Kooperationsvertrag unterschrieben
Woher nehmen, wenn nicht recyceln?
Mittwoch, 11. April 2018, 16:26 Uhr
Die Gipsproduzenten haben in der Regel drei Ausgangsstoffe zur Verfügung: Naturgips, Rea-Gips und Recycelten Gips. Der Anteil der dritten Komponente soll ausgebaut werden. Mit Hilfe eines Projekts...
Von links: Prof. Jörg Wagner, Matthias Ehrhold und Andreas Hübner (Foto: nnz)
Wer den Südharz mit dem Gipsabbau in einen Zusammenhang bringt, der denkt wahrscheinlich zuerst an massive Interessenkonflikte und weitreichende Schwierigkeiten. Das soll sich nun ändern.
Anfang April startete das Projekt Gipsrecycling als Chance für den Südharz in seine Konzeptphase. Das verantwortliche Forschungsteam sieht es jetzt als Aufgabe, mehrere Partner und Interessengemeinschaften mit einzubeziehen und durch intensive Zusammenarbeit, zum Beispiel durch Workshops und Exkursionen, ein gemeinsames Konzept zu erstellen und bezüglich der Zukunft des Gipses in dieselbe Richtung zu blicken.
Durch die Umsetzung der Energiewende nimmt die Verfügbarkeit von Gips aus der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA-Gips) kontinuierlich ab. Ziel des laufenden Forschungsprojektes ist es, Konzepte zu entwickeln, die den damit verbundenen Bedarf an Naturgips durch die steigende Verwendung von Recycling-Gips teilweise decken und dabei einen Beitrag zur Rohstoffsicherung zu leisten. Da die schützenswerten Naturräume in der Harzregion durch die Arbeiten nicht vernachlässigt werden dürfen, soll auch hier ein effektiver Beitrag geleistet werden. Überdies hat es sich das Projekt zum Ziel gemacht, Konzepte für eine bessere Perspektive der Arbeitsplatzsicherung in der Harzregion und darüberhinaus zu schaffen.
Ein erster Schritt dabei ist die Kooperation zwischen der Stadt Ellrich als Kommune, dem Werk der CASEA GmbH in Ellrich als Produzent und der Hochschule Nordhausen, welche am Mittwoch durch den Vertrag Kooperation in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Forschung und Entwicklung besiegelt wurde. Der Kooperationsvertrag setzt auf eine langfristige Zusammenarbeit in Lehre und Forschung auf verschiedenen Gebieten.
Neben der gegenseitigen Unterstützung bei der Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten und der Bereitstellung von Themen für wissenschaftliche Arbeiten, soll es in Zukunft auch gemeinsame öffentliche Auftritte, Messepräsentationen, Workshops und Publikationen geben.
Die fachliche Verbindung zwischen den Partnern sowie die Ausrichtung ihrer beabsichtigten Arbeiten im Bereich des Gipsrecyclings bilden eine gute Voraussetzung für die sinnvolle Zusammenarbeit zur gegenseitigen Ergänzung und Vertiefung bestehender Kompetenzen, Kenntnisse und Ressourcen.
Die Hochschule Nordhausen freut sich, gemeinsam mit den Partnern, an den Projektzielen zu arbeiten und innovative Ergebnisse zu schaffen, um das fertige Konzept anschließend vereint in die Umsetzungsphase zu begleiten. Für Hochschulpräsident Prof. Jörg Wagner ist die heutige Vertragsunterzeichnung ein weiteres Steinchen im Mosaik der Bildungseinrichtung, die sich bereits bei Ihrer Gründung Ende des vorigen Jahrtausends mit dem Studiengang "Technische Sanierung" dieser Thematik verschrieben hatte.
Für den Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold steht fest, dass mit der Realisierung des Konzeptes die Möglichkeiten geschaffen werden können, nicht noch mehr Naturgips abbauen zu müssen. Und das, obwohl sich die zur Verfügung stehende Menge an Rea-Gips aus dem Kohlekraftwerken in den kommenden Jahren halbieren werde.
Das Projekt unter Leitung von Prof. Jürgen Poerschke blickt jedoch über den Tellerand des Technischen hinaus. Immer noch ist die Akzeptanz zum Einsatz von Produkten aus Recyclinggips bei den Kunden nicht allzu üppig. Geschäftsführer Andreas Hübner ergänzt, dass die Preise, die selbst kommunale Deponien für die Ablagerung von Gipsabfällen anbieten, eine Bremse für die Wiederverwertung des begehrten Baurohstoffes seien. "Produkte auf Basis von Naturgips sind etabliert, akzeptiert und am Markt auch nachgefragt. Produkte aus Recyclinggips sind es zumindest in Deutschland noch nicht, hier ist noch Lobby- und Überzeugungsarbeit notwendig", erläutert Hübner.
Die Konzeptphase endet am 31. Oktober, danach prüft und entscheidet federführend das BUndesforschungsministerium, ob sich eine Realisierungsphase anschließen kann. Für die werden - über zwei Jahre hinweg - sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Von links: Prof. Jörg Wagner, Matthias Ehrhold und Andreas Hübner (Foto: nnz)
Wer den Südharz mit dem Gipsabbau in einen Zusammenhang bringt, der denkt wahrscheinlich zuerst an massive Interessenkonflikte und weitreichende Schwierigkeiten. Das soll sich nun ändern.
Anfang April startete das Projekt Gipsrecycling als Chance für den Südharz in seine Konzeptphase. Das verantwortliche Forschungsteam sieht es jetzt als Aufgabe, mehrere Partner und Interessengemeinschaften mit einzubeziehen und durch intensive Zusammenarbeit, zum Beispiel durch Workshops und Exkursionen, ein gemeinsames Konzept zu erstellen und bezüglich der Zukunft des Gipses in dieselbe Richtung zu blicken.
Durch die Umsetzung der Energiewende nimmt die Verfügbarkeit von Gips aus der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA-Gips) kontinuierlich ab. Ziel des laufenden Forschungsprojektes ist es, Konzepte zu entwickeln, die den damit verbundenen Bedarf an Naturgips durch die steigende Verwendung von Recycling-Gips teilweise decken und dabei einen Beitrag zur Rohstoffsicherung zu leisten. Da die schützenswerten Naturräume in der Harzregion durch die Arbeiten nicht vernachlässigt werden dürfen, soll auch hier ein effektiver Beitrag geleistet werden. Überdies hat es sich das Projekt zum Ziel gemacht, Konzepte für eine bessere Perspektive der Arbeitsplatzsicherung in der Harzregion und darüberhinaus zu schaffen.
Ein erster Schritt dabei ist die Kooperation zwischen der Stadt Ellrich als Kommune, dem Werk der CASEA GmbH in Ellrich als Produzent und der Hochschule Nordhausen, welche am Mittwoch durch den Vertrag Kooperation in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Forschung und Entwicklung besiegelt wurde. Der Kooperationsvertrag setzt auf eine langfristige Zusammenarbeit in Lehre und Forschung auf verschiedenen Gebieten.
Neben der gegenseitigen Unterstützung bei der Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten und der Bereitstellung von Themen für wissenschaftliche Arbeiten, soll es in Zukunft auch gemeinsame öffentliche Auftritte, Messepräsentationen, Workshops und Publikationen geben.
Die fachliche Verbindung zwischen den Partnern sowie die Ausrichtung ihrer beabsichtigten Arbeiten im Bereich des Gipsrecyclings bilden eine gute Voraussetzung für die sinnvolle Zusammenarbeit zur gegenseitigen Ergänzung und Vertiefung bestehender Kompetenzen, Kenntnisse und Ressourcen.
Die Hochschule Nordhausen freut sich, gemeinsam mit den Partnern, an den Projektzielen zu arbeiten und innovative Ergebnisse zu schaffen, um das fertige Konzept anschließend vereint in die Umsetzungsphase zu begleiten. Für Hochschulpräsident Prof. Jörg Wagner ist die heutige Vertragsunterzeichnung ein weiteres Steinchen im Mosaik der Bildungseinrichtung, die sich bereits bei Ihrer Gründung Ende des vorigen Jahrtausends mit dem Studiengang "Technische Sanierung" dieser Thematik verschrieben hatte.
Für den Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold steht fest, dass mit der Realisierung des Konzeptes die Möglichkeiten geschaffen werden können, nicht noch mehr Naturgips abbauen zu müssen. Und das, obwohl sich die zur Verfügung stehende Menge an Rea-Gips aus dem Kohlekraftwerken in den kommenden Jahren halbieren werde.
Das Projekt unter Leitung von Prof. Jürgen Poerschke blickt jedoch über den Tellerand des Technischen hinaus. Immer noch ist die Akzeptanz zum Einsatz von Produkten aus Recyclinggips bei den Kunden nicht allzu üppig. Geschäftsführer Andreas Hübner ergänzt, dass die Preise, die selbst kommunale Deponien für die Ablagerung von Gipsabfällen anbieten, eine Bremse für die Wiederverwertung des begehrten Baurohstoffes seien. "Produkte auf Basis von Naturgips sind etabliert, akzeptiert und am Markt auch nachgefragt. Produkte aus Recyclinggips sind es zumindest in Deutschland noch nicht, hier ist noch Lobby- und Überzeugungsarbeit notwendig", erläutert Hübner.
Die Konzeptphase endet am 31. Oktober, danach prüft und entscheidet federführend das BUndesforschungsministerium, ob sich eine Realisierungsphase anschließen kann. Für die werden - über zwei Jahre hinweg - sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Peter-Stefan Greiner
