Präsident mit 100.000 Mark gesucht
Mittwoch, 05. September 2001, 20:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Das ist der Wunsch des Präsidiums des Südharzer Volleyballclubs Nordhausen. Doch Wünsche spielten bei der heutigen offenen Pressekonferenz überhaupt keine Rolle.
Kurz, knapp und knackig - mit dem charmanten Hauch einer Parteiversammlung - wurden durch den Pressesprecher des SVC, Wolfgang Uhlmann, nicht nur die Pressekonferenz eröffnet, sondern sogleich auch die vier Tagesordnungspunkte sowie die dazu gehörigen Referenten vorgestellt. Vizepräsident Dr. Volker Ermisch gab noch einmal Informationen zum Rückzug der 1. Männermannschaft aus der zweiten Bundesliga. Es waren sportliche und wirtschaftliche Gründe, welche das Präsidium dazu bewogen hätten. Eine Stunde später sollte diese Tat als äußerst professionell durch ein Präsidiumsmitglied eingeschätzt werden.
Acht Spieler seien dem Club weggelaufen. Fehlende lukrative Arbeitsplätze, keine entsprechenden Studiengänge an der Fachhochschule oder ganz einfach persönliche Gründe seien das Motiv der Recken gewesen. Zwar habe sich der Vorstand bemüht, diese Spieler zu halten, doch mehr als unbefriedigende wirtschaftliche Randbedingungen hätten die Präsidialen des SVC auch nicht liefern können. In dieser Spielklasse findet Sport ohne Geld nicht statt, meinte Dr. Ermisch. 400.000 Mark hätte der SVC für die zweite Liga aufbringen müssen, unter 200.000 Mark sind jetzt in der Kasse, meinte Schatzmeister Uwe Törpe. Unverständlich für viele Anwesende, wie das Verhältnis von Erforderlichem und Tatsächlichem hier auseinanderklafft. Da kann man doch nicht nur von einem dezenteren Verhalten einiger Sponsoren gegenüber dem Verein sprechen.
Wolfgang Uhlmann rief danach Tagesordnungspunkt 2 auf. Ex-Präsident Gert Störmer gab ein Statement zu seinem Rücktritt ab. Nicht nur die Kenner der SVC-Szene merkten ihm an, wie schwer ihm die Worte fielen. Seit 1984 habe er sich für den Volleyball in Nordhausen engagiert. Mit dem jetzigen Schritt wollte er Schaden vom Verein und vor allem seiner Familie abwenden, selbst heute hätte er anonyme Anrufe bekommen. Über die Hintergründe, die ihm zu diesen Schritt bewogen hatten hielt er sich bedeckt, ich werde mich nicht auf dieses Niveau herablassen, so sein Kommentar. Aus einer Sicht von mehreren Tagen betrachtet sei der damalige Entschluß eine vernünftige Entscheidung für ihn und den Verein gewesen. Ob Gert Störmer nun noch Mitglied im Präsidium ist, wollte oder konnte an diesem Abend nicht geklärt werden. Einmal sagte das Präsidium Ja, dann wieder: Herr Störmer ist als Präsident gewählt worden und sei jetzt zurückgetreten!?! Der durch Funk und Fernsehen allseits bekannte Pressesprecher Uhlmann verlor ein einziges Mal den Versammlungsleiterton und rief plötzlich aus Herr Störmer ist zurückgetreten worden. Alle Klarheiten beseitigt.
Doch zurück zum Sport, der spielte nämlich im Hotel Zur Sonne auch eine Rolle. Es war der Part des Karl-Heinz Steglich. Mit 15 Mannschaften wird der SVC am Spielbetrieb teilnehmen, das Flaggschiff blockt und schmettert definitiv in der Regionalliga. Das Wort Aufstieg wurde übrigens auch mehrfach in den Mund genommen. Den Aufstieg fest im Blick haben wurde ausgerufen, mittelfristig ist nicht an Aufstieg zu denken, hieß es im Präsidium und auch langfristig könnte es in Nordhausen Bundesligaabstinenz geben, so die sportliche Wettervorhersage. Woher auch die erwähnten 400.000 Mark nehmen? Die Wirtschaft in und um Nordhausen wird sich in den kommenden Jahren nicht übermäßig erholen. Bleibt neben der Marketing-Kleinarbeit schließlich noch die Hoffnung auf einen neuen Präsidenten mit 100.000 Mark in der Tasche. Sekunden später wurde der Betrag nach unten geschraubt: Einer mit 50.000 Mark kann es auch sein! nnz wird weiter über die Pressekonferenz berichten.
Autor: psgKurz, knapp und knackig - mit dem charmanten Hauch einer Parteiversammlung - wurden durch den Pressesprecher des SVC, Wolfgang Uhlmann, nicht nur die Pressekonferenz eröffnet, sondern sogleich auch die vier Tagesordnungspunkte sowie die dazu gehörigen Referenten vorgestellt. Vizepräsident Dr. Volker Ermisch gab noch einmal Informationen zum Rückzug der 1. Männermannschaft aus der zweiten Bundesliga. Es waren sportliche und wirtschaftliche Gründe, welche das Präsidium dazu bewogen hätten. Eine Stunde später sollte diese Tat als äußerst professionell durch ein Präsidiumsmitglied eingeschätzt werden.
Acht Spieler seien dem Club weggelaufen. Fehlende lukrative Arbeitsplätze, keine entsprechenden Studiengänge an der Fachhochschule oder ganz einfach persönliche Gründe seien das Motiv der Recken gewesen. Zwar habe sich der Vorstand bemüht, diese Spieler zu halten, doch mehr als unbefriedigende wirtschaftliche Randbedingungen hätten die Präsidialen des SVC auch nicht liefern können. In dieser Spielklasse findet Sport ohne Geld nicht statt, meinte Dr. Ermisch. 400.000 Mark hätte der SVC für die zweite Liga aufbringen müssen, unter 200.000 Mark sind jetzt in der Kasse, meinte Schatzmeister Uwe Törpe. Unverständlich für viele Anwesende, wie das Verhältnis von Erforderlichem und Tatsächlichem hier auseinanderklafft. Da kann man doch nicht nur von einem dezenteren Verhalten einiger Sponsoren gegenüber dem Verein sprechen.
Wolfgang Uhlmann rief danach Tagesordnungspunkt 2 auf. Ex-Präsident Gert Störmer gab ein Statement zu seinem Rücktritt ab. Nicht nur die Kenner der SVC-Szene merkten ihm an, wie schwer ihm die Worte fielen. Seit 1984 habe er sich für den Volleyball in Nordhausen engagiert. Mit dem jetzigen Schritt wollte er Schaden vom Verein und vor allem seiner Familie abwenden, selbst heute hätte er anonyme Anrufe bekommen. Über die Hintergründe, die ihm zu diesen Schritt bewogen hatten hielt er sich bedeckt, ich werde mich nicht auf dieses Niveau herablassen, so sein Kommentar. Aus einer Sicht von mehreren Tagen betrachtet sei der damalige Entschluß eine vernünftige Entscheidung für ihn und den Verein gewesen. Ob Gert Störmer nun noch Mitglied im Präsidium ist, wollte oder konnte an diesem Abend nicht geklärt werden. Einmal sagte das Präsidium Ja, dann wieder: Herr Störmer ist als Präsident gewählt worden und sei jetzt zurückgetreten!?! Der durch Funk und Fernsehen allseits bekannte Pressesprecher Uhlmann verlor ein einziges Mal den Versammlungsleiterton und rief plötzlich aus Herr Störmer ist zurückgetreten worden. Alle Klarheiten beseitigt.
Doch zurück zum Sport, der spielte nämlich im Hotel Zur Sonne auch eine Rolle. Es war der Part des Karl-Heinz Steglich. Mit 15 Mannschaften wird der SVC am Spielbetrieb teilnehmen, das Flaggschiff blockt und schmettert definitiv in der Regionalliga. Das Wort Aufstieg wurde übrigens auch mehrfach in den Mund genommen. Den Aufstieg fest im Blick haben wurde ausgerufen, mittelfristig ist nicht an Aufstieg zu denken, hieß es im Präsidium und auch langfristig könnte es in Nordhausen Bundesligaabstinenz geben, so die sportliche Wettervorhersage. Woher auch die erwähnten 400.000 Mark nehmen? Die Wirtschaft in und um Nordhausen wird sich in den kommenden Jahren nicht übermäßig erholen. Bleibt neben der Marketing-Kleinarbeit schließlich noch die Hoffnung auf einen neuen Präsidenten mit 100.000 Mark in der Tasche. Sekunden später wurde der Betrag nach unten geschraubt: Einer mit 50.000 Mark kann es auch sein! nnz wird weiter über die Pressekonferenz berichten.
