Thüringer Gehörlosentag in Nordhausen
Gottes Wort für Gehörlose
Montag, 20. August 2018, 13:32 Uhr
Am Samstag konnte man vor der Nordhäuser Frauenbergkirche eine Gruppe von rund 60 Menschen treffen, die ruhig vor dem weit geöffneten Kirchenportal wartete. Doch nur scheinbar ruhig, denn wer genauer hinsah, erblickte eine Gruppe, die munter kommunizierte. Unterhalten wurde sich fröhlich in Gebärdensprache...
Aus Erfurt, Jena, Weimar, Dessau, Mühlhausen, Magdeburg und Nordhausen sind die Teilnehmer zum Thüringer Gehörlosentag 2018 angereist. Man spürte die quirlige Wiedersehensfreude der Wartenden. Gemeinsam mit Landesgehörlosenpfarrer Andreas Konrath sowie den Gehörlosenpfarrern Johannes Brehm aus Mühlhausen und Friedemann Büttner aus Nordhausen feierten sie ihren Gottesdienst in der Frauenbergkirche mit Tauferinnerung und Abendmahl.
Später genossen sie im St. Jakob-Haus einen Nachmittag mit Kulturprogramm. Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmer zwischen Stadtführung und gemeinsamem Basteln auswählen. Doch worauf auch immer die Wahl fiel, es gab viel zu erzählen.
Landesgehörlosenpfarrer Konrath berichtete, wie wichtig dieser Austausch in der größeren Gruppe sei. In ihren Gemeinden sitzen die Gehörlosen meist zu zehn bis zwölf Gläubigen beisammen.
Beim alljährlichen Treffen freuen sie sich, voneinander zu hören und sich als große Gemeinschaft zu empfinden. Da geht es ihnen nicht anders als jeder kleinen Gemeinde auf dem Dorf, erzählte Konrath schmunzelnd. Sein ansteckendes Lächeln verlor er nur einmal, als es um die Teilnehmerzahl ging. Er und auch die anderen Teilnehmer machen sich Sorgen um die Fehlenden. Normalerweise sind gut 100 Menschen auf der Liste. Doch sie werden altersbedingt weniger und auch die Hitze hat wohl so manchem zugesetzt. Konrath kennt sie alle und weiß, wer sonst immer gern dabei ist und auch weitere Wege in Kauf nimmt.
Bei einem Gehörlosen-Gottesdienst müssen übrigens andere Dinge beachtet werden als im üblichen Gemeindegottesdienst:
Regina Englert
Autor: redAus Erfurt, Jena, Weimar, Dessau, Mühlhausen, Magdeburg und Nordhausen sind die Teilnehmer zum Thüringer Gehörlosentag 2018 angereist. Man spürte die quirlige Wiedersehensfreude der Wartenden. Gemeinsam mit Landesgehörlosenpfarrer Andreas Konrath sowie den Gehörlosenpfarrern Johannes Brehm aus Mühlhausen und Friedemann Büttner aus Nordhausen feierten sie ihren Gottesdienst in der Frauenbergkirche mit Tauferinnerung und Abendmahl.
Später genossen sie im St. Jakob-Haus einen Nachmittag mit Kulturprogramm. Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmer zwischen Stadtführung und gemeinsamem Basteln auswählen. Doch worauf auch immer die Wahl fiel, es gab viel zu erzählen.
Landesgehörlosenpfarrer Konrath berichtete, wie wichtig dieser Austausch in der größeren Gruppe sei. In ihren Gemeinden sitzen die Gehörlosen meist zu zehn bis zwölf Gläubigen beisammen.
Beim alljährlichen Treffen freuen sie sich, voneinander zu hören und sich als große Gemeinschaft zu empfinden. Da geht es ihnen nicht anders als jeder kleinen Gemeinde auf dem Dorf, erzählte Konrath schmunzelnd. Sein ansteckendes Lächeln verlor er nur einmal, als es um die Teilnehmerzahl ging. Er und auch die anderen Teilnehmer machen sich Sorgen um die Fehlenden. Normalerweise sind gut 100 Menschen auf der Liste. Doch sie werden altersbedingt weniger und auch die Hitze hat wohl so manchem zugesetzt. Konrath kennt sie alle und weiß, wer sonst immer gern dabei ist und auch weitere Wege in Kauf nimmt.
Bei einem Gehörlosen-Gottesdienst müssen übrigens andere Dinge beachtet werden als im üblichen Gemeindegottesdienst:
- Das Orgelspiel und das Gesangbuch sind unwichtig. Die Leinwand mit den Texten und die Redner dürfen jedoch niemals verstellt sein. In der Frauenbergkirche war das Trio Die Stillen Rosen extra aus Magdeburg angereist, um einige Lieder zu gebärden. Ihre weißen Handschuhe erleichterten es auch den Gottesdienstbesuchern in der letzten Reihe den Text zu verstehen.
- Spricht jemand, der die Gebärdensprache nicht beherrscht, so wie Superintendent Schwarze bei seinem Grußwort, dann muss jemand dazu gebärden. Das geht nicht spontan, also müssen die Texte vorher zwischen Redner und Gebärdensprachendolmetscher abgesprochen werden.
- Die gebärdenden Pfarrer müssen die Texte für ihre Gottesdienste vollkommen schreiben. Die Grammatik ist eine andere, die Wortwahl muss deutlicher sein. Das konnte man in der Frauenbergkirche hören, da die Pfarrer ihre gebärdeten Worte mitsprachen.
- Vor allem aber dürfen die Seelsorger keine Angst vor ausdrucksstarker Mimik und Gestik haben. Nur sie ermöglicht, dass sie auch verstanden werden.
Regina Englert




