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Freiwillige

Donnerstag, 23. Dezember 2004, 16:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie waren Näherin und Lehrerin, Finanzökonom und Diplom-Ingenieur, Fernmeldemonteur und Landmaschinenschlosser oder Restaurator in der ehemaligen Sowjetunion. Was sie verbindet, ist die Freude an Kunst und Kultur, der Spaß am Handwerk oder einfach nur die Verbundenheit zu Nordhausen...

Freiwillige (Foto: nnz) Freiwillige (Foto: nnz)

Gemeint sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Amtes für Kultur, Soziales und Bildung, sie sind inzwischen eine der wesentlichen Stützen des kommunalen Kulturbetriebs. „Ohne sie könnten wir unsere Museen nicht mehr offen halten, und so manche Ausstellung hätte es ohne sie schlicht nicht geben können“, sagte Kulturamtsleiterin Dr. Klose, die den Kreis der Freiwilligen von ein paar Helfern auf inzwischen 14 Frauen und Männer erweitert hat. „Das Landesgartenschaujahr hätte kein Nordhäuser Kulturjahr sein können ohne deren Hilfe. Und dass quasi nebenbei noch Ausstellungen im Kunsthaus oder in der `Flohburg´ gezeigt werden konnten, ist zu einem großen Teil auch das Verdienst der fleißigen Helfer“, so Frau Klose.

Angesichts der eher kleinen finanziellen Aufwandsentschädigung, die die Frauen und Männer bekämen, sei ihr Engagement zu bewundern und achtenswert. „Sie leisten eine Art von Hilfe, die man nicht beziffern kann. Es sind die vielen tausend kleinen - und manchmal auch großen – Dinge, die sie im Hintergrund und unauffällig erledigen, die aber wesentlich über das Wohl und Wehe einer Ausstellung oder eines Konzertes mitbestimmen“, so die Kulturamtsleiterin. „Wenn zum Beispiel der Restaurator bei kleinen Reparaturarbeiten seine lange Berufserfahrung einbringt, so ist das Gold wert.“

Die Ehrenamtlichen verrichten den Besucherdienst in den Museen, führen die Gäste durch die Ausstellungen, bedienen die Technik im historischen Kinosaal im „Tabakspeicher“, hängen Bilder für die Ausstellungen oder rücken Exponate ins rechte Licht und an den rechten Platz – „für mich ist diese Arbeit inzwischen schon wichtiger Lebensinhalt“, sagt eine freiwillige Mitarbeiterin, „ich hänge hier mit Herz und Seele dran.“ „Wir wollen einfach, dass Kunst und Kultur auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen können im Leben von Nordhausen und dazu mit unserer Arbeit einen ganz persönlichen Beitrag leisten“, nennt eine andere Mitarbeiterin ihren Beweggrund, sich ehernamtlich zu engagieren. Bei einem dritten ist es die Möglichkeit zur Pflege eines Hobbys, das ihn dazu gebracht, sich für die Nordhäuser Kultur zu engagieren. Jeder Freiwillige hat bei seiner Arbeit die eine oder andere Vorliebe: „Ich arbeiten am liebsten mit Kindern“, sagt einer, ein anderer betreut am liebsten die Ausstellungen im Kunsthaus „weil auch privat gern male“. Alle empfinden ihr Engagement als persönliche Bereicherung und schätzen die Gemeinschaft, die sich durch ihre Arbeit bietet.

Ein Teil der Ehrenamtler sind durch die Vermittlung der Freiwilligen-Agentur des „Horizont“ zum Kulturamt gekommen, andere haben sich direkt gemeldet. „Aktuell gibt es viele Angebote, sich im Stadtarchiv zu engagieren“, so Frau Dr. Klose. Letztlich sei es auch dem Engagement der Freiwilligen zu verdanken, dass sie zwar nicht entspannt aber doch ohne Panik den für nächstes Jahr angekündigten Landeskürzungen bei den Museen entgegensieht, so die Kulturamts-Chefin: “Denn mit dem ehrenamtlichen Einsatz ist es möglich, schwierige und finanziell äußerst knappe Zeiten durchzustehen, ohne dass die gesamte Kultur in unserer Stadt zusammenbricht.“
Autor: nnz

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