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Warten auf das Geld

Mittwoch, 19. Januar 2005, 09:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Wer Kindergeld bekommt, der erhält keine Almosen, sondern das ihm zustehende Geld. Nur bei der Familienkasse der Nordhäuser Arbeitsagentur scheint das etwas anders zu sein.


Phillip H. (Name geändert) bezog bis zum Ende des vergangenen Jahres Kindergeld für seinen Sohn. Im Januar blieb die Zahlung aus, obwohl Herr H. den Antrag für das Jahr 2005 ausgefüllt hatte und auch ergänzende Unterlagen abgegeben hatte. Herr H. hatte sich beeilt, schließlich bekam er die Aufforderung erst Ende des vergangenen Jahres von der Familienkasse zugeschickt. Und wie das in den deutschen Landen so ist, müssen da Fragebögen ausgefüllt,. Verdienstbescheinigungen und diverse Vordrucke herangeschafft werden. All das schaffte Herr H. heran, doch die Arbeitsbehörde, die jetzt nur noch mit Kunden statt Bürgern zu tun hat, die will sich einfach nicht beeilen.

Eine freundliche aber bestimmte Dame am Telefonservice in der Uferstraße in Nordhausen sagte, daß Herr H. sich gefälligst in Geduld üben müsse, schließlich würde die Bearbeitung seines Antrags sechs bis acht Wochen dauern. Auf die Frage des Herrn H. warum das so lange dauert und was er denn ohne Kindergeld machen soll, gab es natürlich auch eine Antwort: Er müsse wie alle anderen Kunden warten, bis sein Antrag erledigt sei. Das wäre nun mal so. Dann wurde das Gespräch „bestimmt“ beendet. Nun ist Herr H. nicht unbedingt zum Überleben auf die 154 Euro im Monat angewiesen, doch nach Informationen der nnz soll es tatsächlich auch im Landkreis Nordhausen Menschen geben, denen die fehlenden 154 Euro bitter weh tun.

Nur gut, daß diese Menschen jetzt Kunden sind und – immer schön der Reihe nach – abgearbeitet werden. Vermutlich von „Kindergeld-Fallmanagern“. Oder sind sind Herr H. und die anderen doch Empfänger von Almosen?
Autor: nnz

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