Auf der Suche
Mittwoch, 01. Dezember 2004, 15:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Wackers D-Junioren machen gerade eine schwere Zeit durch. Wie die Eltern helfen können und der Verein reagiert, das steht im dritten Teil unserer Serie über den Nordhäuser Fußballclub, der im nächsten Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Für die nnz berichtet Olaf Schulze.
Auf der Suche (Foto: nnz)
Helmut Michel ist ein Vater. Mein Bengel spielt in der D, sagt er und fügt nicht hinzu, in welchem Verein. Der Telekom-Mitarbeiter ist Buchholzer und für ihn war es selbstverständlich, seinen Sohn bei Wacker Nordhausen zum Training anzumelden. Helmut kann sich keinen anderen Verein vorstellen, weil er nach wie vor davon überzeugt ist, dass Wacker unter den Fußballclubs der Region der absolute Platzhirsch ist.
Die Michels arbeiten in Nordhausen, wohnen aber weiter an der Grenze zu Sachsen/Anhalt. Das bedeutet für Vater und Sohn noch längere Wege als für die meisten anderen D-Junioren, die bei Herrn Jochmann jeden Mittwoch und Freitag um 15.30 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark üben. Jedes Wochenende geht es von Buchholz erst nach Nordhausen und dann fahren sie zu den Auswärtsspielen nach Heiligenstadt, Mühlhausen oder Dingelstädt. Vater Michel stellt selbstverständlich seinen PKW als Spielertaxi zur Verfügung und fährt mit. Er hat seine Kamera dabei und fotografiert die Jungs bei den Spielen. Besonders erhebende Momente gibt es derzeit nicht festzuhalten, die Mannschaft verliert oft. So belegen die Jungs derzeit den 10. von zehn Plätzen in der Bezirksliga West. Aber noch ist nichts verloren. Mit zwei Siegen in Folge wären sie schon 6. der Tabelle. Die Dreipunkteregelung macht es möglich. Sie lassen sich unter Wert schlagen, weiß Helmut Michel und bemängelt, dass im Kader kein richtiger Knipser ist, der vorne die Chancen verwertet.
Oliver Enzian, Alexander Garnatz, Florian Gerlach, Martin Gerlach, Tobias Hesse, Sebastian Jankowiak, Stefan Lange, Martin Mayer, Phillip Mehler, Florian Michel, Kenny Milk, Phillip Müller, Patrick Schneider und Lucas Wimmer nahmen zu Saisonbeginn den Spielbetrieb für Wackers D-Junioren auf und müssen jetzt nach den Niederlagen immer wieder aufgebaut werden..
Die Jungs können besser spielen, als ihr Tabellenplatz aussagt, schöpft Michel Mut und verrät, wie er mit seinem Jungen nach Niederlagen umgeht: Es hat keinen Sinn, sich die Pleiten schön zu reden. Wir müssen die Burschen wachrütteln, ihnen immer wieder Vertrauen schenken und ihnen klar machen, dass sie Fußball spielen können.. Er weiß, dass Eltern, die bedingungslos hinter ihren Kindern stehen, die halbe Miete für den Erfolg sind. Trotz der schwierigen Situation glaubt er, dass Vereine wie Wacker auf Dauer größere Potentiale haben werden als Spielgemeinschaften mit Spielern aus drei verschiedenen Vereinen. Die sind manchmal wie kleine Kreisauwahlteams, aber das ist doch nicht der Sinn der Sache und irgendwann bricht so ein Konstrukt wieder in sich zusammen. Vereine wie Wacker haben es durch die geburtenschwachen Jahrgänge derzeit schwer, aber Wacker steht mit seinem Namen für eine ganze Region und hat diese Region über Jahrzehnte vertreten. Deshalb wird es in absehbarer Zeit auch wieder das Leistungszentrum für den Nachwuchs werden., schaut Helmut Michel in die Zukunft. Für die Gegenwart klagt er aber in einer so prekären Situation, wie sie derzeit in der D-Jugend herrscht, die Hilfe der Vereinsspitze ein. Wir müssen uns alle zusammen setzen und nach einer Lösung suchen. Der Vorstand muss auch die Trainer und Betreuer motivieren.
Trainer Jochmann hat einen kantigen Charakter, sagt Helmut Michel und antwortet auf die Frage, ob es noch ein ausreichendes Vertrauensverhältnis zum Übungsleiter gebe mit einem entschiedenen Jain. Er fordert einen Co-Trainer oder Betreuer für die Mannschaft, damit das Training intensiviert und mehr gemeinsame Aktionen durchgeführt werden können.
Inzwischen hat Wackers Präsidium reagiert und zu einer Elternversammlung eingeladen, in der über die schwierige Situation in der D-Jugend beraten werden soll. Darüber freuen sich nicht nur die Michels, auch alle anderen engagierten Eltern werden kommen und bei einer Lösung der Probleme mithelfen. Helmut Michel denkt darüber nach, ob er es mit seinem Beruf vereinbaren kann, als Betreuer aktiv zu werden. Einen talentierten Burschen aus seinem Dorf, der momentan in keinem Verein spielt, will er nach der Winterpause zu Wacker mitnehmen. Kampflos will er die D-Jugend nicht aufgegeben. Und Helmut Michel glaubt fest daran, dass es bald wieder aufwärts geht, wenn Spieler, Eltern, Trainer und Verein gemeinsam die Schwierigkeiten ausräumen.
Autor: osch
Auf der Suche (Foto: nnz)
Helmut Michel ist ein Vater. Mein Bengel spielt in der D, sagt er und fügt nicht hinzu, in welchem Verein. Der Telekom-Mitarbeiter ist Buchholzer und für ihn war es selbstverständlich, seinen Sohn bei Wacker Nordhausen zum Training anzumelden. Helmut kann sich keinen anderen Verein vorstellen, weil er nach wie vor davon überzeugt ist, dass Wacker unter den Fußballclubs der Region der absolute Platzhirsch ist.Die Michels arbeiten in Nordhausen, wohnen aber weiter an der Grenze zu Sachsen/Anhalt. Das bedeutet für Vater und Sohn noch längere Wege als für die meisten anderen D-Junioren, die bei Herrn Jochmann jeden Mittwoch und Freitag um 15.30 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark üben. Jedes Wochenende geht es von Buchholz erst nach Nordhausen und dann fahren sie zu den Auswärtsspielen nach Heiligenstadt, Mühlhausen oder Dingelstädt. Vater Michel stellt selbstverständlich seinen PKW als Spielertaxi zur Verfügung und fährt mit. Er hat seine Kamera dabei und fotografiert die Jungs bei den Spielen. Besonders erhebende Momente gibt es derzeit nicht festzuhalten, die Mannschaft verliert oft. So belegen die Jungs derzeit den 10. von zehn Plätzen in der Bezirksliga West. Aber noch ist nichts verloren. Mit zwei Siegen in Folge wären sie schon 6. der Tabelle. Die Dreipunkteregelung macht es möglich. Sie lassen sich unter Wert schlagen, weiß Helmut Michel und bemängelt, dass im Kader kein richtiger Knipser ist, der vorne die Chancen verwertet.
Oliver Enzian, Alexander Garnatz, Florian Gerlach, Martin Gerlach, Tobias Hesse, Sebastian Jankowiak, Stefan Lange, Martin Mayer, Phillip Mehler, Florian Michel, Kenny Milk, Phillip Müller, Patrick Schneider und Lucas Wimmer nahmen zu Saisonbeginn den Spielbetrieb für Wackers D-Junioren auf und müssen jetzt nach den Niederlagen immer wieder aufgebaut werden..
Die Jungs können besser spielen, als ihr Tabellenplatz aussagt, schöpft Michel Mut und verrät, wie er mit seinem Jungen nach Niederlagen umgeht: Es hat keinen Sinn, sich die Pleiten schön zu reden. Wir müssen die Burschen wachrütteln, ihnen immer wieder Vertrauen schenken und ihnen klar machen, dass sie Fußball spielen können.. Er weiß, dass Eltern, die bedingungslos hinter ihren Kindern stehen, die halbe Miete für den Erfolg sind. Trotz der schwierigen Situation glaubt er, dass Vereine wie Wacker auf Dauer größere Potentiale haben werden als Spielgemeinschaften mit Spielern aus drei verschiedenen Vereinen. Die sind manchmal wie kleine Kreisauwahlteams, aber das ist doch nicht der Sinn der Sache und irgendwann bricht so ein Konstrukt wieder in sich zusammen. Vereine wie Wacker haben es durch die geburtenschwachen Jahrgänge derzeit schwer, aber Wacker steht mit seinem Namen für eine ganze Region und hat diese Region über Jahrzehnte vertreten. Deshalb wird es in absehbarer Zeit auch wieder das Leistungszentrum für den Nachwuchs werden., schaut Helmut Michel in die Zukunft. Für die Gegenwart klagt er aber in einer so prekären Situation, wie sie derzeit in der D-Jugend herrscht, die Hilfe der Vereinsspitze ein. Wir müssen uns alle zusammen setzen und nach einer Lösung suchen. Der Vorstand muss auch die Trainer und Betreuer motivieren.
Trainer Jochmann hat einen kantigen Charakter, sagt Helmut Michel und antwortet auf die Frage, ob es noch ein ausreichendes Vertrauensverhältnis zum Übungsleiter gebe mit einem entschiedenen Jain. Er fordert einen Co-Trainer oder Betreuer für die Mannschaft, damit das Training intensiviert und mehr gemeinsame Aktionen durchgeführt werden können.
Inzwischen hat Wackers Präsidium reagiert und zu einer Elternversammlung eingeladen, in der über die schwierige Situation in der D-Jugend beraten werden soll. Darüber freuen sich nicht nur die Michels, auch alle anderen engagierten Eltern werden kommen und bei einer Lösung der Probleme mithelfen. Helmut Michel denkt darüber nach, ob er es mit seinem Beruf vereinbaren kann, als Betreuer aktiv zu werden. Einen talentierten Burschen aus seinem Dorf, der momentan in keinem Verein spielt, will er nach der Winterpause zu Wacker mitnehmen. Kampflos will er die D-Jugend nicht aufgegeben. Und Helmut Michel glaubt fest daran, dass es bald wieder aufwärts geht, wenn Spieler, Eltern, Trainer und Verein gemeinsam die Schwierigkeiten ausräumen.
