Ist Amor ein Vogel?
Montag, 13. Dezember 2004, 13:44 Uhr
Ist Amor ein Vogel? (Foto: nnz)
Limlingerode (nnz). Alexander Puschkin (1799 - 1837), der große russische Lyriker, Erzähler und Dramatiker, wird als Verfasser von Liebesgedichten in der Dichterstätte Sarah Kirsch vorgestellt. Ob dabei auch die Frage beantwortet wird, ob Amor denn ein Vogel sei, das erfahren Sie mit einem Klick auf MEHR.Am kommenden Samstag (18.12.) soll Puschkin in der Dichterstätte in Limlingerode ab 14.30 Uhr vorgestellt werden. Puschkin gilt als der Nationaldichter Russlands, und er ist einer der größten Liebeslyriker der Weltliteratur. In seinen Versen begegnet man der Liebe in allen Varianten - von heißer Sinnlichkeit bis zu scheuer Verehrung, vom Werben bis zum Verzichten, von jubelnder Freude bis zu trauerndem Gedenken. Diese Seite des Dichters wird am Samstagnachmittag in der Dichterstätte zu hören sein, eingewoben in sein kurzes, aber sehr intensives, ja dramatisches Leben.
Am 27. November 1949 wurde in Weimar am Ilmpark unweit des Schlosses eine Porträtbüste des russischen Dichters enthüllt, es war das erste Denkmal, das in der jungen DDR von diesem russischen Genius errichtet wurde. Goethe, mit dem Puschkin oft verglichen wird, hatte erkannt, welche einzigartige poetische Begabung in Russland in diesem jungen Mann wirkte. Er übersandte Puschkin eine seiner Schreibfedern mit einem lobenden Vierzeiler. Alexander Puschkin entstammte väterlicherseits einem der ältesten Adelsgeschlechter Russlands, mütterlicherseits war er der Urenkel des Mohren Peters des Großen, Abram Hannibal. Und er führte sein heißblütiges Temperament gern auf sein afrikanisches Blut zurück.
Der junge Mann besucht das Lyzeum in Zarskoje Selo bei Petersburg, eine Eliteschule. Bereits damals schmiedete er Verse, und es wird behauptet, dass er alle Schulkameraden an Sinnlichkeit übertraf. Dann lebt er von 1817 - 1820 in Petersburg und engagiert sich in der liberalen Opposition gegen das rückständige Regime des Zaren Alexanders I. Wegen seiner scharfzüngigen Verse wird er strafversetzt. Der Kaukasus und die Krim sind jetzt seine Aufenthaltsgebiete. 1824 wird seine Strafversetzung in wirkliche Verbannung umgewandelt. Er muss auf einem Gut seiner Mutter unter polizeilicher Aufsicht leben. Sein dichterisches Vermögen reift und trägt Früchte. Als der Zar verstirbt, kann der Dichter 1826 aus der Verbannung zurückkehren. Der Nachfolger, Nikolaus I., ist ihm, später besonders seiner Frau, gewogen. Puschkin führt ein unruhiges Leben zwischen Moskau, Petersburg und den Landsitzen seiner Freunde. In diesen Jahren entstehen seine schönsten Liebesgedichte, denn immer wieder entflammt sein Herz.
Im Winter 1828/29, während der Ballsaison, lernt er die Schönheit Natalja Gontscharowa kennen, verliebt sich sehr intensiv in sie, hält um ihre Hand an, die ihm aber wegen seiner unsicheren finanziellen Lage längere Zeit verwehrt bleibt. Er flieht in den Orient. 1831 findet die Hochzeit statt, in kurzer Zeit werden vier Kinder geboren. An den Folgen eines Duells um die Ehre seiner Frau stirbt Alexander Puschkin am 28. Januar 1837 in St. Petersburg.
Heidelore Kneffel
