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Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Freitag, 17. Dezember 2004, 13:19 Uhr
Unterschiede und Gemeinsamkeiten (Foto: nnz) Unterschiede und Gemeinsamkeiten (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Die Stadt Nordhausen pflegt seit mehr als einem Jahrzehnt die Partnerschaft mit dem israelischen Bet Shemesh. Heute waren junge Israelis zu Gast in Nordhausen. Die Gäste waren auch Ausdruck eines Unterschiedes zwischen beiden Städten.


„Wir wären glücklich, wenn wir ein Zehntel davon von hätten!“, sagte Nordhausens Bürgermeister Klaus Wahlbuhl angesichts der neusten Nachrichten aus Nordhausens israelischer Partnerstadt Bet Shemesh: Zuwachs der Bevölkerung von rund 45.000 auf inzwischen 75.000 Einwohner innerhalb weniger Jahre, Eröffnung von 45 neuen Kindergärten allein im zurückliegenden Jahr, Neubau von 6000 Wohnungen in den letzten 12 Monaten und Planung von 6000 weiteren im kommenden Jahr.

Allerdings gebe es auch Gemeinsamkeiten: Wie in Deutschland gebe es auch in Israel einen Dauerkonflikt zwischen Kommunen und Staat um Zuschüsse, Fördermittel und die Finanzierung von zusätzlichen Aufgaben, die den Städten und Gemeinden von der Regierung übertragen werden. Auch in Bet Shemesh habe man ähnliche soziale Probleme zu bewältigen, wie in Nordhausen.

Der Bürgermeister hatte heute morgen im Rathaus eine achtköpfige Delegation aus Bet Shemesh empfangen, die im Rahmen eines Fachkräfteaustausches mit dem JugendSozialwerk e.V. zu Gast in der Rolandstadt waren. Zion Maman, der Leiter der israelischen Delegation, berichtete von positiven Zeichen aus Israel: „Es gibt neue und positive Signale aus Syrien, es gibt intensivere Gespräch mit Ägypten - die Atmosphäre bessert sich.“ Man hoffe auch auf die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit der neuen palästinensischen Führung, die voraussichtlich zu Jahresbeginn gewählt werde. „Es gibt wieder eine echte Chance auf Frieden!“ Mit Blick auf den möglichen Rückzug der Israelis aus dem besetzten Gaza-Streifen sagte Maman, dass man in Bet Shemesh damit rechne, dass sich ehemalige Gaza-Siedler dort niederließen.

Hinsichtlich der Städtepartnerschaft sagte Maman, dass jene Israelis aus Bet Shemesh, die Nordhausen schon mehrmals besucht hätten, inzwischen eine Gefühl der Vertrautheit hätten, wenn sie in die Rolandstadt kommen. „Und dass es mittlerweile zahlreiche Besuche auf privater Basis gibt, ist ein gutes Indiz dafür, dass die Partnerschaft zwischen unseren Städten lebendig ist.“
Autor: nnz

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