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Netzwerk will inklusive Angebote stärken

Bildung und Freizeit für alle

Mittwoch, 27. Juni 2018, 19:00 Uhr
Inklusion verbindet man meistens mit dem Unterricht an Schulen. Beim Jugendsozialwerk will man den Begriff von der anderen Seite aufrollen, Inklusion müsse aus der Gesellschaft heraus entstehen. Um das umzusetzen sucht man jetzt Partner...

Nordhausen soll inklusiver werden. An der Rothleimmühle ist das Thema nicht neu, das Jugendgästehaus hat sich Inklusion auf die Fahnen geschrieben, das Haus entsprechend angepasst, macht Angebote die sich für Menschen mit Einschränkungen aller Art eignen und schaut auch bei den Partnern in der Region, wo Barrieren bestehen.

Mit dem neuen Projekt "Bildung und Freizeit für Alle" will das Jugendsozialwerk nun noch einen Schritt weiter gehen, im Blick sollen nicht allein Menschen mit Behinderung stehen, sondern "die gleichberechtigte Beteiligung aller Menschen in Nordhausen". Man müsse den Begriff Inklusion von der gesellschaftlichen Seite her denken, meinte JuSoWe Chef Andreas Weigel, für den Großteil der Menschen spiele der inklusive Gedanke im Alltag keine Rolle. Damit der aber an anderer Stelle, also etwa in der Schule, greifen könne, müsse es auch eine gesellschaftliche Bewegung geben.

Entsprechend breit fasst das Jugendsozialwerk den Begriff, Barrierefreiheit, das bedeute nicht nur den Zugang für den Rollstuhlfahrer, erklärte Ines Gast. Denkbar sind auch Angebote in "leichter Sprache", etwa für Menschen mit Lese-Rechtschreibschwäche, mangelnder Beherrschung der Sprache und anderen Einschränkungen, oder die Begleitung durch Ehrenamtliche bei bestimmten Veranstaltungen.

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: v.l.: Andreas Weigel, Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel und der erste Beigeordnete des Kreises, Stefan Nüßle (Foto: Angelo Glashagel) Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: v.l.: Andreas Weigel, Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel und der erste Beigeordnete des Kreises, Stefan Nüßle (Foto: Angelo Glashagel)

Zum Teil gibt es solche Möglichkeiten schon, etwa in der Stadtbibliothek. Zentral zu finden sind sie hingegen nicht. Zusammen mit verschiedenen Partnern will das JuSoWe daher erst einmal die Strukturen vor Ort festigen und Partner finden, die sich miteinander vernetzen und gegenseitig bei Veranstaltungen und Aktionen helfen sollen, so sieht es auch die Förderung durch die "Aktion Mensch" vor, welche die nötigen finanziellen Mittel bereitstellt. Als Partner konnten heute die schon erwähnte Stadtbibliothek und der Landkreis gewonnen werden, auch das Radio Enno ist schon dabei, andere Akteure, wie der Verein Horizont sollen bald folgen. Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit soll neben gestärkten Netzwerkstrukturen auch eine übersichtliche Sammlung aller vorhandenen Möglichkeiten und Angebote stehen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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