nnz-online

Schärfe rausnehmen

Dienstag, 21. Dezember 2004, 11:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte heute bereits kurz über die erneute Gründung des Planungsverbandes für das künftige Industriegebiet in der Goldenen Aue berichtet. An dieser Stelle ein umfangreicheres Statement des „jungen“ Verbandes.


Der Planungsverband "Industriegebiet Goldene Aue" tagte gestern im Bürgersaal des Nordhäuser Rathauses. Nachdem durch die erfolgten Neubekanntmachungen der Satzung der Verband spätestens jetzt wieder rechtmäßig gegründet wurde, hatte er ein umfangreiches Pensum zu bewältigen, unter anderem die Wahl des Vorsitzenden und seiner Stellvertreter (siehe nnz von heute). Aus Gründen der Rechtssicherheit erfolgten diese Amtshandlungen deshalb unter Leitung der Kommunalaufsicht des Landkreises. Damit sollten nun endlich die langwierigen Unsicherheiten aus fehlerhaften Amtsblättern des Landkreises behoben sein.

Nach einigen Beschlüssen zu Haushaltsfragen wandte sich der Verband anschließend den Planungen zum Industriegebiet zu. Dabei hat der Planungsverband nun beschlossen, um jeglichen Unsicherheiten aus vorangegangenen, rechtlich möglicherweise unsicheren Verbandssitzungen zu umgehen, die Bauleitpläne noch einmal öffentlich auszulegen. Der Bebauungsplan erfuhr in diesem Zusammenhang noch eine wichtige Änderung: Die schon mit dem Bebauungsplan bisher grundsätzlich zulässige Überbauung des Krummbaches wurde in Richtung einer Bebauungsoption geändert. Das bisher verfolgte Ziel, eine zusammenhängende Industriefläche von 100 Hektar zu schaffen, deren Bebauungen im Bedarfsfall auch den Krummbach queren können, ist dadurch nicht in Frage gestellt.

Der Planungsverband hofft, mit der jetzigen Festsetzung einerseits die Schärfe aus der Diskussion um die mögliche Krummbachüberbauung genommen und andererseits die erforderliche Entwicklungsoption für künftige Investoren offen gehalten zu haben. Da sowohl die Genehmigungsbehörde als auch das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Landesentwicklungsgesellschaft ihre Zustimmung signalisiert haben, geht der Planungsverband davon aus, einen vernünftigen und für alle Seiten tragbaren Kompromiss gefunden zu haben. Den Bedenken der Urbacher Bürger hat der Planungsverband dadurch Rechnung getragen, dass der an die Ortslage angrenzende Teil in den zulässigen Lärmwerten beschränkt und der begrenzende Lärmschutzwall erhöht wurde. Dadurch können dort ohnehin nur Unternehmen angesiedelt werden, die weniger stark stören.

Der Planungsverband lud abschließend alle interessierten Bürger dazu ein, sich zu bei der Anfang kommenden Jahres folgenden öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes selbst darüber ins Bild zu setzen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de