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Kompromiss gefunden

Montag, 06. Dezember 2004, 18:28 Uhr
Kompromiss gefunden  (Foto: nnz) Kompromiss gefunden (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). In der Nordhäuser Wendenstraße wollen die dortigen Anwohner mehr Licht in ihren Wohnungen. Bäume sollen gefällt werden, fordern sie. Die Stadt war bislang dagegen. Jetzt wurde ein Kompromiß gefunden. Die nnz stellt ihn vor.


Die Kronen der rund 30 Linden in der Nordhäuser Wendenstraße werden in Form eines Blockes und entlang der Straßenkanten zurück geschnitten. Damit wird die Kronenhöhe um bis zu 50 Prozent reduziert. Dieser Kompromiss ist das Ergebnis eines Vor-Ort-Bürgergespräches am letzten Sonnabend, zu dem das städtische Amt für Umwelt und Gründordnung und die SPD-Stadträte Volker Fütterer und Rene Kübler geladen hatten. Anlass der Diskussion waren Beschwerden der Anwohner über den starken Schattenwurf der rund 60 Jahre alten Bäume. Einige Anwohner hatten die Fällung der bestehenden und die Neupflanzung von kleineren Bäumen gefordert, andere Anlieger hatten aber auch für den Erhalt der Bäume plädiert.

In der Diskussion hatte Uwe Patzig, Sachgebietsleiter Grünordnung im Umweltamt, darauf verwiesen, dass es aus fachlicher Sicht und mit Blick auf die Stadtökologie – und damit des Gemeinwohls - keinen Grund gebe, die Bäume zu fällen, zumal zwei Drittel aller Stadtbäume - wie bei Straßenbäumen üblich - noch näher an Wohnhäusern ständen, als es in der Wendenstraße der Fall sei. „Wir als Amt verstehen uns als die Anwälte der Bäume – sie haben ja keine anderen“, sagte Patzig. Er hatte auch auf die Kosten von bis zu 50.000 Euro verwiesen, die Fällung und Neupflanzung kosten würden.

Eine Anwohnerin hatte darauf verwiesen, dass es wegen der Bäume sehr dunkel in den Wohnungen sei – vor allem auf der Nordseite der Wendenstraße. Man brauche das Licht an Sonnentagen. Sie schlug vor, die Bäume zu köpfen, wie man es auch zu DDR-Zeiten gemacht habe. Patzig hatte daraufhin gesagt, dass mit dem Köpfen der Bäume die Gefahr des Pilz- und Krankheitsbefalles allerdings sehr hoch sei und langfristig zum Tod der Bäume führen könnte.

Stadtrat Kübler sagte, mit dem Schnitt der Bäume in Form eines Blockes habe man einen guten Kompromiss zwischen den Sorgen der Bürger auf der einen Seite und den Fachmeinung des Umweltamtes auf der anderen Seite gefunden.
Autor: nnz

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