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Noch ein Tausender

Dienstag, 04. Januar 2005, 11:49 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte im vergangenen Jahr unter anderem über die Erweiterung der Verkaufsflächen in Nordhausen berichtet. An einem konkreten Beispiel soll auch aufgezeigt werden, daß die Stadt Nordhausen oftmals machtlos den Expansionsbestrebungen der Giganten ausgeliefert ist.

Noch ein Tausender (Foto: nnz) Noch ein Tausender (Foto: nnz)


Es waren einst die Nahversorgermärkte, die so genannten „700er“, gegen die Stadt Nordhausen kaum etwas machen konnte. Seit einigen Monaten ist diese Grenze der Verkaufsfläche nach oben verschoben worden. Vornehmlich ist es die Lidl-Gruppe, die dabei in Blickfeld gerät. Der Markt am Platz der Gewerkschaften war zwar von der Stadt Nordhausen mit 700 Quadratmetern genehmigt worden, tatsächlich baute Lidl dort einen Markt mit 300 Quadratmeter zusätzlicher Fläche. Baurechtlich konnte die Stadtverwaltung kaum etwas dagegen unternehmen, denn das novellierte Gesetz läßt eine solche Größe zu, wenn sich in der Nähe bereits ein weiterer großer Markt befindet, in diesem Fall ist das Herkules in der Südharz-Galerie.

Jetzt schlägt Lidl wieder zu – in der Zorgestraße entsteht ein weiterer „Tausender“. Hier hatte die Stadt ebenfalls keine Handlungsmöglichkeit, denn wie Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse der nnz sagte, befinde sich diese Marktgröße in Übereinstimmung mit dem Einzelhandelsgutachten für die Stadt, auch habe eine nochmalige Überprüfung keine negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Innenstadt erkennen lassen. Die Stadtverwaltung habe zwar in einer Stellungnahme deutlich gemacht, daß gerade in diesem Stadtgebiet die Einwohnerzahlen zurückgegangen seien und weiter zurückgehen, doch das störte die Strategen des Discunter überhaupt nicht. Je größer desto besser – so die Devise.

Während der neue Markt im Rohbau schon fast fertig ist, wird direkt an der Zorgestraße/Ecke Hallesche Straße noch planiert. Hier wird der Parkplatz entstehen. Etwas „komisch“ aus städtebaulicher Sicht, denn die Stadt Nordhausen hätte sich den Markt vorn und den Parkplatz dahinter gewünscht. Doch die Kaufrausch-Psychologie geht seltsame Wege. Wenn die Kunden sehen, daß es genügend Parkplätze gebe, dann würden die dort auch hinfahren und: natürlich einkaufen.
Autor: nnz

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