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Real existierende Politik

Donnerstag, 25. November 2004, 17:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Am kommenden Mittwoch wird im Nordhäuser Stadtrat unter anderem der Nachfolger für Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) gewählt. Da gibt es einen Favoriten...


Die nnz berichtete bereits vor Wochen: Einer der Kandidaten für die Wahlbuhl-Nachfolge wird Matthias Jendricke (SPD) sein. Er wird sich gemeinsam mit drei weiteren Bewerbern dem Stadtrat zur Wahl stellen. Und da sind wir eigentlich bei dem Problem, das eigentlich keines ist. Nicht irgendein Personalrat oder Personalchef entscheidet bei dieser Vergabe, sondern ein Gremium, das demokratisch gewählt worden war und in dem es politische Mehrheiten und Minderheiten gibt. Klar, daß da auch parteipolitische Facetten bei der Entscheidungsfindung eine Rollen spielen, doch letztlich müssen die Kandidaten unter denen zu wählen ist, erst einmal eine adäquate Qualifikation mitbringen. Das wußte insbesondere auch Jendricke aus der Zeit seines Beigeordnetenbewerbchens - Teil 1 – für die Kreisverwaltung.

Dass die SPD der Stadt Nordhausen die Entscheidung der CDU am kommenden Mittwoch mit der Nachfolgeschaft für Dietrich Beyse verbindet, war ein politischer Flop. Das regelt man eigentlich intern. Die Äußerung von Andreas Wieninger zeigt aber auch den momentanen politischen Gemütszustand zwischen beiden Parteien auf. Der ist so erquicklich wahrlich nicht.

Und übrigens: Diese Art von Spielchen bei der Neubesetzung von politischen Wahlämtern sind so neu nun auch wieder nicht. Man erinnere sich an die Wahlen der beiden hauptamtlichen Beigeordneten der Kreisverwaltung, man erinnere sich an die Ausschreibung für Fachbereichsleitungen in der Kreisverwaltung, in der eigentlich nur noch der Wohnort des Wunschkandidaten im Ausschreibungstext hätten auftauchen müssen. Und die CDU sollte sich angesichts des SPD-Vorstoßes an Wahlen der hauptamtlichen Beigeordneten erinnern, die vor Jendricke und Grünwald an der Seite von Landrat Joachim Claus regierten.

Ein solches Prozedere ist vielleicht dem Otto-Normal-Bürger nicht vermittelbar, das ändert aber nichts an der real existierenden Politik – auch im Kleinen.
Autor: nnz

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