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Der heiße Brei

Dienstag, 30. November 2004, 19:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Schulnetzplanung ist eine heikle Sache, nicht nur im Landkreis Nordhausen. Trotzdem muß sie angegangen werden. Vor allem, wenn im Land oder im kommunalen Bereich keine Wahlen in Aussicht stehen. Heute wurde ein neuer Entwurf eingebracht.


Die nnz berichtete bereits mehrfach, dass es nur kleine Änderungen zum ersten Entwurf der fortgeschriebenen Schulnetzplanung gibt. Die wichtigsten Änderungen zum Status Quo fasste Fachbereichsleiter Gunter Brandt zusammen: Im Bereich der Regelschule wird ein Standort wegfallen müssen. Die Verwaltung schlägt hier die Regelschule Sollstedt vor – das ist nicht neu.

Im Bereich der Grundschulen fusionieren Sollstedt und Niedergebra und nutzen das dann sanierten Gebäude der jetzigen Schule in Sollstedt. Die nur noch eine Grundschule der Hainleite wird in Wipperdorf zu finden sein, die in Nohra wird aufgegeben. Es steht auch die Grundschule in Klettenberg zur Diskussion. Hier wird es auf jeden Fall keinen Neubau geben.

Soweit die Änderungen im Entwurf. Und schon meldeten sich die Streiter für ein noch besseres Bildungskonzept. Eigentlich hätte sich Jürgen Hohberg als Bürgermeister von Sollstedt befangen zeigen müssen, vielleicht sprach er aber auch als Vertreter des Gemeinde- und Städtebundes? Für Sollstedt hätte die Schließung der Regelschule weitreichende Folgen, man solle vielleicht auch über die Form einer „kleinen Regelschule“ nachdenken, so wie es in Ostthüringen praktiziert werde. Eine solche mutierte Regelschule kannte Franka Hitzing überhaupt nicht, sie ist nicht nur in der FDP, sondern auch Lehrerin. Bei zu kleinen Schulen gebe es kaum Möglichkeiten, um die Vorteile eines Kurssystems auszureizen. Schlimmer noch – es könne nicht praktiziert werden.

Und dann trat schließlich noch Dr. Horst Kox ans Rednerpult. Der Mann, der für Bündnis90/Die Grünen in den Kreistag eingezogen ist, kommt aus Sollstedt. Er meinte, dass für eine Schulnetzplanung nicht nur der demografische Faktor herangezogen werden dürfe, sondern auch andere Faktoren, die es zu beleuchten galt. Welche? Zum Beispiel, dass Sollstedt eine Zentralortfunktion einnehme! Jürgen Hohberg hörte es wohl gern, nur ob das realisierbar und in diesem Kreistag auch mehrheitsfähig ist, das bleibt abzuwarten. Die PDS jedenfalls, kann schon jetzt dem Entwurf, wenn auch mit parteipolitischen Tränen, zustimmen. Und auch die SPD wird kaum Vorbehalte anmelden. Insider wissen warum.
Autor: nnz

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