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Ein Zirkus ist in der Stadt - mit Tieren

Initiative plant Mahnwachen

Dienstag, 10. April 2018, 08:04 Uhr
Der zurzeit in Nordhausen gastierende Zirkus reist mit rund 60 Tieren an. Neben Zebras, Emus, Lamas, Pferden, Steppenrindern und Kamelen werden auch mehrere Tiger „gehalten“. Für die Nordhäuser Tierrechts-Initiative ist klar. Diese Tiere sitzen unschuldig und meist lebenslänglich hinter Gittern...


Urteil: Lebenslänglich – Freiheit oder Zirkus
Wie wichtig ist uns Freiheit? Sehr wichtig! Mindestens so wichtig wie Gesundheit oder Frieden?

Doch was ist eigentlich Freiheit? Der Zustand selbst zu entscheiden, etwas zu tun oder etwas nicht zu tun? Es gibt die Freiheit der Meinung, die Freiheit des Willens, die der Handlung; die Freiheit, sich bewegen zu können, wohin man möchte.

Oder ist Freiheit ganz einfach das Gegenteil von Gefangenschaft? Der Gedanke eingesperrt zu sein, ist beängstigend. Der Gedanke gar unschuldig hinter Gittern zu sitzen, lässt uns erschaudern! Doch genau das wiederfährt Tieren im Zirkus: Sie sitzen unschuldig hinter Gittern, und das meist lebenslänglich!

Tiger sind Raubkatzen, die in der Regel einzelgängerisch leben und sich in erster Linie von größeren Huftieren ernähren. Dabei bewohnen sie unterschiedlichste Lebensräume, wie tropische Regenwälder, Grasländer, Sumpfgebiete oder taigaähnliche Wälder. Auf der Suche nach Beute legen Tiger oft große Strecken zurück. Dies gilt insbesondere für Tiger in beutearmen Revieren wie Ostsibirien. Dort streifen die Katzen am Tag etwa 20 bis 25 km, in Ausnahmefällen sogar 80 bis 100 km umher. Tiger schwimmen ausgezeichnet und gehen im Gegensatz zu anderen Katzen wie Löwen oder Leoparden gerne ins Wasser. Dabei können die großen Katzen Flüsse von 6 bis 8 km Breite durchschwimmen.

Soweit so gut. Doch wie sieht das Leben eines Tigers im Zirkus aus?

Ein Tiger im Zirkus wird sein Leben lang in kleinen Zirkuswagen durch das Land getourt. Sein Leben spielt sich größtenteils im Käfig ab, der viel zu winzig ist. Und um diesem Übel noch eins drauf zu setzen, werden sie mit Gewalt dazu gebracht, alberne Kunststückchen zu machen! Meist werden Tiere im Zirkus bis zum letzten Atemzug durch die Manege getrieben. Stellen Sie sich die Stunden, Tage, Jahre, fast immer Jahrzehnte vor, die diese Tiger erdulden müssen, geprägt von Langeweile, körperlicher und geistiger Folter, von Schlägen, Erniedrigung und Inhaftierung. Sie führen ein erbärmliches Leben: vom Käfig in die Manege, von der Manege zurück in den Käfig.

Kann man als Zirkusbesucher wirklich das Leid der Tiere ausblenden und glauben, dass diese Tiere freiwillig und mit Spaß auftreten? Ist es nicht etwas naiv zu denken, dass Peitschen und Stöcke der Dompteure nur ein Teil der Verkleidung sind?

Die öffentliche Meinung zum Zirkus hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die meisten Menschen lehnen Unterhaltung, bei der Tiere leiden müssen, ab. Trotzdem reisen in Deutschland weiter rund 350 Zirkusunternehmen, davon 141 mit Wildtieren, durch unser Land. Für die darin befindlichen 900 Wildtiere, darunter Vögel, Großkatzen, Elefanten, Robben, Giraffen, Nashörner und Flusspferde scheint sich auf Bundesebene in naher Zukunft nicht viel zu ändern, und dass obwohl bspw. 2011 bei Bundesweit 895 Kontrollen 409 Verstöße registriert wurden.

Warum setzt unser hochentwickeltes Land dieser Quälerei kein Ende? Andere Länder können es doch auch. Italien, Holland, Irland, Österreich, Polen, Norwegen, bald auch Großbritannien: 18 europäische Länder machen es Deutschland vor. Und bei uns? Kümmert sich Niemand darum? Nein, ganz im Gegenteil – seit vielen Jahren setzen sich zahlreiche Tierschutzorganisationen, Privatpersonen und Parteien dafür ein, dass auch bei uns ein Wildtierverbot erlassen wird. Dieses Verbot ist längst überfällig.

Auch Sie finden die Haltung und zur Schau Stellung von Tieren in Zirkussen überflüssig und inakzeptabel? Dann besuchen Sie keinen Zirkus mit Wildtieren. Klären Sie Kinder, Freunde und Familie über das Leiden der Tiere im Zirkus auf.

Geben Sie den Tieren Ihre Stimme und kommen Sie zu einer unserer Mahnwachen “Zirkus – JA! Aber bitte ohne Tiere” am Donnerstag dieser Woche von 16 bis 17 Uhr oder am Samstag und Sonntag von 15 – 16 Uhr vor dem August-Bebel-Platz.
Tierrechtsinitiative Nordhausen
Autor: red

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