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Gefährliches Niesen

Dienstag, 11. Januar 2005, 10:19 Uhr
Nordhausen (nnz). Allein in Deutschland erkranken jährlich - vor allem in der kalten Jahreszeit - 700 bis 800 Menschen an der bakteriellen Hirnhautentzündung. Die Sterblichkeitsrate ist mit 10 Prozent hoch, weitere 20 Prozent der Patienten tragen bleibende Schäden davon. Ab heute informiert eine Ausstellung im Landratsamt...


Übertragen werden die Meningokokken durch Niesen, Husten oder Küssen, denn sie leben im Nasen-Rachen-Raum der Menschen. Im Durchschnitt tragen 12 Millionen Deutsche diese Erreger in sich, ohne daran zu erkranken. Das sind 10 bis 12 Prozent der Bevölkerung. Solche „Keimträger“ können ahnungslos die Bakterien weitergeben. Die Krankheit beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. Das macht es oft schwer, die richtige Diagnose zu stellen, bevor die Alarmsignale einer Meningitis zu bemerken sind: Lichtscheu, starke Kopfschmerzen, hohes Fieber und Nackensteifigkeit. Bei ersten Anzeichen der Erkrankung sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, da eine möglichst frühzeitige Antibiotikagabe erfolgen muss.

Untersuchungen des Nationalen Referenzzentrums für Meningokokken haben ergeben, dass 75 Prozent aller Meningokokken-Erkrankungen bis zum 19.Lebensjahr auftreten. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann das soziale Verhalten der Umwelt (Küssen und Liebkosen) die Übertragung begünstigen. Bei Teenagern können große Menschen-Ansammlungen wie bei Disco-Besuchen oder Rock-Konzerten und natürlich das Küssen eine wichtige Rolle bei der Begünstigung einer Infektion mit Meningokokken spielen.

Bei den Meningokokken sind mehrere Serogruppen zu unterscheiden, wobei sowohl in Thüringen als auch bundesweit fast ausschließlich die Serogruppe B und die Serogruppe C Hirnhautentzündungen verursachen. In Thüringen werden ca. 20 - 30 Prozent der Hirnhautentzündungen durch den Serotyp C verursacht. Gegen den Erreger der Gruppe C bietet eine Impfung einen sicheren Schutz, mit der bereits Säuglinge ab dem 2. Monat geimpft werden können, während es gegen Meningokokken der Gruppe B weltweit noch keinen wirksamen Impfstoff gibt. Aber auch bei geplanten Urlaubsreisen spielt die Impfung gegen Meningokokken C eine große Rolle. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Reisenden in Länder mit Impfempfehlung gegen Meningokokken C, z.B. England, Spanien, Griechenland, Irland, Regionen in Frankreich und Belgien, Schottland diese Impfung. So sollten besonders Schulklassen und alle, die einen längeren Aufenthalt in diesen Ländern planen, gegen Meningitis C geschützt sein.

Eine Wanderausstellung zum Thema „Meningokokken“, den Erregern der bakteriellen Hirnhautentzündung, wird bis zum 31. Januar 2005 im Foyer des Landratsamtes in der Behringstraße während der Öffnungszeiten zu sehen sein. Weitere Auskünfte zur Meningitis C-Impfung erteilt Frau Duderstadt vom FB Gesundheit des Landratsamtes Nordhausen, Behringstraße 3, 99734 Nordhausen, Zi. 156, Tel. 03631/911186.
Autor: nnz

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