Vierte Zukunftswerkstatt beendet
Kirche in Bewegung
Sonntag, 24. Juni 2018, 09:00 Uhr
Die Gemeinden der Pfarrbereiche Bleicherode, Niedergebra, Sollstedt, Wipperdorf und Teile Lipprechterodes trafen sich am Samstag zur vorläufig letzten regionalen Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises Südharz...
Kirche in Bewegung (Foto: R. Englert)
Begleitet von Dr. Michael Funke von Die Beraterwerkstatt Leipzig diskutierten die Teilnehmer munter bis zum Nachmittag in der Kapelle des St. Marien-Hospitals Bleicherode. Unter den Diskutierenden auch der Bleicheröder Bürgermeister Frank Rostek und Buhlas Ortsteilbürgermeister Rüdiger Wetterau.
Besonders die Gemeinden des nur noch bis zum Ende des Jahres bestehenden Pfarrbereichs Lipprechterode konnten sich an diesem Tag ihren zukünftigen Pfarrbereichen in intensiven Gesprächen annähern. Die Kirchengemeinden Ascherode, Bernterode und Buhla werden ab dem neuen Jahr in die Pfarrstelle Sollstedt eingegliedert. Das Kirchspiel Lipprechterode mit Kraja, Lipprechterode und Kleinbodungen geht zur Pfarrstelle Bleicherode. Haynrode und Wallrode gehören dann zur Pfarrstelle Großbodungen. Das angenehme Miteinander, dass von allen Teilnehmern am Ende des Tages gelobt wurde, ist ein wohltuender Schritt auf diesem gemeinsamen Weg.
Was sind die Themen, die dieser Region besonders am Herzen liegen?
Unter der Überschrift lebendige Gemeinde wollte Ulrike Patzelt aus Großwenden gern in größerer Runde überprüfen, ob die Möglichkeit Gemeindegruppen wie Senioren, Kinderstundenkinder und musikalische Gruppen regional in Gottesdiensten zu vereinen, realistisch ist. Im Ergebnis sollen so die Generationen mehr voneinander wissen und ein größeres Gemeinschaftsgefühl geweckt werden. Konkret entstand die Idee eines Regional-Nachmittags.
Dazu müsste keine neue Veranstaltung erfunden, sondern ein ansonsten regionaler Gottesdienst wie zu Himmelfahrt, zu Pfingsten oder zum Johannisfest erweitert werden. Da dieser Vorschlag einer aufwendigeren Vorbereitung bedarf, bespricht man ihn nun zunächst in den Regionalkonventen (Treffen der Pfarrer, Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker einer Region).
Pfarrer Halver aus Niedergebra forderte Raus aus der Sitzkultur – Kirche in Bewegung. Und die Ideen der Gruppe waren wahrlich mobil und aktiv. Veranstaltungen wie: Gottesdienst auf dem Fußballplatz, Gemeindewanderungen, Radpilgern, zu Gast in Nachbars Garten, Mensch und Tier gemeinsam unterwegs, ein Tanzabend mit Live-Musik oder christliches Yoga in der Kirche, eine Jogginggruppe oder Gemeindegymnastik präsentierte er später in großer Runde. Aber auch soziales Engagement war dabei, wie ein Kirchen-Taxi, das älteren Menschen bei den Einkäufen auf dem Land hilft; Eltern unterstützt, die ihre Kinder vielleicht aus einem Notfall heraus nicht aus dem Kindergarten abholen können oder auch der Transport zu kirchlichen Veranstaltungen.
Präses Dr. Uwe Krieger diskutierte mit seinem Team das Thema Regionalpfarrämter. Hier arbeiten im Idealfall mehrere Pfarrer in einer Region ganz nach ihren Begabungen zusammen. Der eine kann besser mit Konfirmanden arbeiten, dem nächsten liegt die Ausgestaltung von Taufen besonders. Ein jeder an seinem Platz, niemand müsste mehr alles machen. Ein Manager wäre für die Verwaltung zuständig, die Pfarrer könnten sich auf die Seelsorge konzentrieren. Dieses Thema wurde sehr kontrovers diskutiert. Zunächst sollen die Ergebnisse aus dem Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen ausgewertet werden, der diese Form bereits praktiziert. Zum anderen regte Superintendent Andreas Schwarze an, wolle man demnächst im Pfarrkonvent (Treffen aller Pfarrer des Kirchenkreises) besprechen, was genau für einen Pfarrer an Verwaltungsarbeit anfällt, was delegiert werden kann. Kreiskantorin Margarita Yeromina brachte gleich zwei Themen ein, die ihr wichtig waren. Zum Thema Musikalische Gruppen bat sie die Gemeinden, ihr alle im Kirchenkreis aktiven Musiker und kirchenmusikalischen Gruppen zu mailen. Mit Hilfe dieser Übersicht erkenne sie die Bedürfnisse der einzelnen Gemeinden ebenso wie ihre Leistungsfähigkeit.
Ihr zweites Thema war die Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig war Yeromina hier eine Professionalisierung, beispielsweise beim Thema Plakatgestaltung. In der Masse von Veranstaltungsplakaten dürften die Plakate der Kirche nicht durch zusammengebastelte Kopien auffallen, dazu seien sie zu hochkarätig. Um die Öffentlichkeitsarbeit noch weiter auszubauen, empfahl Superintendent Schwarze den Gemeinden im Bedarfsfall ihre Veranstaltungen an die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Regina Englert, zu senden. Von dort gehen sie an Presse, Funk und Fernsehen. Der brandneue KirchenSommer-Flyer schaffte es auf diesem Weg in den MDR.
Jugendreferent Simon Roppel brachte das Thema Gemeinde anders ein. Als Ergebnis wurde überlegt, einen sogenannten Vermittler einzustellen, der die Möglichkeiten der Gemeinden einer Musterregion ausloten soll. Lektorin Roswitha Böck ermunterte dazu ruhig einmal Neues auszuprobieren und berichtete dabei von ihren Erfahrungen. Manchmal glaube man nur treue Gottesdienstbesucher mit neuen Gottesdienstformen zu verlieren. Das Beispiel Familien-Kirche in Bleicherode zeigt das genaue Gegenteil. Dieser Gottesdienst begeistert alle Generationen und lädt Kinder, Eltern und Großeltern ein, gemeinsam aktiv Bibelgeschichten zu erleben.
Als erstes Projekt des Tages setzen die Gemeinden des Pfarrbereichs Niedergebra noch diesen Sommer die Veranstaltung Zu Besuch in Nachbars Garten um. Sie soll Gemeindemitglieder und Freunde wöchentlich in den Garten eines Gastgebers einladen. Jeder könnte zu einem kleinen gemeinsamen Essen beitragen. Ein Abend, bei dem die guten Gespräche und Ideen der Zukunftswerkstatt in entspannter Atmosphäre weiter entwickelt werden könnten.
Auch der Ausschuss Zukunftswerkstatt trifft sich gleich zu Beginn der nächsten Woche, um auszuloten, wie es nun in den Gemeinden weitergehen kann. Wichtig vor allem, dass Gemeinden, die nicht an der Zukunftswerkstatt teilnahmen nicht aus dem Blick geraten. Wenn die einen fröhlich voranschreiten und die anderen lieber im Gewohnten verharren, wird das Gefälle zwischen den Gemeinden nur unnötig vergrößert. Dies gilt es mit neuen Angeboten zu verhindern.
Regina Englert
Autor: red
Kirche in Bewegung (Foto: R. Englert)
Begleitet von Dr. Michael Funke von Die Beraterwerkstatt Leipzig diskutierten die Teilnehmer munter bis zum Nachmittag in der Kapelle des St. Marien-Hospitals Bleicherode. Unter den Diskutierenden auch der Bleicheröder Bürgermeister Frank Rostek und Buhlas Ortsteilbürgermeister Rüdiger Wetterau.
Besonders die Gemeinden des nur noch bis zum Ende des Jahres bestehenden Pfarrbereichs Lipprechterode konnten sich an diesem Tag ihren zukünftigen Pfarrbereichen in intensiven Gesprächen annähern. Die Kirchengemeinden Ascherode, Bernterode und Buhla werden ab dem neuen Jahr in die Pfarrstelle Sollstedt eingegliedert. Das Kirchspiel Lipprechterode mit Kraja, Lipprechterode und Kleinbodungen geht zur Pfarrstelle Bleicherode. Haynrode und Wallrode gehören dann zur Pfarrstelle Großbodungen. Das angenehme Miteinander, dass von allen Teilnehmern am Ende des Tages gelobt wurde, ist ein wohltuender Schritt auf diesem gemeinsamen Weg.
Was sind die Themen, die dieser Region besonders am Herzen liegen?
Unter der Überschrift lebendige Gemeinde wollte Ulrike Patzelt aus Großwenden gern in größerer Runde überprüfen, ob die Möglichkeit Gemeindegruppen wie Senioren, Kinderstundenkinder und musikalische Gruppen regional in Gottesdiensten zu vereinen, realistisch ist. Im Ergebnis sollen so die Generationen mehr voneinander wissen und ein größeres Gemeinschaftsgefühl geweckt werden. Konkret entstand die Idee eines Regional-Nachmittags.
Dazu müsste keine neue Veranstaltung erfunden, sondern ein ansonsten regionaler Gottesdienst wie zu Himmelfahrt, zu Pfingsten oder zum Johannisfest erweitert werden. Da dieser Vorschlag einer aufwendigeren Vorbereitung bedarf, bespricht man ihn nun zunächst in den Regionalkonventen (Treffen der Pfarrer, Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker einer Region).
Pfarrer Halver aus Niedergebra forderte Raus aus der Sitzkultur – Kirche in Bewegung. Und die Ideen der Gruppe waren wahrlich mobil und aktiv. Veranstaltungen wie: Gottesdienst auf dem Fußballplatz, Gemeindewanderungen, Radpilgern, zu Gast in Nachbars Garten, Mensch und Tier gemeinsam unterwegs, ein Tanzabend mit Live-Musik oder christliches Yoga in der Kirche, eine Jogginggruppe oder Gemeindegymnastik präsentierte er später in großer Runde. Aber auch soziales Engagement war dabei, wie ein Kirchen-Taxi, das älteren Menschen bei den Einkäufen auf dem Land hilft; Eltern unterstützt, die ihre Kinder vielleicht aus einem Notfall heraus nicht aus dem Kindergarten abholen können oder auch der Transport zu kirchlichen Veranstaltungen.
Präses Dr. Uwe Krieger diskutierte mit seinem Team das Thema Regionalpfarrämter. Hier arbeiten im Idealfall mehrere Pfarrer in einer Region ganz nach ihren Begabungen zusammen. Der eine kann besser mit Konfirmanden arbeiten, dem nächsten liegt die Ausgestaltung von Taufen besonders. Ein jeder an seinem Platz, niemand müsste mehr alles machen. Ein Manager wäre für die Verwaltung zuständig, die Pfarrer könnten sich auf die Seelsorge konzentrieren. Dieses Thema wurde sehr kontrovers diskutiert. Zunächst sollen die Ergebnisse aus dem Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen ausgewertet werden, der diese Form bereits praktiziert. Zum anderen regte Superintendent Andreas Schwarze an, wolle man demnächst im Pfarrkonvent (Treffen aller Pfarrer des Kirchenkreises) besprechen, was genau für einen Pfarrer an Verwaltungsarbeit anfällt, was delegiert werden kann. Kreiskantorin Margarita Yeromina brachte gleich zwei Themen ein, die ihr wichtig waren. Zum Thema Musikalische Gruppen bat sie die Gemeinden, ihr alle im Kirchenkreis aktiven Musiker und kirchenmusikalischen Gruppen zu mailen. Mit Hilfe dieser Übersicht erkenne sie die Bedürfnisse der einzelnen Gemeinden ebenso wie ihre Leistungsfähigkeit.
Ihr zweites Thema war die Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig war Yeromina hier eine Professionalisierung, beispielsweise beim Thema Plakatgestaltung. In der Masse von Veranstaltungsplakaten dürften die Plakate der Kirche nicht durch zusammengebastelte Kopien auffallen, dazu seien sie zu hochkarätig. Um die Öffentlichkeitsarbeit noch weiter auszubauen, empfahl Superintendent Schwarze den Gemeinden im Bedarfsfall ihre Veranstaltungen an die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Regina Englert, zu senden. Von dort gehen sie an Presse, Funk und Fernsehen. Der brandneue KirchenSommer-Flyer schaffte es auf diesem Weg in den MDR.
Jugendreferent Simon Roppel brachte das Thema Gemeinde anders ein. Als Ergebnis wurde überlegt, einen sogenannten Vermittler einzustellen, der die Möglichkeiten der Gemeinden einer Musterregion ausloten soll. Lektorin Roswitha Böck ermunterte dazu ruhig einmal Neues auszuprobieren und berichtete dabei von ihren Erfahrungen. Manchmal glaube man nur treue Gottesdienstbesucher mit neuen Gottesdienstformen zu verlieren. Das Beispiel Familien-Kirche in Bleicherode zeigt das genaue Gegenteil. Dieser Gottesdienst begeistert alle Generationen und lädt Kinder, Eltern und Großeltern ein, gemeinsam aktiv Bibelgeschichten zu erleben.
Als erstes Projekt des Tages setzen die Gemeinden des Pfarrbereichs Niedergebra noch diesen Sommer die Veranstaltung Zu Besuch in Nachbars Garten um. Sie soll Gemeindemitglieder und Freunde wöchentlich in den Garten eines Gastgebers einladen. Jeder könnte zu einem kleinen gemeinsamen Essen beitragen. Ein Abend, bei dem die guten Gespräche und Ideen der Zukunftswerkstatt in entspannter Atmosphäre weiter entwickelt werden könnten.
Auch der Ausschuss Zukunftswerkstatt trifft sich gleich zu Beginn der nächsten Woche, um auszuloten, wie es nun in den Gemeinden weitergehen kann. Wichtig vor allem, dass Gemeinden, die nicht an der Zukunftswerkstatt teilnahmen nicht aus dem Blick geraten. Wenn die einen fröhlich voranschreiten und die anderen lieber im Gewohnten verharren, wird das Gefälle zwischen den Gemeinden nur unnötig vergrößert. Dies gilt es mit neuen Angeboten zu verhindern.
Regina Englert



