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Wintermärchen mit vielen Tücken

Mittwoch, 26. Januar 2005, 08:30 Uhr
Nordhausen/Neustadt (nnz). Der Winter hat in Thüringen nach langem Warten Einzug gehalten. Zugefrorene Seen inmitten verschneiter Wälder laden Jung und Alt zum Eisspaziergang und Schlittschuhlaufen ein. Das Wintermärchen ist perfekt, doch es hat seine Tücken.


Dennoch raten die Wasserretter der DLRG zur Geduld: Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu sein. Bei stehenden Gewässern sollte es mindestens 15 cm, bei Bächen und Flüssen sogar 20 cm dick sein. Nicht gleich an den ersten frostigen Tagen das Eis betreten, lautet die Devise der Lebensretter. Die Rettungsschwimmer der DLRG leisten jährlich 150.000 Stunden Rettungsdienst im Winter und kennen die Tücken der eisigen Idylle. Grundsätzlich, so ihre Tipps, sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine auf das Eis wagen. Ortskundige Fachleute und das zuständige Amt informieren über den Zustand des Eises. Zudem sollten begeisterte Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler auf Warnungen in lokalen und regionalen Medien achten.

Das Eis sendet Signale aus, auf die jeder achten sollte. Dunkle Stellen verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier droht Gefahr einzubrechen. Also: Betreten verboten. Wenn es knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Besonders tückisch können Seen sein, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind. An Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter die Eisdicke und –qualität völlig anders sein als auf den Rest des Sees.

Wer sich aufs Eis wagt, sollte sich vorher nach geeigneten Rettungsmitteln, wie Stangen und Ästen, umsehen und diese an einem sicheren Platz gut sichtbar bereit legen. „Auch ein umgedrehter Schlitten ist bei einem Eiseinbruch ein geeignetes Rettungsmittel“, so ein praktischer Rat der Wasserretter. Denn: Im Notfall ist schnelle Hilfe geboten, der Verunglückte droht zu unterkühlen.

Helfer sollten bei der Rettung einen Sicherheitsabstand zur Einbruchstelle einhalten und sich gegenseitig auf dem Bauch liegend durch eine Rettungskette sichern. Anschließend sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben.
Autor: nnz

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