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junge Müllsammler hoffen auf Unterstützung

Müllchaos am Zorgeufer

Dienstag, 18. September 2018, 08:00 Uhr
Eigentlich wollten sie Material für ein Kunstprojekt sammeln, doch die Situation am Zorgeufer hat eine Gruppe Jugendlicher dazu gebracht sich anderweitig zu engagieren und wenigstens die Uferwiese an der Gerhardt-Hauptmann-Straße vom Müll zu befreien. Viel bewegen kann der kleine Trupp alleine nicht, das musste man jetzt einsehen. Dabei wäre es dringend nötig das angepackt wird...

Müll macht Chaos - junge Künstler haben angepackt (Foto: Angelo Glashagel) Müll macht Chaos - junge Künstler haben angepackt (Foto: Angelo Glashagel)

Kurz die Füße ins kalte Nass halten, um sich abzukühlen? Dort wo die Zorge durch die Stadt fließt, ist das keine gute Idee, auch nicht im Sommer bei Niedrigwasser. Wer an den Uferauen entlang wandert, findet alle paar Schritte Glasscherben, Schnapsflaschen, Plastikbeutel und jede Menge anderen Müll, sogar Schuhe und ein Einkaufswagen tauchen im Fluss zwischen Hesseröder Straße und Badehaus auf.

Die zunehmende Vermüllung der Uferauen hat jetzt eine Gruppe Jugendlicher dazu gebracht, selber anzupacken. Eigentlich hatte der Materialkurs der Jugendkunstschule, der aus Holz, Metall und anderen Dingen Kunst schaffen will, am Flussufer nach Treibholz suchen wollen. "Vor Ort waren wir dann regelrecht erschüttert, wie es hier aussieht", sagt Kursleiterin Cornelia Krüger.

Also in die Hände gespuckt und angepackt: im Rahmen der "Trashbuster"- Aktion der Naturschutzjugend "NaJu" wollte sich die Gruppe statt in der Kunst etwas im Umweltschutz engagieren und selber für Ordnung sorgen. An drei Tagen versuchte man der Situation Herr zu werden und sammelte Beutelweise Abfall und Müll.

So löblich das Engagement der Jugendlichen sein mag, mehr als der sprichwörtliche "Tropfen auf den heißen Stein" konnte die Aktion nicht sein, das musste man jetzt einsehen. "Hier tatsächlich etwas zu bewegen, das ist alleine nicht zu leisten", sagt Krüger. Zu ihrem letzten Aktionstag kehrten die Künstler heute deswegen zu ihren Wurzeln zurück und machten aus der Müllsammelaktion ein eigenes kleines Kunstprojekt, mit dem man auf die Situation aufmerksam machen will.


Es müsste sich grundsätzlich etwas ändern, meint die Kursleiterin, es gebe entlang des Ufers kaum Abfalleimer, der Müll würde regelmäßig einfach über die Hecken fliegen. Mehr Entsorgungsmöglichkeiten und regelmäßigere Leerungen oder mehr Präsenz des Ordnungsamtes an den "Brennpunkten" der Verschmutzung würden schon helfen. Letztlich hofft man aber auf die Unterstützung der Stadt und ihrer Bewohner bei einer breit angelegten Aktion, einen "Großreinemachtag" an der Zorge. Der könnte vielleicht noch in diesem Herbst stattfinden, wenn die Organisation von öffentlicher Seite übernommen werden könnte. Danach kann man vielleicht auch wieder einmal ohne Sorge einen Fuß ins kalte Nass halten. Auch im Frühherbst.
Angelo Glashagel
Autor: red

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