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Leistungsträger müssen anführen

Samstag, 01. September 2001, 10:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute müssen die Jungs der 1. Männermannschaft von Wacker Nordhausen vor heimischer Kulisse gegen Pößneck spielen. Wiedergutmachung für die Blamage gegen Jenaer Glas ist angesagt und wird von den treuen Fans auch erwartet. nnz-Mitarbeiter unterhielt sich mit dem sportlichen Leiter des Vereins, Jörg Weißhaupt.


nnz: Jörg, worin siehst Du die Schwerpunkte Deiner Arbeit als sportlicher Leiter bei Wacker 90?

Jörg Weißhaupt: Ich bin verantwortlich für Organisation des gesamten sportlichen Bereiches, von den F-Junioren bis zur 1. Mannschaft. Im Nachwuchs arbeitet ich eng mit Dirk Fuhrmann, der als Nachwuchsleiter eingesetzt ist, zusammen. Wir werden uns verstärkt der Talentsuche an den Schulen widmen. Wir brauchen einen guten Nachwuchs, schließlich müssen aus diesem Bereich die zukünftigen Spieler für die 1. Mannschaft kommen. Andere Möglichkeiten gibt es für uns in absehbarer Zeit nicht. Des weiteren gilt es, den Verbleib in der Landesliga zu schaffen. Und da, das haben die Zuschauer bei den letzten Spielen gesehen, gibt es noch sehr viel zu tun.

nnz: Diese Zielstellung zu Erreichen wird sicher sehr schwer werden, oder?

Jörg Weißhaupt: Wacker 90 Nordhausen hat in den zurückliegenden Jahren viel von seinem Image verloren. Das bekommen wir jetzt sehr deutlich zu spüren. Viele Sponsoren sind abgesprungen, das schlägt sich natürlich im wirtschaftlichen Bereich und nicht zuletzt auch auf den sportlichen nieder. Erfahrene Spieler können wir nicht holen, weil eben die finanzielle Basis und auch Arbeitsplätze fehlen. Das sind alles Probleme, mit denen wir uns hier auseinandersetzen müssen, die der Zuschauer auf den Rängen nicht sieht.

nnz: Wie stehen die Chancen, die Klasse zu halten?

Jörg Weißhaupt: Wie schwer das für die 1. Mannschaft wird, hat bereits das erste Spiel gezeigt. Wir können nur Klassenerhalt schaffen, wenn jeder Spieler voll seine Leistung bringt. Dabei lastet eine große Verantwortung auf den gestandenen Spielern. Sie müssen die jüngeren Leute führen, natürlich unter der Voraussetzung, daß sie erst einmal mit gutem Beispiel vorneweg gehen. Aber das war leider bei einigen in dem Pokalspiel gegen Treffurt und im ersten Punktspiel gegen Jena nicht der Fall. Es hat mich schon enttäuscht, daß manche nicht das gebracht haben, was man von ihnen einfach erwarten kann und muß. Von den Jüngeren kann ich noch nicht so viel verlangen, daß sind teilweise Spieler, die wir für die 2. Mannschaft geholt haben und die jetzt in der Landesliga schon Farbe bekennen müssen.

nnz: Gibt es eine Erklärung für die desolaten Leistungen im ersten Spiel?

Jörg Weißhaupt: Die gesamte Mannschaft hat unter ihrem Leistungsniveau gespielt. Es fehlte einfach an den einfachsten Dingen, von der Führungsrolle der gestandenen Spieler einmal ganz abgesehen. Das mag einerseits an der Nervosität gelegen haben, vielleicht wurde auch der Gegner unterschätzt. Auf alle fälle darf sich das nicht wiederholen, sonst bekommen wir große Schwierigkeiten, unsere Zielstellung zu erreichen. Da appelliere ich ganz dringend an die gestandenen Spieler. Die jungen Leute müssen sich erst einmal an das Niveau der Landesliga gewöhnen, denen muß man einfach Fehler zugestehen. Aber ich bin froh, daß diese jungen, ehrgeizigen Spieler zu uns gekommen sind.

nnz: Welchen Eindruck machen die beiden Neuzugänge Kulbacki und Sugareishvilli?

Jörg Weißhaupt: Kulbacki habe ich schon mehrfach beobachten können. Er hat fußballerisch sehr gute Ansätze. Der 18jährige Georgier Sugareishvilli ist technisch sehr versiert. Man darf natürlich von beiden keine Wunderdinge verlangen, aber ich bin davon überzeugt, daß sie für unsere Mannschaft im offensiven Mittelfeld eine echte Verstärkung darstellen.

nnz: Mit welchen Erwartungen geht ihr am Wochenende in das Spiel gegen Pößneck?

Jörg Weißhaupt: Pößneck ist eine gestandene Landesliga-Mannschaft, die in den letzten Jahren fast immer Zweiterden zweiten Tabellenplatz belegt haben. Die Elf wird auch in diesem Jahr wieder Anlauf nehmen. um den Aufstieg zu schaffen. Es wird für uns ein ganzes schweres Spiel, aber ich bin davon überzeugt, wenn jeder - vom ersten bis zum lezten Spieler - das bringt, wozu er in der Lage ist, daß wir ein gutes Ergebnis erzielen werden.

nnz: Herr Weißhaupt, wir bedanken uns für dieses Gespräch.
Autor: nnz

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