Social Look vorgestellt
Soziale Arbeit 4.0
Donnerstag, 24. Mai 2018, 18:00 Uhr
Die Digitalisierung von Alltags- und Arbeitswelt schreitet weiter voran, vor der sozialen Arbeit in Ämtern und Vereinen hat sie bisher halt gemacht. Der Verein Horizont will das mit einer ambitionierten Plattform ändern und einen Schritt hin zu einer europäischen Datenkultur machen. Um Idee und Umsetzung in die Breite zu tragen konnte man heute Besuch aus Berlin begrüßen...
Der Mensch steht im Mittelpunkt, das ist das Credo der sozialen Arbeit, Kommunikation das "professionelle Werkzeug" der Sozialarbeiter und Pädagogen. Ob es darum geht einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden, eine Schulden-, oder Drogenproblematik in den Griff zu bekommen oder einfach nur ein paar Bewerbungen zu schreiben - wer Hilfe erhalten oder geben will, der muss mit dem Gegenüber in Kontakt treten können.
So leicht wie das klingt ist das nicht immer, denn zu Klienten, Teilnehmern und Sozialarbeitern gesellt sich auch die deutsche Bürokratie, je nach Problemlage bekommt kann man es mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Ämter, Hilfseinrichtungen und Zuständigkeiten zu tun.
Heute läuft die Kommunikation zwischen den Ämtern, Bürgern und sozialen Trägern immer noch schriftlich. Thomas Rzepus vom Verein Horizont schwebt ein anderes, ein digitales Modell vor, das dem Stand der modernen Technik und unserem zunehmend digitalen Alltag Rechnung tragen soll. Die Idee zu "Sociallook" hatte der Verein jüngst in großer Runde vorgestellt, heute nun konnte man auch Besuch aus Berlin begrüßen: Kathrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag.
Von der Abgeordneten erhofft man sich Unterstützung auf dem Weg eine Modellregion für die Erprobung und Erweiterung der Plattform zu schaffen. Neben den praktischen Vorteilen digitaler Kommunikation schwingt dabei auch immer der Gedanke einer demokratischen Datenwirtschaft mit, die sich von rein kapitalistischen Modellen wie Facebook und Co. aber auch von "Datensozialismus" wie er in China aktuell auf den Weg gebracht werde, absetzt und die Hoheit über die eigenen Daten dem Bürger überträgt.
Anders als bei populären sozialen Netzwerken soll bei "Sociallook" allein der Nutzer entscheiden mit welchen Institutionen und Personen er oder sie in Kontakt treten will und wieviele Rechte Stellen wie dem Jobcenter oder dem Sozialarbeiter eingeräumt werden können. Kommunikation in der sozialen Arbeit brauche Vertrauen, erklärte Rzepus, das gilt auch für digitale Kommunikation.
Im Feldversuch mit dem Nordhäuser Jobcenter habe sich zudem gezeigt, dass die Hemmschwelle mit dem Amt in Kontakt zu treten gerade bei jüngeren Klienten über den digitalen Weg niedriger sei, berichtete Karin Schierwater.
Die Idee fand auch bei der Politikerin Anklang, "das System lässt mich selbst entscheiden und das gibt Sicherheit", sagte Göring-Eckardt, die sehr bewusste Datenfreigabe könne zudem den Nebeneffekt haben, dass die Menschen für die Nutzung ihrer Daten im weiteren Alltag sensibilisiert würden.
Angelo Glashagel
Autor: redDer Mensch steht im Mittelpunkt, das ist das Credo der sozialen Arbeit, Kommunikation das "professionelle Werkzeug" der Sozialarbeiter und Pädagogen. Ob es darum geht einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden, eine Schulden-, oder Drogenproblematik in den Griff zu bekommen oder einfach nur ein paar Bewerbungen zu schreiben - wer Hilfe erhalten oder geben will, der muss mit dem Gegenüber in Kontakt treten können.
So leicht wie das klingt ist das nicht immer, denn zu Klienten, Teilnehmern und Sozialarbeitern gesellt sich auch die deutsche Bürokratie, je nach Problemlage bekommt kann man es mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Ämter, Hilfseinrichtungen und Zuständigkeiten zu tun.
Heute läuft die Kommunikation zwischen den Ämtern, Bürgern und sozialen Trägern immer noch schriftlich. Thomas Rzepus vom Verein Horizont schwebt ein anderes, ein digitales Modell vor, das dem Stand der modernen Technik und unserem zunehmend digitalen Alltag Rechnung tragen soll. Die Idee zu "Sociallook" hatte der Verein jüngst in großer Runde vorgestellt, heute nun konnte man auch Besuch aus Berlin begrüßen: Kathrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag.
Von der Abgeordneten erhofft man sich Unterstützung auf dem Weg eine Modellregion für die Erprobung und Erweiterung der Plattform zu schaffen. Neben den praktischen Vorteilen digitaler Kommunikation schwingt dabei auch immer der Gedanke einer demokratischen Datenwirtschaft mit, die sich von rein kapitalistischen Modellen wie Facebook und Co. aber auch von "Datensozialismus" wie er in China aktuell auf den Weg gebracht werde, absetzt und die Hoheit über die eigenen Daten dem Bürger überträgt.
Anders als bei populären sozialen Netzwerken soll bei "Sociallook" allein der Nutzer entscheiden mit welchen Institutionen und Personen er oder sie in Kontakt treten will und wieviele Rechte Stellen wie dem Jobcenter oder dem Sozialarbeiter eingeräumt werden können. Kommunikation in der sozialen Arbeit brauche Vertrauen, erklärte Rzepus, das gilt auch für digitale Kommunikation.
Im Feldversuch mit dem Nordhäuser Jobcenter habe sich zudem gezeigt, dass die Hemmschwelle mit dem Amt in Kontakt zu treten gerade bei jüngeren Klienten über den digitalen Weg niedriger sei, berichtete Karin Schierwater.
Die Idee fand auch bei der Politikerin Anklang, "das System lässt mich selbst entscheiden und das gibt Sicherheit", sagte Göring-Eckardt, die sehr bewusste Datenfreigabe könne zudem den Nebeneffekt haben, dass die Menschen für die Nutzung ihrer Daten im weiteren Alltag sensibilisiert würden.
Angelo Glashagel


