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nnz-Forum: Zum Scheitern verurteilt

Dienstag, 14. Dezember 2004, 18:15 Uhr
Nordhausen (nnz). Lange Zeit war es um die Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“ ruhig geworden. Jetzt melden sich die Macher wieder zu Wort. Ihr Statement veröffentlicht die nnz im Forum.


Das Image einer Region ist für potentielle Investoren ein wichtiger Faktor. Dazu zählt Planbarkeit und Berechenbarkeit der Gegebenheiten. Dazu zählt aber auch der Realitätssinn einer politischen Riege, die allerdings in den vergangenen vielen Jahren kaum etwas davon hat erkennen lassen. Die Bürgerinitiative hat in der Vergangenheit die Problematiken dargelegt, die Schwierigkeiten und Konflikte die die Goldene Aue als Industriestandort ungeeignet machen, benannt. Diese Fakten wurden vom Planungsverband fahrlässig ignoriert. Die vergangene Zeit hat der Bürgerinitiative Recht gegeben.

Leider sind die Verantwortlichen nicht dazu in der Lage, die notwendige Einsicht an den Tag zu legen, daß ihre unrealistischen Ziele nicht verwirklicht werden können. Die Bürgerinitiative hat sich aus Rücksicht auf das Image dieser Region bewusst in den letzten Monaten zurückgehalten, um dem Planungsverband bzw. der Stadtverwaltung Nordhausen die Chance zu geben im Zuge einer notwendigen Neuplanung die Risiken dieses Projektes sachgerecht und unter Berücksichtigung der Gesetzmäßigkeiten neu zu überdenken. Das, was die Menschen erwartet haben, ist nicht eingetreten. Nach dem altbekannten Schema wird wieder versucht dieses Projekt, ohne Rücksicht auf die Risiken durchzuboxen. Öffentlich wird jetzt die Kreisverwaltung als der „Buhmann“ hingestellt, davor war es die BI und man kann gespannt sein, wer als Nächster für das Scheitern der Planung benannt wird. Mittlerweile sollte doch auch der Nordhäuser Oberbürgermeisterin klar sein, daß das Industriegebiet in der geplanten Variante als eine ganze, zusammenhängende Fläche nie realisiert werden kann.

Der Krummbach wird dieses Gebiet weiterhin teilen und die BI ist sicher, das aufgrund der Gesetzmäßigkeiten hier keine Ausnahme möglich ist. Dazu sind die Risiken viel zu groß. So wird man sich wohl oder übel mit 2 Teilflächen begnügen müssen. Aber wenn man an die markigen Worte des Nordhäuser Baudezernenten denkt, das unter dieser Vorraussetzung das Industriegebiet nicht vermarktbar ist, stellt man sich doch letztlich die Frage, ob es verantwortbar ist, weiterhin große Geldmittel in eine Planung zu investieren, von der mittlerweile jeder denkende Mensch weiß, das sie so nicht realisierbar ist.

Bevor man den jungen und auf eine Zukunft hoffenden Menschen wieder suggeriert, das die Erschließung und die damit verbundene Investition eines Industriegroßunternehmens, und nur dafür wird diese Gebiet ja geplant, unmittelbar bevorstünde, sollte man doch bekennen, das es nicht einen einzigen Interessenten für dieses Gebiet gibt, sollte man doch informieren, das erst einmal die Grundstücke gekauft werden müssen und sollte doch Klartext über die Problematiken geredet werden. An den Ablehnungsgründen hat sich seit sechs Jahren nichts geändert und der Planungsverband hat sich vollkommen kompromisslos dem Votum des Nordhäuser Baudezernenten angeschlossen. Der Planungsverband und damit die verantwortlichen Politiker haben eine historische Chance verpasst, eine Zukunftsentwicklung in Gang zu setzen, die auch realistische Chancen bietet.

Selbst die LEG scheint kein Vertrauen mehr in diese Planung zu haben. Seit geraumer Zeit wird dieses Industriegebiet nicht mehr auf der Internetseite angeboten. Bedenkt man die seitens der LEG bestätigte Investitionssumme von mehr als 50 Millionen Euro, wird allerdings auch klar, daß bei der mehr als desolaten Thüringer Haushaltslage ein „Flop“ nicht verkraftbar ist.
Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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