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Landrat zum AKS Umbau

Wir können das schultern

Freitag, 24. August 2018, 14:00 Uhr
Der Umbau des Albert-Kuntz-Sportparkes bewegt weiter die Gemüter. Nachdem sich die Wacker-Fans am Mittwoch bereits Gehör verschafften, legte heute Vormittag Landrat Jendricke noch einmal nach. Aus Sicht des Kreises sei die Aufgabe realisierbar, die Ausschüsse des Kreises hätten zuletzt Zustimmung signalisiert. Die Stadt sei in der Handhabung ihrer Großprojekte derweil "nicht auf dem besten Weg"...

Umgebaute AKS Tribüne nach den Habau-Plänen (Foto: Habau Hoch- und Tiefbau GmbH) Umgebaute AKS Tribüne nach den Habau-Plänen (Foto: Habau Hoch- und Tiefbau GmbH)

Eigentlich hatte man am Vormittag in das Landratsamt geladen, um über den neuen "Südharzer Dampflok Steig" zu sprechen, Landrat Matthias Jendricke nutzte die Gelegenheit aber auch, um über die jüngsten Entwicklungen in Sachen Albert-Kuntz-Sportpark zu informieren.

Sowohl der Finanzausschuss als auch der Kreisentwicklungsausschuss hätten dem Vorhaben des Kreises zugestimmt, Voraussetzung sei freilich ein Kompromiss mit der Stadt Nordhausen in der Frage der Kreisumlage.

Man sehe sich in der Verpflichtung, die Fördermittel des Landes für die Region zu nutzen, erklärte Jendricke, letztlich würden alle Projekte mit Steuergeldern bezahlt und es sei nicht so, dass man das vorhandene Geld einfach für andere Zwecke umwidmen könne. Die 6,2 Millionen Euro, die das Land für den Umbau des AKS bereithält, sind an die Sportförderung gebunden, schaffe es die Region nicht diese Gelder zu nutzen, würden sie im Freistaat an anderer Stelle für ähnliche Projekte eingesetzt und gingen den Nordhäusern damit verloren, so der Tenor des Landrates.

Die aktuelle Förderung gehe zudem weit über das übliche Maß hinaus und man könne nicht damit rechnen, noch einmal solche Bedingungen geboten zu bekommen. "Hier steht auch unsere Glaubwürdigkeit als Region auf dem Spiel", sagt Jendricke, man müsse sich ernsthaft Sorgen machen, dass man in Erfurt nicht mehr ernst genommen werde. Das beträfe letztlich nicht nur den AKS, sondern auch zukünftige Großprojekte. Wenn sich in Erfurt erst einmal das Bild durchsetze, dass man es in Nordhausen "einfach nicht hinbekommt", dann könne man auch gegenüber einer etwaigen neuen Landesregierung in Zukunft keine Argumente mehr ins Feld führen.

Der Landrat zeigte sich zuversichtlich das der Kreistag zur seiner nächsten Sitzung am 4. September dem Votum der beiden Ausschüsse folgt und appeliert an die Stadträte es dem Kreisgremium einen Tag später zur Stadtratssitzung gleichzutun. "Wir können im Kreistag die Tür offen halten. Fällt dann keine Entscheidung, ist sie zu, wir haben keine zeitlichen Spielräume mehr." Da man als Kreis noch nicht zuständig sei, habe man auch noch keine weiteren Planungsschritte einleiten können, entsprechende planerische Vorarbeiten scheine es von Seiten der Stadt bisher nicht gegeben zu haben, kritisierte der Landrat.

Kritik übte Jendricke erneut auch am Projekt Feuerwehrneubau. Die Stadt sei hier "nicht auf dem besten Weg" und hätte bereits Fördergelder verspielt, indem man unvollständige Anträge an das Land gestellt habe. "Das sind viele Schritte, die von der Stadt nicht gemacht wurden. Stattdessen ist man gerade dabei, jedes zuständige Ministerium zu verärgern." Dabei sei das Land durchaus bereit zu helfen. So sei der Vorschlag des Landrates den Bau des AKS zu übernehmen nicht "an einem Wochenende" entstanden, sondern ein mit dem Landesverwaltungsamt abgestimmtes Verfahren. Beide Seiten hatten befürchten müssten, dass die Stadt wegen ihrer Haushaltslage und den Schwierigkeiten in der Projektsteuerung nicht in der Lage sein würde, das Projekt rechtzeitig umzusetzen. Das alles sei "im Wohlwollen" und im Sinne einer gestärkten Solidarität geschehen, unterstrich der Landrat, das Land sei aber auch daran interessiert, dass zuvor "Rechtsfrieden" in der Region hergestellt werde. Man müsse jetzt gemeinsam, nicht gegeneinander agieren.

Zum weiteren Bauverfahren hat man sich indes erste Gedanken gemacht, es sei möglich modular zu bauen und zunächst die Haupt- und die Nordtribüne anzupacken, erläuterte Landrat Jendricke. Die Kosten dafür lägen bei rund acht Millionen Euro, eine Aufwertung für die Drittligatauglichkeit sei danach immer noch möglich. Die jüngsten vom Rathaus in Auftrag gegebenen Studien hätten die Anforderungen zu hoch geschraubt. "Aus unserer Sicht ist das Vorhaben realisierbar, wir können das schultern", erklärte Jendricke.

Schon in der ersten Woche nach einem positiven Stadtratsbeschluss könne mit der Planung begonnen werden, ein Gespräch mit Infrastrukturministerin Birgit Keller zum Vergabeverfahren sei bereits für den darauffolgenden Tag anberaumt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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