Südharzwerke erweitern Bioabfallanlage
Mehr Platz für grüne Energieträger
Dienstag, 29. Mai 2018, 12:41 Uhr
Auf den Hügeln über Nordhausen hat man Platz geschaffen. Platz für Müll. Der muss nicht für immer rumliegen, besonders nicht wenn es sich um Grün- oder Bioabfall handelt. Die Südharzwerke haben jetzt ihre Anlage zur Behandlung von Bioabfall erweitert. Im nächsten Schritt soll aus den Pflanzenresten Energie gewonnen werden...
Seit der Abschaffung der Brenntage durch den Freistaat Thüringen stapelt sich der Bioabfall im Landkreis, die örtliche Anlage zur Bioabfallvergärung war zuletzt bei einer Kapazität von 16.500 Tonnen zu klein geworden. Getrieben wird die Entwicklung auch vom Grünabfall, in 2017 stieg das Jahresaufkommen von 4.200 Tonnen auf über 6.000 Tonnen.
Für Landrat Matthias Jendricke zeigt die Entwicklung auch den Erfolg der Grünabfallkarte. Die hatte man nach dem Ende der Brenntage eingeführt um der neuen Situation Herr zu werden. Konnten Inhaber der Karte Anfangs ihren Grünabfall nur auf dem Betriebshof der Stadtwerke abgeben, gibt es inzwischen 14 Stationen im ganzen Kreis. 15 Euro kostet die Karte im Jahr, seit neuestem gibt es auf Wunsch einen Anhänger voll Kompost dazu.
Der entsteht aus dem, was bei den Südharzwerken abgeliefert wird. Fast 5.000 Tonnen reiner Grünabfall kommen jährlich zusammen, berichtet Thomas Mund, Geschäftsführer der Südharzwerke. Um die Grünabfallkompostierung auszubauen ließen der Landkreis und die Stadt Nordhausen deswegen jetzt die Erweiterung für die Verarbeitungsanlage bauen. Kostenpunkt: rund 400.000 Euro.
v.l.: Landrat Matthias Jendricke, Geschäftsführer Thomas Mund, Oberbürgermeister Kai Buchmann (Foto: Angelo Glashagel)
2000 zusätzliche Tonnen Grünabfall sollen hier der "stofflichen Verwertung" zugeführt werden. Anders als beim Bioabfall aus dem Haushalt ist der Grünabfall frei von Plastikrückständen und andere Industrieresten und damit leichter zu verarbeiten. Nach Anlieferung wird das Material "hygieniesiert". Das heißt: schreddern, immer wieder "umsetzen" und schließlich absieben. Heraus kommt natürlicher Dünger, mit dem man inzwischen entweder Landwirte und Bio-Bauern beliefere, oder an die Inhaber der Grünabfallkarte abgebe, erklärte Geschäftsführer Mund.
Mit dem sogenannten "Siebüberlauf", also vor allem Holzreste die langsamer kompostieren als andere Bestandteile, konnte man bisher nichts anfangen. Das soll sich bald ändern, die Erweiterung der Anlage sei der erste Schritt hin zu einer tatsächlichen Kreislaufwirtschaft, meinte Thomas Mund. Im kommenden Jahr soll nahe dem Betriebsgelände der Stadtwerke ein Biomasseheizkraftwerk gebaut werden, das allein mit dem Siebüberlauf betrieben werden soll und ein ganzes Stadtgebiet mit natürlich gewonnener Wärme versorgen könnte.
Angelo Glashagel
Autor: redSeit der Abschaffung der Brenntage durch den Freistaat Thüringen stapelt sich der Bioabfall im Landkreis, die örtliche Anlage zur Bioabfallvergärung war zuletzt bei einer Kapazität von 16.500 Tonnen zu klein geworden. Getrieben wird die Entwicklung auch vom Grünabfall, in 2017 stieg das Jahresaufkommen von 4.200 Tonnen auf über 6.000 Tonnen.
Für Landrat Matthias Jendricke zeigt die Entwicklung auch den Erfolg der Grünabfallkarte. Die hatte man nach dem Ende der Brenntage eingeführt um der neuen Situation Herr zu werden. Konnten Inhaber der Karte Anfangs ihren Grünabfall nur auf dem Betriebshof der Stadtwerke abgeben, gibt es inzwischen 14 Stationen im ganzen Kreis. 15 Euro kostet die Karte im Jahr, seit neuestem gibt es auf Wunsch einen Anhänger voll Kompost dazu.
Der entsteht aus dem, was bei den Südharzwerken abgeliefert wird. Fast 5.000 Tonnen reiner Grünabfall kommen jährlich zusammen, berichtet Thomas Mund, Geschäftsführer der Südharzwerke. Um die Grünabfallkompostierung auszubauen ließen der Landkreis und die Stadt Nordhausen deswegen jetzt die Erweiterung für die Verarbeitungsanlage bauen. Kostenpunkt: rund 400.000 Euro.
v.l.: Landrat Matthias Jendricke, Geschäftsführer Thomas Mund, Oberbürgermeister Kai Buchmann (Foto: Angelo Glashagel)
2000 zusätzliche Tonnen Grünabfall sollen hier der "stofflichen Verwertung" zugeführt werden. Anders als beim Bioabfall aus dem Haushalt ist der Grünabfall frei von Plastikrückständen und andere Industrieresten und damit leichter zu verarbeiten. Nach Anlieferung wird das Material "hygieniesiert". Das heißt: schreddern, immer wieder "umsetzen" und schließlich absieben. Heraus kommt natürlicher Dünger, mit dem man inzwischen entweder Landwirte und Bio-Bauern beliefere, oder an die Inhaber der Grünabfallkarte abgebe, erklärte Geschäftsführer Mund.
Mit dem sogenannten "Siebüberlauf", also vor allem Holzreste die langsamer kompostieren als andere Bestandteile, konnte man bisher nichts anfangen. Das soll sich bald ändern, die Erweiterung der Anlage sei der erste Schritt hin zu einer tatsächlichen Kreislaufwirtschaft, meinte Thomas Mund. Im kommenden Jahr soll nahe dem Betriebsgelände der Stadtwerke ein Biomasseheizkraftwerk gebaut werden, das allein mit dem Siebüberlauf betrieben werden soll und ein ganzes Stadtgebiet mit natürlich gewonnener Wärme versorgen könnte.
Angelo Glashagel

