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100 Jahre Wacker – Der Nachwuchs

Mittwoch, 24. November 2004, 07:30 Uhr
100 Jahre Wacker – Der Nachwuchs (Foto: nnz) 100 Jahre Wacker – Der Nachwuchs (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Ihre Vorbilder spielen in Madrid oder München und heißen Ronaldo, Ballack und Makkay. Dabei hat Sven Bernsdorf aus Wackers 1. E-Jugend-Mannschaft in der letzten Saison viel mehr Tore erzielt als der Holländer in Diensten der Bayern. Auch in dieser Spielzeit wird der Wacker-Schützling sein Idol in der Torschützenliste deutlich abhängen. Das zeichnet sich jetzt bereits ab.


Gleich drei Trainer betreuen bei Wacker die Jungs der Jahrgänge 1994/95. Der Heringer Sportlehrer Lutz Bräuer trainiert gemeinsam mit Knut Bernsdorf die E1. Beide waren bis vor kurzem aktive Fußballer und kennen sich in der regionalen Szene bestens aus. Ihnen zur Seite steht als weiterer Trainer der erfahrene Wacker-Veteran Karl Lutze, der aus Liebe zum Verein seit Jahren die jüngsten Kicker betreut und derzeit in der E2 das Sagen hat. Alle drei harmonieren gut miteinander, was schon deshalb wichtig ist, weil es eine klare Trennung zwischen den Kadern der 1. und 2. Mannschaft nicht gibt. Zu dünn ist die Spielerdecke. Da müssen einige aus dem 18-köpfigen Kader so manches Wochenende zweimal ran. Das Verständnis und die Unterstützung der Eltern sind gefragt und deren persönlicher Einsatz kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagt Übungsleiter Bernsdorf. In den Herbstmonaten und im Frühjahr rollen jedes Wochenende die privaten Fahrzeuge durch Westthüringen, um die kleinen „Ballacks“ zu den Auswärtsspielen zu bringen. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksklasse West u.a. in Heiligenstadt, Mühlhausen, Bad Langensalza und Leinefelde, die zweite kämpft in der Kreisliga mit Bleicherode und Salza in einer Staffel.

Sven Bernsdorf, Ricardo Braune, Christopher Ehrhardt, Paul Friebel, Christian Hille, Phillip Hoffmann, Florian Kohler, Tim Kruse, Markus Maulhardt, Maximilian Müller, Benedict Rossberg, Jonathan Schröter, Maximilian Schröter , Richard Stange, Florian Teller, Dustin Urban, Jean Windolf und Robert Wisse sind die aktuellen Spieler.

Im Vordergrund steht der Spaß am Fußballspielen, beschreibt Übungsleiter Bernsdorf die Situation. „Aber wir wollen den Jungs auch ein Gefühl für die eigene Leistung geben, den Ehrgeiz anstacheln und ihnen Grundwerte von Disziplin und Ordnung vermitteln.“ Besonders auf die technischen Fertigkeiten ihrer Spieler legen die Trainer viel Augenmerk. Im Training arbeiten sie an der Schusstechnik, jonglieren und üben kurze und lange Sprints. Den schulischen Werdegang ihrer Schützlinge betrachten die drei Coachs aufmerksam und halten den Kontakt zu Eltern und Lehrern. Auftretende Probleme versuchen alle gemeinsam zu lösen. Über Training und Spielbetrieb hinaus werden Freizeitveranstaltungen organisiert. So gibt es jährliche Weihnachtsfeiern, Teilnahme an verschiedenen Hallenturnieren und ein Spielchen „Väter gegen Söhne“.

Die Geselligkeit und ein guter Teamgeist in der Truppe sind Garanten für engagierte Leistungen. Bernsdorf freut sich zurecht darüber, dass die Jungs schon einige Spiele über Kampfgeist noch umbiegen konnten, die eigentlich schon verloren schienen. Einen gesunden Konkurrenzkampf um Stammplätze halten die Übungsleiter für durchaus leistungsfördernd bei den 9- und10-jährigen Burschen. Jeder Erfolg auf dem Platz steigert das Selbstwertgefühl und erfüllt die jungen Kicker mit berechtigtem Stolz.

„Aber es ist auch noch viel Aufbauarbeit zu leisten“, weiß Bernsdorf. „Das beginnt bei den fußballerischen Fertigkeiten und geht bis zur Wechselbekleidung und dem richtigen Getränk nach Spielen.“ Bedanken will er sich auf diesem Wege vor allem bei Frau Brennecke aus Niedersachswerfen für deren großzügige materielle Hilfe und bei allen Eltern, die jede Woche mit ihren Sprösslingen mitfiebern und den Verein selbstlos in ihrer Freizeit unterstützen.

Kurz und bündig fasst Knut Bernsdorf zusammen, was sich die Trainer für die Zukunft wünschen: „Dass noch mehr Kinder die Möglichkeit nutzen, bei Wacker zu trainieren und dass mehr Zuschauer zu den Spielen kommen.“

Dem einen oder anderen Leser wird die Namensgleichheit des Trainers mit dem Goalgetter der 1. Mannschaft aufgefallen sein. Und tatsächlich, es handelt sich um Vater und Sohn. Da haben wir ihn wieder, den Familienverein Wacker.
Olaf Schulze
Autor: osch

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