Patientenakamdie Bleicherode
Vom OP Tisch bis zur Reha
Donnerstag, 03. Mai 2018, 19:21 Uhr
Schlechtere Beweglichkeit und Schmerzen – mit zunehmendem Alter werden immer häufiger Männer und Frauen von diesen Leiden geplagt. Oft muss operiert werden. Doch was geschieht nach der OP bis zum Beginn der Reha während des Krankenhausaufenthalts? Diese und weitere Fragen beantwortet die Leiterin der Physiotherapie der Helios Klinik Bleicherode, Frau Sandra Holberg-Busch...
Man weiß, dass von den 80-jährigen ca. 55% der Frauen und 30% der Männer, z.B. von einer Arthrose des Kniegelenkes betroffen sind.
Wenn eine Arthrose diagnostiziert ist und die Notwendigkeit für einen künstlichen Gelenkersatz besteht, was passiert während der Krankenhausbehandlung? Das am Aufnahmetag im Krankenhaus nochmals die Diagnose und die Indikationsstellung überprüft werden und bei Bedarf noch notwendige Untersuchungen durchgeführt werden, ist vielen Patienten bekannt.
Diese und weitere Fragen beantwortet die Leiterin der Physiotherapie der Helios Klinik Bleicherode, Frau Sandra Holberg-Busch, in der Patientenakademie am Dienstag, den 08.05.2018, um 18:00 Uhr.
Vorab spricht sie im Interview über den Weg, von der OP bis zum Beginn der Reha.
die Leiterin der Physiotherapie der Helios Klinik Bleicherode, Frau Sandra Holberg-Busch (Foto: Helios Klinik Bleicherode)
Frau Holberg-Busch, welche unterschiedlichen Bereiche sind an der Behandlung eines Patienten von der Voruntersuchung bis zur Entlassung in die Reha Einrichtung beteiligt?
In die optimale Behandlung unserer Patienten sind alle Abteilungen unseres Hauses eng eingebunden. Das beginnt mit den Kollegen der Terminvergabe, der vorstationären Sprechstunde inkl. Sozialdienst, Radiologie und Labor, den ärztlichen Kollegen, den Kollegen aus dem OP-Bereich, der Pflege und der Physiotherapie. Nicht zu vergessen sind auch die Mitarbeiter der Speisenversorgung sowie der Reinigung. Nur wenn alle Berufsgruppen zusammenarbeiten können wir unseren extrem hohen medizinischen Standard der Patientenversorgung gewährleisten.
Was erwartet den Patienten nach der OP?
Ist alles wie geplant verlaufen, werden zeitnah die Drainagen gezogen und der Patient steht am nächsten Tag wieder auf seinen Beinen. An der Mobilisation sind nicht nur wir als Physiotherapeuten beteiligt, sondern auch die Pflege und der ärztliche Dienst. Dies hat vor allem den Vorteil, dass der Kreislauf schnell wieder in Schwung kommt. Sie kennen das alle, je länger man ans Bett gefesselt ist, umso schlechter kommt der Kreislauf wieder in Gang, da sich das Herz an die reduzierte Arbeit im Liegen gewöhnt hat.
Die Muskeln sind träge und fangen an zu flattern, die Luft reicht meist nicht mehr für die kleinsten Belastungen, es kann einem schwarz vor Augen werden. All das wollen wir vermeiden und daher sind wir als gesamtes Team der Klinik daran interessiert, Sie so schnell wie möglich wieder in Ihren gewohnten Alltag zu begleiten. Alle Patienten, die schon eine Endoprothese unter dem alten Standard erhalten haben, waren von der neuen Vorgehensweise angetan. Sie berichteten, dass sie insgesamt weniger Schmerzen gehabt haben und schneller mobil und selbstständig gewesen sind.
Gibt es für jede OP- Art einen Leitfaden?
Ja den gibt es. Diese Leitfäden sind ein wichtiger Bestandteil unseres Klinikalltages. Wir haben für unsere Klinik Standards erarbeitet, die sich an den Leitlinien der Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischer Chirurgie für die einzelnen Krankheitsbilder orientieren. In diesen Standards ist für jede einzelne Berufsgruppe die jeweilige Zielsetzung aufgeführt. Der Vorteil: jeder weiß genau, was an welchem Tag - vor, am und nach OP - bei welcher Operationsart zu tun ist.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der Bereiche?
Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist das A und O unseres Arbeitsalltages. Alles läuft Hand in Hand, wobei die Kommunikation den bedeutendsten Anteil erfüllt. Durch die erstellten Standards, kennen alle Bereiche aus dem multiprofessionellen Team ihre Aufgaben und führen diese zielorientiert und immer auf Augenhöhe miteinander durch.
Welches Ziel ist wünschenswert?
Aus Sicht der Physiotherapie sollte der Therapiestand bei Entlassung wie folgt sein: Gehstrecke von mehr als 200 Metern im dynamischen Kreuzgang, Treppensteigen von mindestens 1 Etage im Nachstellschritt, eine Beweglichkeit von mind. 90° im Kniegelenk, wenn eine Knie-Operation vorliegt, eine Beweglichkeit von mind. 70° im Hüftgelenk, wenn eine Hüft-Operation vorliegt
Weitere wichtige und interessante Informationen von Frau Holberg-Busch zum Thema: Vom OP Tisch zur Reha erfahren Interessierte zur Patientenakademie in der Helios Klinik Bleicherode. Der Eintritt ist frei.
Autor: redMan weiß, dass von den 80-jährigen ca. 55% der Frauen und 30% der Männer, z.B. von einer Arthrose des Kniegelenkes betroffen sind.
Wenn eine Arthrose diagnostiziert ist und die Notwendigkeit für einen künstlichen Gelenkersatz besteht, was passiert während der Krankenhausbehandlung? Das am Aufnahmetag im Krankenhaus nochmals die Diagnose und die Indikationsstellung überprüft werden und bei Bedarf noch notwendige Untersuchungen durchgeführt werden, ist vielen Patienten bekannt.
Diese und weitere Fragen beantwortet die Leiterin der Physiotherapie der Helios Klinik Bleicherode, Frau Sandra Holberg-Busch, in der Patientenakademie am Dienstag, den 08.05.2018, um 18:00 Uhr.
Vorab spricht sie im Interview über den Weg, von der OP bis zum Beginn der Reha.
die Leiterin der Physiotherapie der Helios Klinik Bleicherode, Frau Sandra Holberg-Busch (Foto: Helios Klinik Bleicherode)
Frau Holberg-Busch, welche unterschiedlichen Bereiche sind an der Behandlung eines Patienten von der Voruntersuchung bis zur Entlassung in die Reha Einrichtung beteiligt?
In die optimale Behandlung unserer Patienten sind alle Abteilungen unseres Hauses eng eingebunden. Das beginnt mit den Kollegen der Terminvergabe, der vorstationären Sprechstunde inkl. Sozialdienst, Radiologie und Labor, den ärztlichen Kollegen, den Kollegen aus dem OP-Bereich, der Pflege und der Physiotherapie. Nicht zu vergessen sind auch die Mitarbeiter der Speisenversorgung sowie der Reinigung. Nur wenn alle Berufsgruppen zusammenarbeiten können wir unseren extrem hohen medizinischen Standard der Patientenversorgung gewährleisten.
Was erwartet den Patienten nach der OP?
Ist alles wie geplant verlaufen, werden zeitnah die Drainagen gezogen und der Patient steht am nächsten Tag wieder auf seinen Beinen. An der Mobilisation sind nicht nur wir als Physiotherapeuten beteiligt, sondern auch die Pflege und der ärztliche Dienst. Dies hat vor allem den Vorteil, dass der Kreislauf schnell wieder in Schwung kommt. Sie kennen das alle, je länger man ans Bett gefesselt ist, umso schlechter kommt der Kreislauf wieder in Gang, da sich das Herz an die reduzierte Arbeit im Liegen gewöhnt hat.
Die Muskeln sind träge und fangen an zu flattern, die Luft reicht meist nicht mehr für die kleinsten Belastungen, es kann einem schwarz vor Augen werden. All das wollen wir vermeiden und daher sind wir als gesamtes Team der Klinik daran interessiert, Sie so schnell wie möglich wieder in Ihren gewohnten Alltag zu begleiten. Alle Patienten, die schon eine Endoprothese unter dem alten Standard erhalten haben, waren von der neuen Vorgehensweise angetan. Sie berichteten, dass sie insgesamt weniger Schmerzen gehabt haben und schneller mobil und selbstständig gewesen sind.
Gibt es für jede OP- Art einen Leitfaden?
Ja den gibt es. Diese Leitfäden sind ein wichtiger Bestandteil unseres Klinikalltages. Wir haben für unsere Klinik Standards erarbeitet, die sich an den Leitlinien der Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischer Chirurgie für die einzelnen Krankheitsbilder orientieren. In diesen Standards ist für jede einzelne Berufsgruppe die jeweilige Zielsetzung aufgeführt. Der Vorteil: jeder weiß genau, was an welchem Tag - vor, am und nach OP - bei welcher Operationsart zu tun ist.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der Bereiche?
Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist das A und O unseres Arbeitsalltages. Alles läuft Hand in Hand, wobei die Kommunikation den bedeutendsten Anteil erfüllt. Durch die erstellten Standards, kennen alle Bereiche aus dem multiprofessionellen Team ihre Aufgaben und führen diese zielorientiert und immer auf Augenhöhe miteinander durch.
Welches Ziel ist wünschenswert?
Aus Sicht der Physiotherapie sollte der Therapiestand bei Entlassung wie folgt sein: Gehstrecke von mehr als 200 Metern im dynamischen Kreuzgang, Treppensteigen von mindestens 1 Etage im Nachstellschritt, eine Beweglichkeit von mind. 90° im Kniegelenk, wenn eine Knie-Operation vorliegt, eine Beweglichkeit von mind. 70° im Hüftgelenk, wenn eine Hüft-Operation vorliegt
Weitere wichtige und interessante Informationen von Frau Holberg-Busch zum Thema: Vom OP Tisch zur Reha erfahren Interessierte zur Patientenakademie in der Helios Klinik Bleicherode. Der Eintritt ist frei.
