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Trend hat sich umgekehrt

Donnerstag, 02. Dezember 2004, 11:02 Uhr
Nordhausen (nnz). In den zurückliegenden Monaten war eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen zuspüren gewesen. Das scheint nun vorbei, da es kaum psositive saisonale Einflüsse gegeben hat. Der Trend hat sich umgekehrt. Alle Daten auf einen Blick mit einem Klick.

Trend hat sich umgekehrt (Foto: nnz) Trend hat sich umgekehrt (Foto: nnz)

In der Agentur für Arbeit Nordhausen hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Monat November 2004 auf 28.268 erhöht, das sind rund 480 mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen ist damit um 0,3 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent angestiegen. Den größten Anstieg gab es dabei in der Geschäftsstelle Leinefelde. Insgesamt waren hier am Monatsende 5.617 Frauen und Männer arbeitslos, das sind 180 mehr als vor vier Wochen und rund 130 mehr als vor einem Jahr. In der Hauptagentur Nordhausen hat sich zwar die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um fast 40 und in Artern um fast 130 erhöht, im Vergleich zum Vorjahr ist sie aber deutlich niedriger. So konnten in der Hauptagentur rund 260 und in Artern fast 320 Personen weniger als vor einem Jahr registriert werden. In der Geschäftstelle Heiligenstadt verblieb die Arbeitslosenzahl im November auf dem Vormonatsniveau, insgesamt waren am Monatsende 2.892 Frauen und Männer ohne Arbeit, 104 weniger als vor einem Jahr.

Bei den Männern hat sich die Anzahl vor allem wegen saisonaler Faktoren um 560 auf 13.320 erhöht. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist gegenüber dem Vormonat leicht gesunken, insgesamt waren im November 15.038 ohne Job. Ein jahreszeitlich bedingt höherer Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit konnte im November insbesondere durch die Integration in Arbeit mit dem Instrument Arbeitsgelegenheiten vermieden werden. Ende des Monats betrug damit die Zahl der Langzeitarbeitslosen 12.768, rund 1.000 mehr als vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosigkeit war im Vergleich zum Vormonat wieder rückläufig. Ende November waren 3.291 junge Frauen und Männer ohne Beschäftigung, rund 100 weniger als vor vier Wochen. Der Rückgang ist hauptsächlich das Ergebnis der verstärkten Beschäftigungsaufnahmen unter Nutzung des Förderprogramms „JUMP Plus“.

4.011 Frauen und Männer meldeten sich im November in der Arbeitsagentur Nordhausen arbeitslos, das ist seit 1998 in einem Monat November der höchste Zugang. 2.165 davon, das entspricht rund 54 Prozent, kommen aus Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes. So wurden 987 Personen aus Unternehmen des verarbeitenden- und Baugewerbes, 347 aus öffentlichen Verwaltungen, Erziehungs- und Gesundheitsberufen und 240 aus der Land- und Forstwirtschaft entlassen. Der Handel, sowie Instandhaltungs- und KFZ - Reparaturbetriebe setzten 276 Arbeitnehmer frei und das Gastgewerbe 97. Eine betriebliche oder schulische Ausbildung bzw. ein Studium beendeten 407 Absolventen. Aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten sich im Berichtsmonat 3.529 Personen, das sind rund 1.000 weniger als im Monat Oktober, aber 280 mehr als im gleichen Monat des Jahres 2003. Hiermit handelt es sich um den höchsten Rückgang der Arbeitslosenzahl in einem Monat November seit 1998.

Eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt nahmen 1.327 Frauen und Männer auf, und 146 Personen wagten den Schritt in die Selbständigkeit. Betrachtet man den Zeitraum von Januar bis November, so sind das fast 300 mehr als im Jahr zuvor.

Der Zugang gemeldeter Stellen ist im Vergleich zum Oktober um 62 auf 523 leicht angestiegen. Eine Wertung als positives Signal wäre allerdings verfrüht, da die vermehrt gemeldeten Stellen meist saisonbedingt aus dem Handel und der Gastronomie zu verzeichnen waren. Bei allen anderen Wirtschaftszweigen sind die Stellenangebote deutlich zurückgegangen. Im Verlauf des Monats wurden 612 Stellen besetzt, 240 im verarbeitenden- und Baugewerbe und 120 im Wohnungswesen. 65 Arbeitslose haben in öffentlichen Einrichtungen und 69 in Dienstleistungsunternehmen einen Arbeitsplatz gefunden. Der Bestand offener Arbeitsstellen ist damit im Vergleich zum Oktober um 90 und verglichen mit dem Vorjahr sogar um 450 gesunken.

Durch weitere im November endende Maßnahmen sank die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen gegenüber dem Vormonat um 102 auf 1.579 Teilnehmer. Insgesamt fällt der so genannte zweite Arbeitsmarkt aber deutlich schwächer aus, als in den letzten Jahren. Waren im November 2003 noch 2.442 Beschäftigten in diesen Maßnahmen, lag die Zahl im aktuellen Monat um 863 niedriger.


Die Daten für die Regionen

Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist im November geringfügig gestiegen, und zwar um 37 auf 9.200. Im
Vergleich zum Vorjahr gab es 258 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im November 19,2 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 19,3 % belaufen. Im November meldeten sich 1.193 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 86 Personen oder 8 % mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.158 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 191 oder 20 % mehr als vor Jahresfrist. In der Hauptagentur Nordhausen waren im November 335 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober ist das ein Rückgang von 48. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 91 Stellen weniger.

Artern
Die Arbeitslosigkeit ist im November um 126 auf 5.299 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab
es 315 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im November 23,8 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 25,1 % belaufen. Im November meldeten sich 790 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 125 Personen oder 19 % mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 665 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 108 oder 19 % mehr als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Artern waren im November 51 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober ist das ein Rückgang von 7. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 61 Stellen weniger.

Heiligenstadt
Die Arbeitslosigkeit hat sich im November geringfügig verringert, und zwar um 8 auf 2.892. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 104 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im November 13,1 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 12,8 % belaufen. Im November meldeten sich 427 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 52 Personen oder 11 % weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 432 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 37 oder 9 % mehr als vor Jahresfrist. Der Stellenbestand belief sich in der Geschäftsstelle Heiligenstadt im November unverändert auf 57. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 64 Stellen weniger.

Leinefelde
Die Arbeitslosigkeit ist im November um 180 auf 5.617 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab
es 128 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im November 15,5 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 14,9 % belaufen. Im November meldeten sich 927 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 82 Personen oder 10 % mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 751 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 31 oder 4 % weniger als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Leinefelde waren im November 123 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober ist das ein Rückgang von 26. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 114 Stellen weniger.

Sondershausen
Die Arbeitslosigkeit ist im November um 147 auf 5.260 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab
es 204 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im November 22,3 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 21,0 % belaufen. Im November meldeten sich 674 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 7
Personen oder 1 % weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 523 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 27 oder 5 % weniger als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Sondershausen waren im November 79 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober ist das ein Rückgang von 8. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 120 Stellen weniger.
Autor: nnz

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