nnz-online
Grippewelle im südharz

Bis an die Belastungsgrenze

Montag, 26. März 2018, 11:14 Uhr
Die diesjährige Grippewelle hat auch im Südharz Klinikum Nordhausen ihre Spuren hinterlassen. Sie führte personell wie organisatorisch an die Grenzen der Leistungsfähigkeit und der Belastbarkeit. Dennoch konnte das Klinikum diese Herausforderungen meistern...


Geschäftsführer Guido Hage bedankt sich deshalb an dieser Stelle bei allen Mitarbeitern des Klinikums, die in den zurückliegenden Wochen viel mehr als das Normale geleistet haben. Sein besonderer Dank gilt den Beschäftigten der beiden internistischen Kliniken im Haus, die die Hauptlast der zusätzlichen Belastungen trugen.

Hage: „Ich kann mich in meinen 16 Dienstjahren in diesem Haus an solch eine Situation nicht erinnern. Gleichermaßen will ich konstatieren, dass wir froh sein können, in unserem Haus mehr Betten zur Verfügung zu haben, als im Thüringer Krankenhausplan genehmigt sind. Deshalb sollte die Politik nicht immer die Anzahl der vorhandenen Betten pro 100.000 Einwohner als Maßstab für Krankenhauspolitik anlegen. Wir haben in den zurückliegenden Wochen Dutzende Patienten aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen aufgenommen, weil dort die Bettenkapazitäten einfach am Ende angekommen waren“.

Und Chefarzt Dr. med. Meik Lustermann ergänzt: „Im Durchschnitt haben wir zu normalen Zeiten etwa 160 Patienten, die in den beiden internistischen Kliniken behandelt werden, während der diesjährigen Grippewelle waren es über 200, die wir zum Teil auf andere Stationen aufnehmen und dort betreuen mussten. Um diese Krisensituation zu bewältigen, mussten wir mitunter unorthodoxe Schritte gehen. Binnen kurzer Zeit konnten die Azubis der Gesundheits- und Krankenpflege aus dem theoretischen Unterricht in der Schule abgezogen und in die Teams auf unseren Stationen integriert werden. Das hat die größte Not gelindert, denn wir dürfen nicht vergessen, dass auch viele unsere eigenen Mitarbeiter von diesem aggressiven Influenza-B-Typ betroffen waren. Wir hatten intern mit einem um 20 Prozent höheren Krankenstand als in anderen Jahren zu kämpfen“.

Seit Donnerstag vergangener Woche haben die beiden internistischen Kliniken wieder auf „Normalbetrieb“ geschaltet. Aufatmen im Südharz Klinikum. Sowohl Dr. Lustermann als auch Guido Hage sind dankbar, dass so viele Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und die Auszubildenden angesichts der angespannten Situation das notwendige Verständnis und die Bereitschaft aufgebracht hatten, um auf Freizeit zu verzichten und einen zusätzlichen Dienst anzutreten.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de