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Grüne wollen öffentlich diskutieren

Keine Erschließung neuer Gipstagebaue

Dienstag, 29. Mai 2018, 08:22 Uhr
Äußerst besorgt zeigt sich die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen angesichts der Tatsache, dass in einigen Kommunen und Städten die Interessen der Gipsindustrie höher bewertet werden, als die Chance der weiteren Entwicklung des Tourismus auf dem Erhalt der Naturausstattung...

Die Gipskarstlandschaft Südharz ist europaweit einzigartig und ein unbezahlbarer Wirtschaftsfaktor. Deshalb gilt für die Grüne Kreistagsfraktion weiterhin die Prämisse: Keine Erschließung neuer Gipstagebaue und keine Erweiterung innerhalb von FFH-Gebieten.

Je mehr und schneller Flächen zum Abbau zur Verfügung gestellt werden, desto geringer ist das Interesse einer auf endlichen Ressourcen basierenden Industrie, bereits in Forschung und Anwendung befindliche Technologien für die Ablösung von Naturgips konsequent auch im Südharz anzuwenden. Was momentan geschieht, ist die Ausbeutung der Natur in großem Maßstab auf dem Rücken jetziger und nachfolgender Generationen.


Die Grünen hinterfragen zudem, wohin die Steuern von Gipsfirmen, deren Stammsitze ausschließlich nicht im Südharz liegen, abgeführt werden. Zudem ist die Rekultivierung der Steinbrüche in Thüringen mit großen Defiziten behaftet. Selbst planfestgestellte Nachnutzungen werden ohne großen Federlesens und ohne Öffentlichkeitsbeteiligung unwirksam. Die Steinbrüche am Rüsselsee und Ellrich sind Negativbeispiele. Die Nachnutzung des neuen Steinbruches am Kuhberg zwischen Niedersachswerfen und Harzungen wird die Grüne Kreistagsfraktion im Umweltausschuss hinterfragen und die Ergebnisse öffentlich diskutieren.
Autor: red

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