Zwei auf einen Streich
Dienstag, 04. Januar 2005, 10:49 Uhr
Zwei auf einen Streich (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Es war vermutlich die letzte Amtshandlung des neuen Rektors der Nordhäuser Fachhochschule im alten Jahr: Prof. Wagner überreichte zwei neuen Professoren ihre Ernennungsurkunden. Seit langem gibt es nun wieder weiblichen Zuwachs im Kollegenkreis. nnz stellt die Neuen in Wort und Bild vor.Prof. Dr. Maria Borcsa verstärkt die Fachhochschule Nordhausen. Sie wird die Professur für Klinische Psychologie im Studiengang Gesundheits- und Sozialwesen übernehmen. Maria Borcsa, geboren 1967 in Brasov (Rumänien), kam 1974 mit ihren ungarischen Eltern nach Deutschland, wo sie in der Pfalz aufwuchs. Nach ihrem Abitur nahm sie 1986 das Studium der Psychologie, Philosophie und Soziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz auf, welches sie ab 1989 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Strasbourg fortsetzte. Im Jahr 1993 erwarb sie in Freiburg das Diplom in Psychologie. Gleich nach ihrem Diplom war Frau Prof. Borcsa als wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungsprojekten der Universität Freiburg beschäftigt. Ihre Promotion mit dem Titel Selbstthematisierung als Alterität.
Identitätskonstruktionen blinder Menschen aus drei Generationen: Eine rekonstruktive Analyse. konnte sie im Jahr 2001 erfolgreich abschließen. In dieser Arbeit interviewte sie drei Altersgruppen (im Alter von 70, 50 und 30 Jahren) von Geburt an blinder Menschen. Sie ging dabei der Frage nach, wie sich Veränderungen in der Gesellschaft auf die Identität der behinderten Gesprächspartner niederschlagen.
Seit Jahresende hat der Studiengang Gesundheits- und Sozialwesen weitere Verstärkung erhalten: Mit Prof. Dr. Armin Sohns ist nun auch der Studienschwerpunkt Heilpädagogik durch eine eigene Professur vertreten. Mit Professor Sohns (Jahrgang 1959) kommt eine erfahrene und ausgewiesene Persönlichkeit nach Nordhausen, die zuvor bereits sechs Jahre lang als Professor in Neubrandenburg tätig war. Davor sammelte er als Pädagoge und Einrichtungsleiter in Hessen und Niedersachsen zwölf Jahre lang praktische Erfahrungen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Frühförderung von entwicklungsgefährdeten Kindern und ihren Familien. Kontakte zu Thüringen hat er durch seine Mitarbeit am Landespflegegesetz, für das er für die Freie Wohlfahrtspflege verhandelte.
Ausgebildet ist Prof. Sohns als Diplom-Pädagoge und Diplom-Politologe. Seit 1998 bildete er an der Fachhochschule Neubrandenburg als Professor für Sozial- und Behindertenpädagogik Diplom-Sozialpädagogen aus, vor allem eingebettet in den Studienschwerpunkten Arbeit mit Behinderten und Arbeit in sozialen Brennpunkten. Auch international hat er sich in den letzten fünf Jahren durch ca. 20 Publikationen im Bereich der Frühförderung profiliert. Sein im Oktober 2000 erschienenes Buch Frühförderung entwicklungsauffälliger Kinder in Deutschland gilt als eines der zentralen Grundlagenwerke der deutschen Frühförderung. Geprägt durch seine Schulzeit im grenznahen Saarland und zweimalige Schulaufenthalte in den USA, hat Prof. Sohns ein besonderes Augenmerk auf internationale Kontakte gelegt.
Von Neubrandenburg aus hat er am Hochschulaustausch mit Belgien und Frankreich mitgewirkt; in England hat er eine Kooperation mit der renommierten Universität Worcester initiiert. Dort fungiert er ebenso wie im deutschsprachigen Belgien als wissenschaftlicher Berater.
Ferner wirkt er - gemeinsam mit Kooperationspartnern in Österreich - an zwei EU-Projekten mit: dem Daphne-Projekt Prevention of violence in young children und dem Leonardo da Vinci-Projekt European quality management for professionals working with persons with disability”. Er vertritt die deutsche Frühförderung in der internationalen Vereinigung EurlyAid – Kontakte, die er auch in Nordhausen fortführen wird.
