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Streetscooter vorgestellt

Nutzlast voll elektrisch

Freitag, 09. Februar 2018, 13:00 Uhr
Im Kleinen sind zunehmend mehr Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs, bald könnte die Elektromobilität auch im Nutzfahrzeugbereich präsenter werden. Kein großer Autobauer, sondern die deutsche Post treibt die Entwicklung voran. Die "Streetscooter" könnten demnächst auch im Südharz unterwegs sein...

Uwe Richter (links) und Enrico Braun: wer über die Anschaffung eines Fahrzeuges nachdenkt, denkt auch über die Ladeinfrastruktur nach (Foto: Angelo Glashagel) Uwe Richter (links) und Enrico Braun: wer über die Anschaffung eines Fahrzeuges nachdenkt, denkt auch über die Ladeinfrastruktur nach (Foto: Angelo Glashagel)

Nutzlasten zwischen 450 und 650 Kilogramm, Spitzengeschwindigkeiten von 80 bis 120 km/h und Reichweiten zwischen 120 und 200 Kilometern, je nach Ausstattung. Mit dem "Streetscooter" macht die deutsche Post erste Schritte in Sachen gewerbliche Elektromobilität. Entwickelt wurde das Fahrzeug von der Universität Aachen, modular im Aufbau, vornehmlich aus recycelbaren Material, das Interieur ganz auf Pragmatismus getrimmt, abseits einer Sitzheizung für den Fahrer und einem kleinen Bordcomputer.

Die technische Innovation sitzt unter der Haube, 3,5 bis 4 Stunden brauche der Elektromotor um an einer Ladesäule komplett geladen zu werden, erklärt Enrico Braun vom Harzer Autozentrum. Das Ford-Autohaus vertreibt seit Ende vergangenen Jahres die leichten Nutzfahrzeuge, interessant seien die Kleinlaster vor allem für Gewerbe und Kommunen, erste Anfragen habe man bereits vorliegen, so Braun.

Ein Fahrzeug allein hilft derweil nicht viel, wenn man es nicht laden kann, der kurze Halt bei der Tankstelle bleibt in Sachen Elektromobilität vorerst Zukunftsmusik. Es sei denn, man hat seine eigene "Tankstelle". Das Autohaus hat sich deswegen mit der Firma Heldele zusammengetan. Die Nordhäuser Repräsentanz der Firma mit Sitz im Baden-Württembergischen Salach hat mit ihren Elektrikexperten vor Ort mehrere Ladesäulen in Betrieb genommen und plant die Stromtankstellen im Heldeledesign weiter zu verbreiten. "Wer über die Anschaffung eines elektrischen Kleinlasters nachdenkt, der denkt auch über die Ladeinfrastruktur nach", sagt Braun, die Kooperation lag nahe.

Die Elektroexperten der Firma Heldele haben mehrere Ladestationen in Betrieb genommen: v.l.: Dominique Boenki, Erik Markquardt und Stefan Jödicke (Foto: Angelo Glashagel) Die Elektroexperten der Firma Heldele haben mehrere Ladestationen in Betrieb genommen: v.l.: Dominique Boenki, Erik Markquardt und Stefan Jödicke (Foto: Angelo Glashagel)

In der gewerblichen Sparte steht der "Streetscooter" derzeit ohne Konkurrenz da, als Anbieter in der Region gilt gleiches für das Nordhäuser Autohaus. Und hier soll nicht Schluss sein, derzeit würden weitere Fahrzeugmodelle mit anderen Aufbauten, mehr Leistung und mehr Stauraum getestet, sagt Braun. Gut möglich das bald mehr Laster elektrisch über Südharzer Straßen rollen. Ob sich die E-Mobilität auf der Kurzstrecke langfristig durchsetzen kann, muss die Zukunft zeigen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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