Demonstration am Kuhberg
Siegesmund: Der Winkelberg wird Naturschutzgebiet
Mittwoch, 29. August 2018, 19:13 Uhr
Der Konflikt um den Gips, er flammt wieder auf. Am Kuhberg kamen heute viele Wander-Demonstranten zusammen, um gegen den Gipsabbau in der Region zu protestieren, die nnz mit ein paar ersten Eindrücken vom Sternmarsch...
Besteht noch Hoffnung für den Kuhberg? Aus Sicht des Naturschutzbundes BUND sind die Pläne der Gipsindustrie am Berg nicht "raumverträglich".
Bei Umweltministerium und Bergverwaltung hätte das Thema jahrelang niemanden je wirklich interessiert, kritisierte der BUND im Vorfeld. Das Bergamt habe "offensichtlich kein Interesse daran, den von dem abbauwilligen Unternehmen juristisch angegriffenen Bescheid so zu überarbeiten, dass er auch weiterhin einer Versagung des Gipsabbaus in dieser bisher noch bergbaulich unberührten Landschaft östlich der B4 standhält.", so die Naturschützer gestern.
Nun sei das "Unvorstellbare wahr geworden". Wenn man sich nicht weiter wehre, dann würden bald die nächsten Abbaufelder folgen, etwa am Alten Stolberg oder dem Winkelberg, befürchtet der BUND.
Auf dem Kuhberg kamen am späten Nachmittag wieder zahlreiche Demonstranten zusammen um gegen den Gipsabbau in der Region zu protestieren.
Deswegen hatte man heute zur Sternwanderung geladen, von vier Startpunkten aus sollte zum Kuhberg gewandert werden.
Nach Dirk Erfurt hörten sich die Sternwanderer das Statement von Elmar Zimmer, den Werkleiter des Gips abbauenden Unternehmens Saint-Gobain Formula, an. Der versprach einen möglichst schonenden Abbau und nicht mehr als drei Lkw-Fahrten pro Tag durch die Südharz-Orte. Man werde hier am Kuhberg 1,9 Hektar Ackerfläche in einen Tagebau umwandle. Das Unternehmen baue seit 130 Jahren bei Walkenried Gips ab. Für Gespräche stehe er selbst und das Unternehmen an sich jederzeit zur Verfügung.
Umweltministerin Siegesmund sprach von ihrem Besuch als eine Herzensangelegenheit für die Region und warb - bevor sie zum Kuhberg und zum Winkelberg kam - wieder um das von ihr favorisierte Biosphärenreservat. Zwei Botschaften hatte die Frau aus Erfurt schließlich mitgebracht. Die weniger gute zuerst: Am Kuhberg ließe sich rechtlich nichts mehr gegen den Abbau unternehmen, hier seien die Fehler in den 1990er Jahren gemacht worden, die nicht mehr geheilt werden können.
Die gute Nachricht: der Winkelberg werden noch in diesem Jahr unter Naturschutz gestellt und "kein Unternehmen der Welt kann daran etwas ändern". Statt dessen sollten sich die "Gipser" um alternative Verfahren zum Beispiel um mehr Einsatz von Rea-Gips oder Recyclinggips kümmern. Wo der Rea-Gips herkommen soll, wenn die Braunkohlekraftwerke - wie von den Grünen gefordert - schnellstmöglich abgeschaltet werden sollen, diese Frage wurde am Kuhberg weder gestellt noch beantwortet.
Peter-Stefan Greiner
Protest am Kuhberg
Autor: redBesteht noch Hoffnung für den Kuhberg? Aus Sicht des Naturschutzbundes BUND sind die Pläne der Gipsindustrie am Berg nicht "raumverträglich".
Bei Umweltministerium und Bergverwaltung hätte das Thema jahrelang niemanden je wirklich interessiert, kritisierte der BUND im Vorfeld. Das Bergamt habe "offensichtlich kein Interesse daran, den von dem abbauwilligen Unternehmen juristisch angegriffenen Bescheid so zu überarbeiten, dass er auch weiterhin einer Versagung des Gipsabbaus in dieser bisher noch bergbaulich unberührten Landschaft östlich der B4 standhält.", so die Naturschützer gestern.
Nun sei das "Unvorstellbare wahr geworden". Wenn man sich nicht weiter wehre, dann würden bald die nächsten Abbaufelder folgen, etwa am Alten Stolberg oder dem Winkelberg, befürchtet der BUND.
Auf dem Kuhberg kamen am späten Nachmittag wieder zahlreiche Demonstranten zusammen um gegen den Gipsabbau in der Region zu protestieren.
Deswegen hatte man heute zur Sternwanderung geladen, von vier Startpunkten aus sollte zum Kuhberg gewandert werden.
Update 19 Uhr
Etwas verspätet kam Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund auf dem Berg an, sie wäre ja so gerne mitgewandert, aber das Landtagsplenum ließe ihr keine Zeit für den politischen Ausflug zu Fuß. Doch bevor Frau Siegesmund das Mikrofon in die Hand nahm, begrüßte Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt die mittlerweile fast 300 Teilnehmer des Sternmarsches. Er begrüßte die Ehrengäste und bedauerte, dass Harztor-Bürgermeister Stephan Klante fehlte.Nach Dirk Erfurt hörten sich die Sternwanderer das Statement von Elmar Zimmer, den Werkleiter des Gips abbauenden Unternehmens Saint-Gobain Formula, an. Der versprach einen möglichst schonenden Abbau und nicht mehr als drei Lkw-Fahrten pro Tag durch die Südharz-Orte. Man werde hier am Kuhberg 1,9 Hektar Ackerfläche in einen Tagebau umwandle. Das Unternehmen baue seit 130 Jahren bei Walkenried Gips ab. Für Gespräche stehe er selbst und das Unternehmen an sich jederzeit zur Verfügung.
Umweltministerin Siegesmund sprach von ihrem Besuch als eine Herzensangelegenheit für die Region und warb - bevor sie zum Kuhberg und zum Winkelberg kam - wieder um das von ihr favorisierte Biosphärenreservat. Zwei Botschaften hatte die Frau aus Erfurt schließlich mitgebracht. Die weniger gute zuerst: Am Kuhberg ließe sich rechtlich nichts mehr gegen den Abbau unternehmen, hier seien die Fehler in den 1990er Jahren gemacht worden, die nicht mehr geheilt werden können.
Die gute Nachricht: der Winkelberg werden noch in diesem Jahr unter Naturschutz gestellt und "kein Unternehmen der Welt kann daran etwas ändern". Statt dessen sollten sich die "Gipser" um alternative Verfahren zum Beispiel um mehr Einsatz von Rea-Gips oder Recyclinggips kümmern. Wo der Rea-Gips herkommen soll, wenn die Braunkohlekraftwerke - wie von den Grünen gefordert - schnellstmöglich abgeschaltet werden sollen, diese Frage wurde am Kuhberg weder gestellt noch beantwortet.
Peter-Stefan Greiner
Protest am Kuhberg






