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Nachgefragt

Vom Traum zur Realität

Mittwoch, 30. Mai 2018, 13:00 Uhr
Vor einem Jahr stattete die nnz der mtm plastics GmbH in Niedergebra einen Besuch ab. Damals sprach Torsten Meyer, der Geschäftsführer von den Zielen, die das Unternehmen in einem Jahr erreichen will...

Werkseingang in Niedergebra (Foto: nnz) Werkseingang in Niedergebra (Foto: nnz)
Meyer berichtete Anfang Mai 2017 von einer Investition der österreichischen Muttergesellschaft, der Borealis AG, in Höhe von 15 Millionen Euro. Dadurch soll es möglich sein, nach Abschluss der Baumaßnahmen, die Produktionskapazität um rund ein Drittel zu erhöhen.

"Wir haben soweit alles erledigt, was wir uns vorgenommen hatten, nur eine Spezialmaschine kann erst Anfang kommenden Jahres geliefert werden", berichtet ein zufriedener Geschäftsführer. Rückblickend resümiert Torsten Meyer, dass die Übernahme durch einen weltweit agierenden Konzern für den Standort Niedergebra die richtige Entscheidung gewesen sei. Allein hätte man die Investition in dieser Höhe nicht stemmen können.

Wie aktuell das Thema der recycelbaren Kunststoffe ist, zeigt die aktuelle Diskussion um das bevorstehende Verbot gewisser Artikel durch die EU. "Davon sind wir hier in Niedergebra nicht direkt betroffen, da wir von Beginn an auf die Verwertung eines vorsortierten Ausgangsmaterial gesetzt hatten, aus dem wir unser Granulat in unterschiedlichen Qualitäten produzieren", erklärt Meyer.

So werden in Niedergebra denn auch ausschließlich vorsortierte Inhalte aus Gelben Säcken, vorsortierte Kunststoffe von Wertstoffhöfen sowie Kunststoffabfälle aus anderen Borealis-Standorten verarbeitet. Das Granulat aus Niedergebra ist wieder aufschmelzbar und kann somit in vielfältigster Weise, vor allem per Spritzgusstechnik eingesetzt werden.

Zum geplanten Verbot von Wattestäbchen befragt, sagt Meyer, dass wir in Europa in punkto Recycling Vorreiter sein müssen. "Wenn wir nicht mit unserem Know How und unseren Möglichkeiten nicht vornweg gehen, wer soll es dann machen? Insofern ist die Entscheidung der EU nur konsequent. Sie wird sich auf die Menge des produzierten Kunststoffen auswirken", ist sich Meyer sicher. In der Folge wird Recycling zwingend sein, wird zunehmen und die sicher steigende Akzeptanz der Verbraucher hinsichtlich der Produkte aus recyceltem Kunststoff wird für den nötigen Druck sorgen.

Torsten Meyer hat zudem volles Verständnis für die Entscheidung Chinas, keine Kunststoffabfälle mehr aus Europa zu importieren. Von den verschickten Mengen sei rund ein Drittel Abfall gewesen, der in China nach der Sortierung entsorgt werden musste. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Kunststoff-Abfallhändler nach dem Wegfall Chinas neue Abnehmer gesucht und gefunden haben. Dieses Problem, aber auch das Bewusstsein und die Möglichkeiten der Menschen, zum Beispiel in Südostasien, im Umgang mit Kunststoff-Abfällen sind nach Ansicht von Meyer die hauptsächlichsten Ursachen für die dort anzutreffende Verschmutzung der Meere.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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