie weniger Meter neben der gesperrten Brücke die fast ausgetrocknete Zorge problemlos.

Indes gibt es berechtigte Brückenhoffnung zwischen Bielen und Sundhausen. Hier soll mit den Abrissarbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden. Fertig wird das Wahlkampf-Prestige-Projekt im kommenden Jahr, dann sind vier Jahre seit der Sperrung vergangen. Mit der Zeit sind aber auch die Kosten gestiegen. Wurde im Jahr 2016 noch rund 660.000 Euro für einen Neubau veranschlagt, so wurde in dieser Woche der Auftrag an eine Firma aus dem Eichsfeld vergeben. Für rund 1,1 Millionen Euro.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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